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Trading-Chancen bei Brent und WTI

Nach den Kursverlusten zum Wochenauftakt scheinen die Preise für Brent und WTI heute einen Boden gefunden zu haben. Allerdings stehen am Nachmittag in den USA, also am späten Abend in Europa, noch Zahlen der US-Regierung zu den Lagerbeständen an Rohöl an. Der Markt rechnet hier mit einem Anstieg um rund 4 Millionen Barrel.

Brent: Die Unterstützung hält, doch der Aufwärtstrend ist in Gefahr

Bei Brent hielt gestern die wichtige Unterstützung rund um 47USD. Damit ist der untergeordnete Aufwärtstrend auf Tagesbasis, der seit Monatsbeginn besteht, weiterhin intakt.

Am 2. September kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent im Tief noch 45,38USD. Bis zum 8. September verteuerte sich das Barrel dann auf 49,94USD, und der Kurs legte damit steil um rund 10% zu. Allerdings schaffte es der Kurs nicht über die wichtige und runde 50USD-Marke. Dieser Widerstand bleibt damit weiterhin bestehen. Zuletzt kostete ein Barrel Brent am 26. August mehr als 50USD.

Neue Daten aus den USA könnten den Kurs kippen

Seit dem 8. September korrigiert der Kurs und fiel am Montag zwischenzeitlich sogar kurz unter 47USD auf bis zu 46,87USD. Die Volatilität am Montag war enorm, und der Preis für ein Barrel Brent schwankte im Tagesverlauf zwischen dem Tageshoch bei 48,61USD und dem Tief bei 46,87USD um 1,74USD beziehungsweise um rund 3,5%.

Der heutige Tagesverlauf wird mit hoher Wahrscheinlichkeit darüber entscheiden, ob aus der aktuellen Korrektur eine Trendwende hin zum Abwärtstrend wird, oder ob sich der Kurs an der 47USD-Marke nach oben abstößt und weiter steigt. So oder so bietet die 47USD-Marke eine gute Gelegenheit für Trade-Einstiege.

Wenn Sie davon ausgehen, dass der Kurs weiter steigt, dann bietet der aktuelle Kurs von 47,18USD eine günstige Gelegenheit für einen Long-Einstieg. Prallt der Kurs tatsächlich wieder nach oben ab, können Sie die komplette Aufwärtsbewegung von der Unterstützung bei rund 47USD bis zum nächsten Widerstand mitgehen.

Der aktuelle Kurs bietet interessante Einstiegsmöglichkeiten

Gehen Sie allerdings davon aus, dass der Preis für Brent weiter fällt, dann empfiehlt sich ein Short-Einstieg knapp unterhalb der 47USD, beispielsweise sobald der Kurs das Montagstief bei 46,87USD unterschreitet. Beide Trades sind im aktuell volatilen Umfeld allerdings risikoreich. Dessen sollten Sie sich bewusst sein und Ihre Trades dementsprechend mit Stop-Loss-Positionen absichern.

WTI: Leichte Erholung; der Trend zeigt allerdings abwärts

Bei der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) ist die Lage ähnlich. Nach den Verlusten zum Wochenauftakt stieg der Preis für ein Barrel WTI heute morgen um 21 Cent auf 45,11USD.

Allerdings ist die Trendrichtung auf Tagesbasis bei WTI seit Ende August abwärts. Denn am 31. August fiel der Kurs unter das bis dato gültige Zwischentief vom 26. August und brach zusätzlich noch die wichtige Unterstützung bei 45USD.

Am 1. September ging es dann gleich noch weiter abwärts für WTI, und seitdem hat es der Kurs nicht mehr geschafft, in den Aufwärtstrend zu drehen. Das Hoch vom 8. September bei 47,74USD blieb unter dem Hoch vom 26. August von 48,46USD zurück.

Für den Kursverlauf der nächsten Tage dürfte nun das Tief vom 1. September bei 43USD relevant werden. Gelingt dem Kurs dort die Kehrtwende, spricht das für einen Aufwärtsschub. Markiert der Kurs allerdings ein neues Tief, dann dürfte es auch weiter abwärts gehen.

Die Nachfrage sinkt, das Angebot steigt

Aus fundamentaler Sicht spricht momentan mehr für fallende als für steigende Kurse. So senkte die Internationale Energieagentur (IEA) zum Wochenbeginn ihre Nachfrageprognose für Rohöl. Eine sinkende Nachfrage drückt automatisch die Preise, vor allem, wenn sie gekoppelt ist mit einem steigenden Angebot. Und auch das ist bei Rohöl weiterhin der Fall.

So hat sich die Zahl der Öl-Bohrlöcher in den USA nach Monaten des Rückgangs wieder erhöht. Bereits seit Ende Juni ist die Zahl der Bohrlöcher nicht mehr gesunken, und nach Angaben des US-Ölausrüsters Baker Hughes stieg die Zahl jüngst um sieben auf 414 Bohrlöcher. In den letzten drei Monaten wurden insgesamt sogar 84 Fördereinrichtungen in Betrieb genommen.

Rohstoffexperten der Commerzbank sagten dazu, dass es zuletzt vor fünf Jahren einen so langen Zeitraum ohne einen Rückgang der Ölbohrungen gegeben habe.

Es spricht viel für weiter fallende Preise

Deutlich mehr Bohrlöcher heißt ein deutlich höheres Angebot an Rohöl heißt ein deutlicher Druck auf die Preise. Hinzu kommt, dass die Lagerbestände an Rohöl in den USA auf Dauer weiterhin sehr hoch sind. Es wird also Rohöl produziert, dass aktuell gar nicht gebraucht wird und dazu in der Lagerung auch noch Geld kostet.

All das deutet kurz- bis mittelfristig auf einen weiteren Rückgang der Preise für Brent und WTI hin. Als Trader können Sie das aktiv durch Short-Positionen nutzen. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass die Spreads auf den Rohstoffmärkten relativ hoch sind, vor allem im Vergleich zu den Major Pairs an der Forex. Ultraschnelle Trades sind also selten lukrativ, weil der bezahlte Spread erst einmal wieder verdient werden will.

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Über den Autor Thomas Kallwass

Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert.

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