Die Produktion von Seltenen Erden – ein historischer Überblick
Miriam Kraus in Nebenwerte Daily zum Thema Seltene Erden
vom 21. Januar 2011, 17:00 Uhr
ENL5454
Seltene Erden sind nicht selten. Sie kommen in der Erdkruste mehrere 1000-fach häufiger vor als Gold. Weltweit gibt es Lagerstätten vulkanischen Ursprungs, welche Metalle der Seltenen Erden enthalten, vor allem in Alkaligesteinen und Carbonatit-Komplexen.
Die beiden wichtigsten Mineralien, welche Seltene Erden führen, sind Monazit (Phosphaterz) und Bastnäsit (Carbonat). Tatsächlich enthalten fast alle Phosphatlagerstätten weltweit auch Seltene Erden, allerdings nicht immer in hohen Konzentrationen. Neben diesen Lagerstätten gibt es auch Seifenlagerstätten und seltenerdhaltige Tone.
Um also zu evaluieren, warum der Seltene Erden-Markt so stark auf China konzentriert ist, obwohl die Metalle nicht selten sind und im Grunde weltweit vorhanden, müssen wir einen Sprung in den Geschichte wagen:
1948
Damals wurde der Großteil der Seltenen Erden noch aus Seifenlagerstätten in Indien und Brasilien gewonnen.
Die 1950er
Nachdem große Monazit-Lagerstätten mit Seltenerd-Metall-Vererzungen entdeckt wurden, ünerham Südafrika die Rolle des weltweit größten Produzenten von Seltenen Erden.
1960 - 1990er
Die kalifornische Mountain Pass Mine mit ihrem hohen Anteil an Bastnäsit übernimmt die Führungsposition unter den Seltenerd-Produzenten. Die USA bleiben bis in die 1990er hinein der weltweit führende Produzent von Metallen der Seltenen Erden.
..bis jetzt
China tritt verstärkt auf den Plan. Besonders wichtig ist das Bayan Obo-Vorkommen in der Inneren Mongolei. Hier finden sich sowohl Monazit als auch Bastnäsit. Die Reserven an Erzen der Seltenen Erden werden auf über 35 Millionen Tonnen geschätzt. Mittlerweile stammt fast die gesamte weltweite Produktion an so genannten schweren Seltenen Erden (also denen mit der Ordnungszahl 63 bis 71) aus China. Das besondere an den chinesischen Vorkommen: Monazit enthält bis zu dreimal mehr an schweren Seltenen Erden.
Heute produziert China rund 97% der Seltenen Erden-Metalle und hält 37% der weltweiten gesicherten Reserven. Die USA besitzen mit rund 13 Millionen Tonnen fast 14% der weltweiten Reserven.
China hält zwar sehr hohe Reserven, doch der Grund dafür, dass Chinas Marktanteil an der Produktion so enorm hoch ist, liegt darin begründet, dass die Produktion in China ab den 90er Jahren bis anhin deutlich günstiger gehalten wurde, worauf in Folge der fallenden Weltmarktpreise für Seltene Erden -Metalle, die Minen in den übrigen Ländern der Reihe nach geschlossen wurden.
Ein Umstand, der sich, angesichts steigender Preise, der daraus resultierenden wachsenden Wirtschaftlichkeit von Minen in anderen Ländern und bedrohter strategischer Interessen außerhalb Chinas, womöglich bald wieder umkehren könnte. Allerdings dürfte es noch eine ganze Weile dauern, bis China deutlich Marktanteile an andere Länder abgeben muss, denn erstens dauert der Aufbau von Minen lange Jahre und zweitens kostet er Geld...
Damit möchte ich nun meinen ersten Beitrag hier im Nebenwerte-Daily für heute abschließen.
Doch bevor ich mich verabschiede, lassen Sie mich noch meine herzlichsten Genesungswünsche an meine Kollegin richten:
Liebe Daniela, Alles Gute und wir freuen uns schon jetzt, hier bald wieder von Dir zu lesen!
Wenn Sie, liebe Nebenwerte-Daily-Leser, ebenfalls ein paar Genesungswünsche an Frau Knauer richten möchten, die ich gerne weiter leite, oder einfach nur Fragen oder Anregungen an und für mich haben, dann schreiben Sie mir gerne unter info@investor-verlag.de
Damit verabschiede ich mich nun aber wirklich für heute und freue mich, wenn wir uns am kommenden Dienstag wiederlesen...
Herzliche Grüße und noch ein schönes Wochenende
Ihre Miriam Kraus
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