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Was macht eigentlich der Ölpreis? Tradingchancen voraus!

Die beiden bedeutendsten Rohölsorten Brent und WTI notieren aktuell auf 3-Monatstiefs. Allerdings hatten auch beide Sorten im ersten Halbjahrs 2016 enorme Rallys aufs Börsenparkett gelegt.

Eine Kurskorrektur war also allein aus charttechnischer Sicht schon länger überfällig. Doch nun nähern sich die Kurse den markanten April-Tiefs und der psychologisch wichtigen Marke von 40USD. Wie geht es in den nächsten Tagen weiter?

20% Verlust in nur sieben Wochen, aber Preisverdoppelung in 6 Monaten

Der Preis für ein Barrel Öl der Nordseesorte Brent fiel in den letzten sieben Wochen von 52,62USD um rund 10USD auf 42,53USD und verlor damit knapp 20% an Wert. Das ist beachtlich, vor allem auf die relativ kurze Zeitspanne gesehen.

Beim Blick auf den Chart seit Jahresbeginn wird allerdings schnell klar, dass es sich hierbei immer noch um eine Kurskorrektur des untergeordneten Aufwärtstrends handelt, und nicht um eine Fortsetzung des großen Abwärtstrends.

Denn vom Januar-Tief bei 27,84USD bis zum Juni-Hoch bei 52,62USD hat sich das Barrel Brent im Preis fast verdoppelt. Anschließende Kursverluste von rund 20% sind da rein charttechnisch gesehen nicht nur völlig normal, sondern sogar erwünscht. So können sich heiß gelaufene Kurse wieder erholen, und es eröffnen sich günstige Einstiegsmöglichkeiten für Anleger und Investoren.

Die Kurse nähern sich wichtigen Unterstützungen

Doch so langsam sollte der Kurs wieder die Kurve kriegen, um nicht doch wieder in den großen Abwärtstrend einzubiegen, der seit Oktober 2014 voll im Gang und auf Monatsbasis auch immer noch intakt ist.

Denn der Kurs nähert sich der breiten Unterstützung um 42USD, der psychologisch wichtigen Marke von 40USD und dem markanten April-Tief bei 36,48USD. Spätestens wenn das unterschritten sein sollte, ist es vorbei mit der Öl-Rally und die Zeichen stehen wieder auf Verkauf.

Korrektur oder Trendwende?

Doch bis dahin müssen es die Öl-Bären erst einmal schaffen. Der Bereich um 42USD dürfte hier das erste Hindernis sein. Hier liegen gleich mehrere Zwischenhochs beziehungsweise -tiefs aus den letzten Monaten.

Auch die runde 40USD-Marke sollte dem Kurs als Unterstützung dienen. Von hier kann sich der Kurs wunderbar nach oben abstoßen, um so die Korrektur zu beenden und den Aufwärtstrend fortzusetzen.

Allerdings hat der Ölpreis in den vergangenen zwei Jahren immer wieder unter Beweis gestellt, dass Unterstützungen kein Hindernis für Kursverluste sein müssen.

WTI hat den großen Abwärtstrend gebrochen

Bei der US-amerikanischen Rohölsorte WTI sieht die Lage ganz ähnlich aus. Das Barrel WTI ist normalerweise leicht günstiger als das Barrel Brent. Die Kursbewegungen sind aber sonst fast deckungsgleich.

Auch der Preis für WTI fiel in den letzten sieben Wochen um rund 20%, nachdem sich das Barrel vom Februartief bei 27,09USD bis zum Junihoch bei 51,09USD um knapp 90% verteuert hatte.

Auch hier stellt sich nun aus charttechnischer Sicht die Frage: Beendet der Kurs die Korrektur der letzten Wochen, oder geht es weiter abwärts?

Eine interessante Abweichung zu Brent ergibt sich beim Blick auf den Monatschart: Denn auf Monatssicht gesehen hat WTI, im Gegensatz zu Brent, den übergeordneten Abwärtstrend bereits gebrochen. Das Junihoch lag mit 51,09USD ganz knapp über dem letzten relevanten Zwischenhoch aus dem Oktober letzten Jahres bei 49,91USD.

Fundamentaldaten sprechen für fallende Preise – zumindest vorerst

Aus fundamentaler Sicht gibt es momentan allerdings wieder mehr Indikatoren für weitere Kursverluste, zumindest kurzfristig gesehen. So bleibt es grundsätzlich beim globalen Überangebot von Öl, ausgelöst durch den Fracking-Boom der letzten Jahre in den USA und durch die Weigerung der OPEC, ihrerseits die Fördermengen zu drosseln.

Es geht hier um einen Wettkampf um Absatzmärkte, den dasjenige Land gewinnt, das sich die niedrigen Ölpreise am längsten leisten kann. Da haben die OPEC-Länder ganz klar die Nase vorn, denn Fracking ist teuer.

Der steigende Ölpreis der letzten Monate hat aber viele kleine amerikanische Fracking-Unternehmen wieder dazu angeregt, die zwischenzeitlich runtergefahrene Förderung wieder hochzufahren. Allein in der letzten Woche ist die Anzahl der Ölfördertürme um drei gestiegen.

Das ist nicht viel, klar. Allerdings war der Anstieg der letzten Woche der fünfte wöchentliche Anstieg in Folge. Die Fördermenge steigt also tendenziell. Damit steigt auch das Angebot, und der Preis sinkt folglich.

Die Shorties drücken auf den Preis

Außerdem drückten in der vergangene Woche Short-Spekulationen auf den Ölpreis. Laut der US-Terminmarktaufsicht CFTC stiegen die Shortpositionen auf WTI vergangene Woche um knapp 39.000 Futures und Optionskontrakte.

Das ist der größte Zuwachs seit 2006. Die Shortpositionen der Money Managers, also der Hedgefonds und Vermögensverwalter, stieg um knapp 30% auf rund 180.000 Kontrakte.

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Über den Autor Thomas Kallwass

Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert.

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