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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 04.09.-11.09.2017

Energie: Erdöl

Die Ölpreise erhielten zu Beginn der vergangenen Woche zunächst noch Unterstützung. Dann trennte sich aber die Spreu vom Weizen. Während Brent die Woche im Plus abschließen konnte, schloss WTI dagegen die Woche nur ganz knapp nicht im Verlust.

Zu Beginn der letzten Woche erhielten die Ölpreise Unterstützung, wofür ein schwacher US-Dollar, eine rascher als erwartete Wiederinbetriebnahme einiger US-Raffinerien und der nächste Hurrikan Irma ausschlaggebend waren.

Ebenfalls unterstützend dürfte die Ankündigung Saudi Arabiens gewirkt haben wonach das Land die Preise für seine leichten Ölsorten im Oktober angehoben hat.

Die Aufschläge für die Sorte Arab Light gegenüber der Benchmark Oman/Dubai stiegen auf 0,3 US-Dollar und damit den höchsten Stand seit Dezember. Dies wirkt sich vor allem unterstützend auf das europäische Referenzöl Brent aus und deutet auch auf eine robuste Ölnachfrage hin.

Zum Ende der Woche gerieten dann beide Ölsorten wieder unter Druck. Doch während Brent nur ganz leicht abgab, verlor WTI fast seinen gesamten Wochengewinn.

Ausschlaggebend war neben einem starken Aufbau der US-Rohöllagerbestände um 4,58 Millionen Barrel vor allem auch eine sehr schwache US-Rohölverarbeitung.

Diese ist an der von den Hurrikans betroffenen US-Golfküste um 3,2 Millionen Barrel pro Tag gegenüber der Vorwoche auf 6 Millionen Barrel pro Tag gesunken.

Aktuell handelt WTI zur Lieferung im November bei 48,09 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent zur Lieferung im November notiert aktuell bei 53,75 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI-Preis in USD/Barrel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

So lange die Hurrikan-Saison anhält, dürfte WTI übergeordnet unter Druck stehen, denn die Rohölverarbeitung an der US-Golfküste bleibt schon aufgrund der bereits entstandenen Schäden zunächst weiter verhalten.

Bei Brent stehen die Wetten derzeit dagegen etwas höher, sprich die Spekulanten haben ihre Netto-Long-Position bei Brent zuletzt sogar noch erhöht. Dies birgt allerdings mittelfristig auch Rücksetzer-Potenzial.

Edelmetalle: Gold

Der Goldpreis kletterte auch in der vergangenen Woche weiter nach oben und erreichte am Freitag ein 13-Monatshoch bei 1.360 US-Dollar pro Feinunze.

Unterstützend wirkte vor allem der schwache US-Dollar, der vor allem aufgrund der sinkenden Erwartungen an die Fed in Bezug auf eine Zinserhöhung, sowie aufgrund der anhaltenden Querelen innerhalb der US-Regierung unter Druck.

Daran konnte auch die letzte EZB-Sitzung vom vergangenen Donnerstag nichts ändern, wobei Draghi sich zwar besorgt über den starken Euro äußerte, jegliche Entscheidungen zum weiteren Vorgehen aber verschob.

Angesichts der offenkundigen Unfähigkeit der US-Regierung die eigenen Ziele hinsichtlich einer expansiven Fiskalpolitik umzusetzen und mit den Hurrikan-Schäden an den US-Küsten ist kaum mit einer Zinserhöhung der Fed zu rechnen.

Daher verliert der Dollar nun den zuvor durch übertriebene Euphorie eingebuchten Wertzuwachs.

Hinzu kommen nun aber auch die wachsenden geopolitischen Risiken mit Raketentests in Nordkorea und anhaltenden Provokationen zwischen den USA und Nordkorea, welche die Nachfrage nach dem Sicheren Hafen Gold unterstützen.

Goldpreis in USD/Feinunze in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Der Goldpreis dürfte weiterhin große Unterstützung erhalten im Umfeld anhaltender Risiken.

Industriemetalle: Kupfer

Die Industriemetallpreise sind zum Ende der vergangenen Woche etwas zurückgekommen. Der Preisdruck ging dabei insbesondere von China aus, wo die Preise zuerst unter Druck standen.

Grund dafür dürften in erster Linie die hohen Preise und die bislang hohe Euphorie der Spekulanten sein. So zeigen die jüngsten Zolldaten aus China, dass das Land zuletzt mit 390.000 Tonnen Kupfer und Kupferprodukten nur eine unveränderte Menge gegenüber dem Vormonat importiert hat.

Zwar liegt die Menge damit immer noch knapp über dem Wert des Vorjahres, doch es ist davon auszugehen, dass der starke Kupferpreisanstieg zuletzt höhere Importe verhindert hat.

Zwar sind diese News nicht übermäßig schlecht, doch angesichts der vielen bullischen Wetten auf Kupfer ist der Ausstieg vieler Spekulanten zur Gewinnmitnahme aktuell nicht überraschend. Ähnliches gilt auch für andere Industriemetallmärkte.

Kupfer handelt derzeit bei 3,02 US-Dollar pro Pfund.

Kupferpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Es besteht das Potenzial für weitere Rücksetzer, bis ein Teil des hohen spekulativen Anteils in den Märkten wieder ausgespült worden ist.

Agrarrohstoffe: Zucker

Der Zuckerpreis bewegte sich in der vergangenen Woche volatil, schloss aber im Gewinn ab. Zum einen gab es zwar belastende Nachrichten, nachdem bekannt wurde, dass in Indien die Zuckerproduktion 2017/18 möglicherweise doch stärker steigt als erwartet. Das wäre der erste Anstieg seit 3 Jahren.

Insgesamt wirkten dann aber die Auswirkungen von Hurrikan Harvey stärker auf den Zuckermarkt. Dieser könnte aufgrund der Auswirkungen auf den Ölmarkt zu einer verstärkten Ethanolproduktion und damit einer verringerten Zuckerproduktion führen.

Zucker zur Lieferung im Oktober handelt aktuell bei 14,05 US-Cent pro Pfund.

Zuckerpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

So lange die Auswirkungen der Hurrikans auf Zucker- und Ethanolmarkt bestehen, dürfte der Zuckerpreis Unterstützung erhalten.

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Über den Autor Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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