Die Party nach dem Crash geht weiter
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 22. September 2009, 07:30 Uhr
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Gold hat Mitte vergangener Woche einen Zahn zu gelegt. Ich war beeindruckt. Aber nicht sehr beeindruckt. Gold bildet natürlich die eine Hälfte meines Trade des Jahrzehnts, den ich vor fast zehn Jahren verkündet habe. Ich habe das Metall immer gekauft... ich habe es lange Zeit als Kaufposition geführt. Aber die jüngsten Kommentare aus diesem Bereich haben mich zu der Frage verleitet, was zur Hölle los ist... also will ich einige Minuten dafür aufwenden, das zu klären.
Zum einen hoffe ich, dass auch Sie bereits vor vielen Jahren Gold gekauft haben. Das würde die Sache leichter machen. Dann könnten ich sagen: Halten! Gold ist ein Gegengift für Papier. Es gibt so viel Papier... und so viel mehr ist offenkundig noch auf dem Weg... dass das Spiel mit Gold wie ein Gewinnerspiel aussehen muss. Man wettet darauf, dass das Geldsystem, das es schon seit August 1971 gibt, auseinanderbrechen wird.
Der Trade des Jahrzehnts bleibt bestehen
Ich gehe immer noch davon aus, dass das eine gute Wette ist. Mein Trade des Jahrzehnts bleibt bestehen. Gold in den Tälern kaufen. Aktien während der Erholungsphasen verkaufen. Ich habe mit diesem Trade gut abgeschnitten. Ich werde mich noch ein bisschen länger daran halten.
Doch wie ist es, wenn Sie kein Gold besitzen? Das gelbe Zeug kostet heute mehr als 1.000 Dollar. Es sieht sogar so aus, als könnte bei 1.000 Dollar das neue Support-Niveau liegen - wobei die meiste Stützung von den Chinesen kommt. China hat verhältnismäßig wenig Gold in seiner Zentralbank. Das Land muss erkennen, was auch ich erkenne - die Schwäche des Dollars und des Reservesystems, das auf dem Dollar basiert. China muss sich Sorgen über den Wert der ca. 2 Billionen Dollar machen, die es besitzt.
Die Chinesen müssen sich fragen, wie man die Wirtschaft führen wird, wenn der Dollar auseinanderfallen wird. Amerikanische Käufer waren die Kunden des ersten und letzten Auswegs.
An wen wird China verkaufen, wenn das Geld des wichtigsten Kunden wertlos wird?
Jüngste Kommentare von einer Gruppe chinesischer Vertreter machen deutlich, dass sie über diese Dinge bereits nachdenken... dass man sich dazu entschieden hat, noch mehr Gold zu den eigenen Reserven hinzuzufügen. Es sind sogar alle Zentralbanken letzten Endes heute Käufer. Es gibt keinen Ausverkauf von Goldreserven mehr. Das hält man für ein schwachsinniges Spiel - und das ist es auch. Gold durch Papier ersetzen? Bitte - was haben Sie sich denn dabei gedacht?
Also ist China Käufer. Das Problem ist nur, dass China ein diskreter Käufer ist. Das Land hat so viel Geld. Es könnte verursachen, dass der Goldpreis über Nacht steil in den Himmel schießt. Aber dann würde man zu viel dafür bezahlen müssen. Deswegen tut China vermutlich genau das, was ich auch tue - China kauft während der Preiseinbrüche. So könnte z.B. die Order ergangen sein, dass man immer dann Gold kaufen soll, wenn der Preis auf unter 1.000 Dollar fällt.
Ich weiß nicht, welche Kaufstrategie die Chinesen verfolgen... aber sie werden vermutlich in den kommenden Jahren große Käufer sein.
Sollten wir gemeinsam mit den Chinesen kaufen? Sollten wir mit den Chinesen um jede Unze wettstreiten, die an den Markt kommt?
Das ist eine gute Frage. Nur habe ich dummerweise keine gute Antwort darauf. Versuchen
wir es also mit einer anderen Frage: Steigt der Goldpreis oder fällt er?
Die Antwort darauf ist viel einfacher: Gold steigt... und dann fällt es... und dann steigt es wieder. Es steigt, weil die Regierungen - darunter die Regierungsvertreter aus China - zur Spekulation anregen. Und dann fällt Gold, wenn sich die nächste Phase eines Bärenmarktes behauptet und die Spekulanten laufen und nach Deckung suchen. Und dann steigt der Goldpreis wieder... deutlich weiter und schneller... wenn die Zentralbanken verzweifeln und letzten Endes alle Vorsicht - und alle Dollar - in den Wind schießen.
Ich bin zuversichtlich, dass es zu dieser letzten Phase kommen wird. Ich zögere nur, weil ich befürchte, dass es viel länger dauern könnte, als erwartet. Gold kann während einer Deflation steigen... aber in einer Phase der Inflation schießt der Preis in die Höhe. Diese Phase sollte noch weit entfernt sein.
Die Regierungen können die Verbraucherwirtschaft nicht wieder zum Leben erwecken. Trotz allem, was Sie lesen... wird die Verbraucherwirtschaft vermutlich noch einige Jahre hinterherhinken.
Kein Boom bei den Verbraucherausgaben = keine Inflation.
Der Absatz des amerikanischen Einzelhandels steigt steil an, nachdem die Wirtschaft wieder stärker wird", heißt es in einer Schlagzeile auf Reuters. Glauben Sie nicht daran. Inmitten von saisonalen Anpassungen und den Geschenken der Regierung sind die Zahlen des Einzelhandels bedeutungslos. Die wahre Geschichte ist, dass es wenig - oder gar keine - echte Verbesserung in der Wirtschaft gibt. Die größten Banken die das Rettungsgeld der Regierung bekommen, haben beispielsweise sechs Monate in Folge ihre Kreditvergabe gesenkt.
Die Regierungsvertreter können jedoch die Spekulation anregen. Der Dollar wurde mittlerweile zur Carry-Trade" Währung. Die großen Spieler am Markt leihen sich Dollar... und verwenden dieses Geld dann, um damit zu spekulieren - gegen den Dollar. Sie kaufen Gold. Sie kaufen die brasilianischen Anleihen, sie kaufen Aluminium Futures. Sie kaufen Aktien.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Jof Kayser (22.09. 2009 10:33 Uhr):
Bei Bill Bonner und dem Thema "Gold in der Zukunft" fehtl ein Aspekt: China muss niht so kaufen wi geschildert. China ist noch immer zentralgesteuert und kann sih das in China geförderte Gold auf andere Weise und zu andereen Konditionen als über den freien Markt "beschaffen" und auf die hohe Kante legen.
Antworten - Kommentar von Ulrich Lauber (22.09. 2009 12:01 Uhr):
Hallo Herr Bonner, wie beurteilen Sie in diesem Zusammmenhang die Ankündigung des IWF einige Tonnen Gold zu verkaufen ? Danke für Ihre instruktiven Kommentare und einen schönen Tag noch Ulrich Lauber
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