>50 Jahre sorgte der US-Gesetzgeber für Vertrauen an der Wall Street
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen
vom 26. August 2011, 16:00 Uhr
ENL5454
Der als Glass-Steagall Act bezeichnete Banking Act schrieb die Einführung eines Trennbankensystems vor, also eine institutionelle Trennung von Einlagen- und Kreditgeschäft einerseits und Wertpapiergeschäft andererseits. Da die Banken während der Bankenkrise von 1929 bis 1933 durch die starke Integration und Vernetzung zwischen dem Investment- und Commercial-Banking massive Verluste sowohl durch Kursstürze auf der Wertpapierseite als auch durch Kreditausfälle auf der Kreditseite erlitten, sollte damals durch die Trennung sichergestellt werden, dass es nicht wieder zu einer solchen Doppelbelastung und damit Krise kommen konnte.
Glass-Steagall Act ist die Bezeichnung für zwei Bundesgesetze der Vereinigten Staaten, deren Namensgeber der Senator Carter Glass aus Virginia und der Repräsentantenhaus-Abgeordnete Henry B. Steagall.
1956 wurde den Banken zusätzlich untersagt, Konkurrenten in anderen US-Bundesstaaten zu übernehmen. Das Glass-Steagall-Gesetz wurde mehrfach modifiziert und 1999 unter Präsident Bill Clinton mit dem Gramm-Leach-Bliley Act schließlich komplett aufgehoben
Diese Entscheidung von Präsident Clinton wird heute als großer Fehler und als Ursache für die Hypothekenkrise bewertet. Neuerdings gibt es starke Strömungen in den USA, die alte Bankentrennung und den Glass-Steagall Act wieder einzuführen. Der Grund dafür: Nach der US-Hypothekenkrise, die das weltweite Finanzsystem in Schutt und Asche legte, soll nun ein Weg gefunden werden, die Banken in ihre Wachstumsgrenzen zu weisen. Das Übernahmeverbot von Konkurrenten aus dem Jahre 1956 zielte genau in diese Richtung. Der Staat und die Staatengemeinschaften sollten nicht erpressbar sein. Um ein to big to fail", also die Erpressbarkeit durch Megainstitutionen zukünftig zu vermeiden, muss der verantwortliche Gesetzgeber solchen Fehlentwicklungen einen Riegel vorschieben. Aber was hält die Verantwortlichen davon ab, von anderen Nationen und aus der Geschichte zu lernen?
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Jürgen Nowacki
Coach Trading & Sales
Zum ersten Teil von: Wehe wenn sie los gelassen, ... oder Banken außer Rand und Band
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Hartmut Fischer (26.08. 2011 18:59 Uhr):
Was die Regierungen abhält? Ganz einfach die politische Einflussnahme der Banken mit Hilfe ihres (egentlich vom "Staat" und damit uns allen geschöpften) Geldes z. b. via Wahlkampfspenden (Clinton), Pöstchen, Drohung mit Abwanderung etc.. Das Investmentbankensystem mit seinem Derivatehandel und politischem Erpressungspotential ist sehr weitgehend einfach parasitär, insbesondere auch insofern der Steuerzahler im Krisenfall das Wettrisiko anderer tragen muss.( Seihe auch den heutigen daily von Herrn Vaupel.)
Antworten - Kommentar von Andreas (26.08. 2011 22:36 Uhr):
Danke, Herr Nowacki, dass Sie endlich das Trennbankensystem ansprechen. Es dürfte das wirksamste Mittel sein, die Banken von ihren kriminellen Machenschaften abzuhalten. Dass der Gesetzgeber das nicht schon lange einfach gemacht hat, kann nur bedeuten, dass viele maßgebende Politiker von der Hochfinanz abhängig sind. LaRouche in USA und die BüSo in Deutschland schlagen diese Lösung seit langem vor, den Politikern bekannt ist es also. Durch weitere Verbreitung des Wissens über das Trennbankensystem schaffen wir den nötigen Druck zur Einführung in möglichst vielen Staaten. Deshalb danke für Ihre Mithilfe.
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