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Silber ist das attraktivere Gold

Seit Monaten schon orakeln Experten einschlägiger Börsenbriefe, wann denn die nun längst überfällige Korrektur bei Edelmetall-Aktien einsetzt. Diese seien schließlich “viel zu schnell viel zu weit“ gelaufen. Doch lassen Sie sich gesagt sein, wer deren Rat folgte und sich vorzeitig von Gold- und Silberaktien trennte, verzichtete auf schöne Gewinne…

Gold- und Silberaktien gingen zu Jahresbeginn in den Steilflug über

Das sonst typische “Sommerloch“ an den Aktienmärkten fiel in diesem Jahr aus. Die erdrückende Angst vor dem Brexit-Votum hatte den ganzen Frühsommer über die Börsen gelähmt und so wurde mit dem tatsächlichen Entscheid für einen Ausstieg der Briten aus der EU eine regelrechte Befreiungsrally ausgelöst, die nahezu nahtlos in eine ereignisreiche Berichtssaison überging, die für viele Unternehmen positiv verlief und in der nicht wenige Analystenschätzungen überboten werden konnten.

Auch den Edelmetallen gelang es über den Sommer hinweg ihre im ersten Halbjahr erreichten Kursniveaus recht gut zu verteidigen. Nach wie vor sind Gold und Silber die Renditechampions des Jahres 2016. Der Goldpreis in Euro liegt aktuell mit 24% seit Jahresbeginn im Plus. Haupttreiber dieser Entwicklung ist die Gesamtnachfrage nach physischem Gold.

Diese stieg im ersten Halbjahr 2016 um 15% auf das zweithöchste Niveau aller Zeiten an. Selbst große Investmentadressen wie BlackRock, JP Morgan oder Rothschild setzen in Anbetracht der Risiken des Geldsystems zunehmend auf die solideste Währung der Menschheitsgeschichte.

Silber mit Potenzial zur Versiebenfachung

Die positive Performance von Gold konnte nur noch von Silber getoppt werden, das im laufenden Jahr bislang satte 35% draufsattelte. Keith Neumeyer, Vorstandschef von Silberminen-Betreiber First Majestic Silver, geht davon aus, dass der Aufwärtstrend des Silberpreises mehrere Jahre halten wird. Seiner Ansicht nach kann sich der Silberpreis ohne Probleme auf 135 Dollar je Feinunze vervielfachen, was vom heutigen Stand aus fast eine Versiebenfachung wäre.

Chart Silber

Silber

Der Grund für die guten Aussichten des Silberpreises ist plausibel: “Weltweit wird neunmal mehr Silber als Gold gefördert, der Goldpreis ist aber 65mal höher als der Silberpreis. Das ergibt keinen Sinn. Wir haben seit Jahrzehnten ein Angebotsdefizit. Die Vorräte befinden sich auf einem historischen Tief“, so die Einschätzung von Neumeyer.

Die Silber-Nachfrage wächst, das Angebot sinkt

Es herrscht ein Nachfrageüberhang auf dem Silbermarkt. Und die Nachfrage nach dem weißen Metall dürfte auch in diesem Jahr steigen, während das Angebot sinkt. Das Silber-Defizit soll sich 2016 laut einer Studie des Research-Instituts Metal Focus auf 1.005 Tonnen belaufen. Im vergangenen Jahr waren es 793 Tonnen. Auch die Minenproduktion soll dieses Jahr um 2% zurückgehen, nachdem sie die letzten 10 Jahre am Stück zugelegt hatte.

Etwa die Hälfte der Silberförderung wird heutzutage für die Herstellung von Schmuck verwendet oder wandert in die Tresore der Anleger. Und genau das ist der Anteil, welcher der Industrie irgendwann bei der Herstellung elektronischer Bauteile fehlen wird. Schon heute ist in der Industrie zu spüren, dass man sich mittlerweile ernsthaft Gedanken um die Versorgungssicherheit macht.

Korrekturen sind völlig normal

Fassen wir noch einmal kurz zusammen: Edelmetall-Aktien gingen zu Jahresbeginn in den Steilflug über, regelmäßig begleitet von kleinen Zwischenkorrekturen. Viele Trader haben dabei viel zu früh schon Gewinne mitgenommen. “Irgendwann muss es ja schließlich einmal zu echten Korrekturen kommen.“ Wer so denkt, hat beispielsweise niemals zwischenzeitlich über 500% Zugewinne bei First Majestic Silver verzeichnet.

Der Silber- wie auch Goldpreis befindet sich nach einer dynamischen Trendwende aktuell in einer Konsolidierungsphase. Da viele Explorer diese Trendwende mit extrem starken Zugewinnen begleiteten, sind auch kräftige Korrekturen völlig normal.

Viele Charts waren überhitzt, sodass Rücksetzer nicht nur gesund, sondern für Anleger auch gute Einstiegsgelegenheiten sind. Sobald die Edelmetallpreise wieder den Vorwärtsgang einlegen, werden dies auch die Silber- bzw. Gold-Aktien tun.

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Über den Autor Kathrin Dörfeld

Kathrin Dörfeld betreut als Redakteurin den neuen Dienst Aktien Daily.

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