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Ölpreis und die OPEC: Es ist nicht alles Gold was glänzt

Die Ölpreise haben sich in der vergangenen Woche deutlich erholt. Brent konnte dabei wieder über die Marke von 50 US-Dollar pro Barrel steigen. Grund dafür ist die überraschende Einigung der OPEC bei ihrem Treffen in Algerien auf eine Produktionskürzung.

Die OPEC hat sich letzte Woche auf eine Produktionskürzung in Höhe von 800.000 Barrel Öl pro Tag geeinigt. Die Hauptlast dabei wird wohl Saudi-Arabien tragen, denn dem Iran, Nigeria und Libyen wurden seitens des saudischen Energieministers al-Falih Ausnahmeregelungen zugestanden.

Schon im Vorfeld wurde von einigen Produzenten die grundsätzliche Bereitschaft zur Begrenzung des Produktionsanstieges signalisiert, was den Preisen Unterstützung bescherte, ebenso wie erneute Anschläge in Nigeria und ein schwächerer US-Dollar.

Auch aus den USA boten die neuesten Lagerbestandsdaten den Ölpreisen Unterstützung. Wie das US-Energieministerium bekannt gab, sind die US-Rohölbestände in der vorvergangenen Woche um 1,9 Millionen Barrel gesunken.

Das entspricht dem vierten Wochenrückgang in Folge. Analysten hatten im Vorfeld einen Anstieg erwartet. Auch die Destillate-Bestände fielen um 1,9 Millionen Barrel. Dagegen stiegen aber die Benzin-Bestände um deutliche 2 Millionen Barrel an.

Brent zur Lieferung im Dezember handelt aktuell bei 50,13 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im November notiert aktuell bei 48,26 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Dennoch ist im Ölmarkt längst nicht alles Gold was glänzt. Zum einen ist es fraglich, ob die Produktionskürzung überhaupt zu einem ausgeglichenen Markt führen kann. Denn eine mögliche Verlangsamung der Nachfrage könnte die Produktionskürzungen zur Makulatur verkommen lassen.

So hat die Welthandelsorganisation WTO ihre Wachstumsprognosen für dieses und das kommende Jahr deutlich gesenkt. Für 2016 erwartet die WTO nun nur noch ein Weltwirtschaftswachstum von 1,7% und für 2017 ein Wachstum von 2,2%. Das entspricht dem geringsten Wachstum seit der Weltwirtschaftskrise von 2009.

Überdies könnte eine zu schnelle Erholung der Ölpreise aufgrund der OPEC-Einigung wiederum zu einer steigenden Produktion in den Nicht-OPEC-Staaten führen. Dies würde dann den ursprünglich vor 2 Jahren beschlossenen Plan Saudi-Arabiens den anderen Ölproduzenten Marktanteile abzujagen ad absurdum führen.

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Über den Autor Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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