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Indium weiter aufwärts – Preis kratzt an der 600-Dollar-Marke!

*** Ich hatte Sie letztens auf Indium hingewiesen – dieses strategische Metall ist einer meiner Favoriten für 2013.

Inzwischen ist der Indiumpreis weiter nach oben geklettert, steht bei rund 590 Dollar je Kilogramm. Der Metallhändler Gunther Maassen berichtete mir von einem „massiven Anstieg der Nachfrage von Seiten von Investoren“. Dies trifft auf eine Situation, in der die Indium-Exporte Chinas praktisch ausgetrocknet sind.

58% der Weltproduktion von Indium kommen aus China. Dieses Land war traditionell Indium-Exporteur – doch inzwischen sind die chinesischen Indium-Exporte zusammengebrochen. Das Land soll netto sogar zum Indium-Importeur geworden sein!

Dies gekoppelt mit einer nun zusätzlichen Nachfrage von Seiten von Investoren – das ist eine Mischung, bei der ein weiter anziehender Indium-Preis sozusagen programmiert ist.

Denken Sie an meine Worte. Indium ist einer meiner Favoriten für 2013. Vielleicht eine Überlegung wert für Sie, ein paar Kilogramm physisches Indium zu erwerben.

*** Trader´s Daily-Leser Georg M. schrieb mir zum Thema Indium, dass auch im Erzgebirge größere Vorkommen von Indium vorkommen sollen. Das sei für Europa möglicherweise wirtschaftlich entscheidend. Der Leser schreibt mir:

„Zwar geht dieser Artikel davon aus, dass erst zu Preissteigerungen kommen muss, bis der Abbau hier im teuren Deutschland rentabel wird – aber die Vorkommen sind anscheinend nicht nur in China. Wäre es denkbar, dass es noch viele andere solche Fundstätten wie im Erzgebirge gibt, die erst entdeckt werden, wenn jetzt der Rohstoffpreis steigt?“

Meine Antwort:

Genau, die Indium-Vorkommen im Erzgebirge sind bekannt, Quelle Bergakademie Freiberg, ein Bekannter von mir ist derzeit dort. Alleine in der Region um Freiberg sollen immerhin 220 Tonnen Indium lagern.

Ist doch schon einmal beruhigend, zu wissen, dass wir in Deutschland solche bedeutenden Vorkommen haben. Es ist ja nicht so, dass Indium absolut gesehen selten ist. Auch die „Seltenen Erden“ sind keineswegs selten. Es ist aber natürlich die Frage, zu welchem Preis wirtschaftlich abgebaut werden kann. Und im Erzgebirge kann es zum derzeitigen Indiumpreis eben nicht wirtschaftlich abgebaut werden (soweit ich informiert bin). Anders könnte es aussehen, wenn der Indiumpreis erstmal bei 1.500 oder 2.000 Dollar je Kilogramm steht.

Aber auch dann sollten Sie bedenken, dass es hier um physische Güter = Rohstoffe geht. Die können nicht per Knopfdruck gefördert werden. Dazu sind jahrelange Vorarbeiten notwendig.

Nichts ist für die Ewigkeit, auch kein Bullenmarkt bei Indium.

Ich sehe aber ein Zeitfenster von voraussichtlich einigen Jahren, in denen eine stark steigende Nachfrage (von Seiten der Industrie und auch Investoren, siehe oben) auf ein nur leicht steigendes Angebot trifft. Und in diesem Zeitfenster werden die verschiedenen Nachfrager in Wettbewerb um das vorhandene Indium treten.

Was bedeutet das wirtschaftlich? Steigende Preise. Denn was gefragt ist, wird tendenziell auch teurer.

Es gibt übrigens kaum reine Indium-Vorkommen. Sprich: Vorkommen, bei denen Indium in elementarer Form abgebaut werden kann. Man kann also nicht einfach eine „Indium-Mine“ aufmachen. Indium wird stattdessen oft als Beiprodukt von Zink und Blei gewonnen. Wenn also eine Blei-Mine zumacht, kann das direkt die Indium-Produktion verringern. Ein tendenziell ebenfalls bullisher Faktor…

*** Seit gestern ist nun also auf der Nordhalbkugel offiziell Frühling. Die Tag-und-Nacht-Gleiche hat stattgefunden. Nun also gibt es sozusagen einen Bullenmarkt – für Tageslicht. Das ist doch mal was.

Mit herzlichem Gruß!

Ihr

Michael Vaupel

Diplom-Volkswirt / M.A.

Chefredakteur Trader´s Daily

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Michael Vaupel

Michael Vaupel ist Rohstoff- und Derivate-Experte. Der 40-jährige hat an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn Volkswirtschaftslehre studiert.

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Alte Kommentare
  • Pütz schrieb am 21.03.2013, 12:35 Uhr

    Eine Laienfrage, Herrr Vaupel: Wie kann man Indium oder auch Tantal erwerben bzw. auch noch aufbewahren? Danke für Ihre Informationen. Heinrich Pütz

  • Thomas Bürck schrieb am 21.03.2013, 21:19 Uhr

    Sehr geehrter Herr Vaupel, erfreut, das Thema Indium weiterhin im Blickpunkt zu wissen. Habe mir gerade -zunächst- mal 1 kg. bei Maassen gekauft. Der Bruder Ihres Co-Autors = 'Hartwig', hatte sich extrem viel Zeit für Hintergrunderklärungen zu Metall und Markt genommen, nicht ohne auch auf Ihrer beider Buch zu verweisen (vorbildlich, fast hanseatisch korrekt) ! Ich würde Sie aber doch bitten, Ihre redaktionelle Erklärung insoweit zu erweitern, daß der Leserschaft klar gemacht wird, daß der (auch von Ihnen genannte) Preis plus 19% MWSt. zu verstehe ist, plus Versand und Verpackung. Dann kommt der geneigte private Interessent immerhin aktuell auf 696,15 EUR pro kg. (585,--+10,--+19%). UND, wie bei Silber-Barren, beim evtl. späteren Verkauf (Maassen kauft später ggfls. auch wieder an) gibt's für den Privatmann natürlich keine MWSt. on top ! Der Marktpreis muß also -in DIESEM Fall- erst mal um 21,1% steigen, um den EK zurück zu erhalten. Es gibt allerdings beim Kauf größerer Mengen nicht unwesentliche Preisvorteile....wie gesagt 1kg kostete 575,--EUR netto. Bei Abnahme von 10 kg wären es nur noch 520 - 530,-- EUR netto per kg gewesen. Herzlichen Gruß T.Bürck

  • Thomas Bürck schrieb am 21.03.2013, 21:55 Uhr

    Sehr geehrter Herr Vaupel, pardon, ich vergaß auch noch darauf hinzuweisen, daß ein weiteres Kriterium beim Kauf von Indium (das gilt auch für all' die anderen Sondermetalle -Germanium, Gallium, Rhenium, Neodym etc.-) beachtet werden sollte. Der später -meist- erhoffte/erwartete höhere (Rücknahme-)Verkaufspreis wird auch gemindert, durch eine notwendige Reinheitsanalyse, die jeder Metallhändler bzw. Ankäufer stets -im Eigeninteresse- tätigen wird. Denn diese Metalle haben i.d.R. eine besonders hohe Affinität zum Ionen-Austausch mit anderen Metallen (teilw. soger einfach mit der Umgebungsluft), was bewirkt, daß sie allein durch Lagerung (besonders durch falsche Lagerung) verunreinigt werden können; selbst durch eine evtl. Einschweiß-Folie hindurch. Mal ganz abgesehen von Verunreinigungen in betrügerischer Absicht. Indium kann z.B. ganz leicht durch/mit Blei gestreckt werden. Die spezifischen Metallgewichte liegen relativ dicht beieinander (siehe Diskussion Gold/Wolfram). Optik und Haptik ist im Falle Indium sogar nahezu gleich. Also,....den endgültigen Verkaufserlös gibt es erst, wenn eine Laboranalyse vorliegt, selbst wenn man sich beim eigene Kauf eine solche hat mitliefern lassen. MfG T.Bürck