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Dieses Edelmetall wird völlig vergessen

Aktuell schaut die Börse gebannt auf Gold. Man hört und liest schon wieder von dem „Comeback der Rohstoffe“, weil auch Öl zuletzt wieder deutlich anzog.

Doch Vorsicht. Tatsächlich sehen wir primär Rallyes bei Gold und Öl. Historisch sind Gold und Öl neben Kupfer die großen Aushängeschilder des Rohstoffsektors – doch die beiden Rallyes haben wenig mit der allgemeinen Entwicklung im Rohstoffsektor zu tun.

Zudem basieren die Kursanstiege bei Öl und Gold auch noch auf unterschiedlichen Gründen: Die Entwicklungen bei Öl haben nichts mehr mit den fundamentalen Wirtschaftsdaten in den USA, China oder Europa zu tun.

Die Preissprünge basieren nur noch darauf, wie die Börse die Situation im saudischen Öl-Krieg einschätzt. Die Gold-Rallye ist auf der anderen Seite das Resultat der Verunsicherung und Ängste der Börsianer über die geopolitischen Krisen, die schwache Weltwirtschaft und regionale Problemherde (z.B. Flüchtlingskrise in Europa oder Chinas Hard Landing in Asien).

Diese Käufe lösten ein massive Short-Squeeze bei Gold aus – der ebenfalls wieder spezifisch für den Gold-Sektor war. Aber trotzdem gibt es spannende Chancen im Rohstoffsektor. So ist es ein Fehler, Silber zu vernachlässigen.

Der „Kleine Bruder von Gold“ läuft historisch parallel mit dem Goldpreis. Aber da der Silbermarkt wesentlich kleiner als der Goldmarkt ist, steigt oder fällt Silber wesentlich stärker als Gold.

Silber hat größeres Nachholpotential als Gold

Börsianer sind so auf Gold fixiert, dass Silber derzeit noch ein völliges Schattendasein fristet. Wenn spekulative Anleger auf steigende Goldpreise setzen wollen, bietet Silber aufgrund der dynamischeren Entwicklung also eigentlich die größeren Gewinnchancen. Eigentlich. Denn es fällt auf, dass Silber die aktuelle Goldrallye überraschend underperformt hat.

Gold ist in 2016 um über +17% angestiegen. Silber hat jedoch nur rund +11% zugelegt. Der Grund ist schnell gefunden: Im Gegensatz zum großen Bruder Gold, besitzt Silber neben Schmuck auch eine bedeutende industrielle Verwendung – deshalb reagiert der Silberpreis stärker auf die weltwirtschaftliche Schwäche.

Aber Fakt ist auch: Wenn Gold weiter ansteigt, wird Silber mitgezogen. Da Silber aktuell ein deutliches Nachholpotential besitzt, kann sich in dem marktengen Silbermarkt schnell eine typische Silber-Rallye entfachen, die das Edelmetall nach oben schießt. Denn die Kurssprünge bei Silber fallen historisch deutlich dynamischer als bei Gold aus.

Dieses Nachholpotential bezieht sich nicht nur auf Kursanstiege in 2016. Gegenüber den Allzeithochs vom 6. September 2011 hat Gold in der Spitze über -40% verloren. Silber erreichte seinen Höhepunkt bereits im April 2011. Danach brach Silber bis Dezember 2015 aber sogar um über -70% ein.

Auch hier gibt es also ein Nachholpotential, das wesentlich höher ist als bei Gold. Wobei Kurse von über 40 USD/Unze auf die nächsten Jahre natürlich utopisch sind. Aber mit den richtigen Investments bieten sich klugen Anlegern nun auch extreme spannende Chancen bei Silber.

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Über den Autor Daniel Wilhelmi

Daniel Wilhelmi ist Jahrgang 1972 und gehört zu der „neuen Generation“ der Finanzjournalisten, die das Erbe der großen bekannten Namen aus TV und Zeitungen antreten.

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