MenüMenü

Hoffnung auf Produktionsobergrenzen unterstützt Ölpreise

Die Ölpreise haben in der vergangenen Woche weiter deutlich zugelegt. Erstmals seit zwei Monaten stieg Brent kurzzeitig wieder auf über 51 US-Dollar pro Barrel.

Unterstützung bietet insbesondere die anhaltende Debatte um eine mögliche Einigung wichtiger Ölproduzenten auf eine Produktionsobergrenze. Erneut spricht sich vor allem Venezuela dafür aus, eine Einigung auf Produktionsobergrenzen zu finden.

Der Grund dafür ist zwar hauptsächlich, dass Venezuela aufgrund mangelnder Finanzkraft selbst nicht in der Lage ist seine Produktion auszuweiten.

Doch weil es an Lippenbekenntnissen aus verschiedenen Öl produzierenden Ländern nicht mangelt, scheint die Hoffnung zu steigen, dass es beim kommenden Treffen der Öl-produzierenden Staaten in Algerien im September zu einer Einigung kommen könnte.

Auch Russland schüttet Öl ins Feuer dieser Hoffnung. Russischen Kommentaren zufolge sollen Russland und die OPEC in einem anhaltenden Dialog stehen, welcher bei einem Treffen im Oktober fortgesetzt werden soll.

Auch die aktuellen Lagerbestandsdaten aus den USA boten den Ölpreisen Unterstützung. Wie das US-Energieministerium berichtete sind die US-Rohölbestände in der vorvergangenen Woche unerwartet deutlich um 2,5 Millionen Barrel gesunken.

Die Benzinbestände sanken um 2,7 Millionen Barrel. Eine robuste US-Benzinnachfrage und ein deutlicher Anstieg der US-Rohölproduktion waren dafür verantwortlich. Auch ein schwacher US-Dollar trug zeitweilig zur Preisunterstützung bei.

Brent handelt aktuell bei 50,79 US-Dollar pro Barrel an der ICE. WTI notiert aktuell bei 48,56 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in US-Dollar pro Barrel in der letzten Woche

1RSD22.08.

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

So lange die Stimmung positiv bleibt, dürften auch die Ölpreise weitere Unterstützung erhalten. Wie nachhaltig dies ist, muss sich allerdings erst noch zeigen, denn kommt es nicht zu einer Umsetzung von Produktionsobergrenzen durch OPEC und Russland, dann schlägt das Angebot erneut auf den Preis.

Denn die US-Rohölproduktion stiegt wieder, in der vergangenen Woche sogar um extreme 152.000 Barrel pro Tag. Und auch die US-Energiebehörde rechnet nun neu damit, dass die US-Rohölproduktion bis zum Jahresende nicht mehr sinken, sondern mindestens auf dem aktuellen Niveau verharren wird.

Und auch aus Saudi-Arabien soll, laut Reuters, erneut eine Produktionsausweitung, nun auf ein Rekordniveau bei 10,8-10,9 Millionen Barrel pro Tag im August kommen.

Saisonal bedingt beginnt die Nachfrage allerdings ab August sich wieder abzuschwächen, so dass erneut mit einem Überangebot zu rechnen ist. Dies dürfte die Ölpreise dann wieder unter Druck setzen.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

Regelmäßig Analysen über Rohstoffe erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Miriam Kraus. Über 344.000 Leser können nicht irren.