MenüMenü

Silber: Anlage mit Risiken und Nebenwirkungen

Warum greifen immer mehr Kleinanleger zu Silber? Momentan sind die Zinsen zu niedrig, die Aktien zu unsicher und die Investition in Gold preislich unattraktiv.

Die Gründe hierfür sind mannigfaltig. Der globale Finanzcrash ist noch gut in Erinnerung, liegt er doch erst wenige Jahre zurück. Die Krisenherde auf der Welt sind seither nicht weniger geworden, die grundlegenden Probleme wie hohe Staatsverschuldung, schwunglose Konjunktur, Blasenbildung am Immobilienmarkt und Raffgier unter den Großbanken nach wie vor nicht gelöst.

In das hiesige Rentensystem vertrauen ohnehin nur noch hoffnungslose Optimisten, ebenso wie darauf, dass das Sparguthaben auf der Bank irgendwann doch noch einmal Zinsen abwerfen könnte.

Kein Wunder also, dass immer mehr Sparer ihr Vermögen in Silber anlegen. Immerhin scheint es auf den ersten Blick deutlich günstiger als Gold: Während für die Feinunze Gold ein vierstelliger Betrag fällig wird, ist Silber derzeit für unter 15 € zu haben.

Silber: Kosten und Risiken

Doch die Investition in glänzende Münzen birgt ihrerseits auch Risiken – und vor allem Kosten. Beim Anschaffungspreis sind durch Mehrwertsteuer, Prägeaufschlag und Händlermarge locker 20% Aufschlag auf den eigentlichen Wert der Münze oder des Barren drin. So gesehen ein teurer Spaß.

Hinzu kommt, dass Silber – im Gegensatz zu Gold – keinen reinen Sammlerwert hat. Rund 50% der weltweiten Nachfrage wird durch die Industrie bestimmt, in der das Edelmetall verarbeitet wird. Die konjunkturelle Entwicklung nimmt somit ebenfalls Einfluss auf den Silberpreis.

Im vergleichsweise kleinen Silbermarkt tummeln sich außerdem eine Menge Spekulanten, die ebenfalls versuchen, den Preis in eine für sie günstige Richtung zu beeinflussen. Die Zyklen steigender und fallender Preise sind wesentlich kürzer, die Volatilität spürbar höher als bei anderen Investments.

Langfristiger Werterhalt: Gut für konservative Anleger

Silberfans jedoch halten dagegen, und zwar mit ähnlichen Argumenten wie diejenigen, die auf Gold setzen: Es geht ihnen nicht um kurzfristige Wertsteigerung, um spekulative Tagesgewinne, um reges Kaufen und Verkaufen, wie es am Aktienmarkt üblicher ist.

Stattdessen wird das Investment in Barren und Münzen nach wie vor als langfristige Anlageform gesehen, als Werterhaltung des eigenen Vermögens, das in Sachwerten besser angelegt zu sein scheint als in Papierwährungen.

Das Argument ist nicht von der Hand zu weisen. Ein kompletter Wertverlust bei Gold und Silber ist unwahrscheinlich, wie schon der Blick in Jahrtausende der Menschheitsgeschichte unterstreicht. Bei Papierwährungen kann man sich dessen nicht so sicher sein, bei Aktien erst recht nicht.

Insofern sehen sich nicht nur konservativ orientierte Anleger in ihrer Tendenz zum Rohstoffinvestment gut beraten. Auch Anlageberater empfehlen zur Depotabsicherung für den worst case stets eine Beimischung von Gold und Silber in Höhe von etwa 10% des Gesamtdepots.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

Regelmäßig Analysen über Rohstoffe erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Felix Reinecke. Über 344.000 Leser können nicht irren.