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Ölpreis auf Jahreshoch

Das ist mal ein Sprung. Fast 7 US$ bzw. über +14% in gerade einmal zwei Wochen. Ende September hatte die Opec überraschend bekannt gegeben, die Produktion zu kürzen.

Doch hat sich die Opec tatsächlich geeinigt? Denn zu viele widerstreitende Interessen eigentlich verfeindeter Staaten stehen da im Raum. Immer wieder hat es in den letzten Tagen Zweifel gegeben, wie handlungsfähig die Opec ist.

Öl knackt wichtigen Widerstand

Eine Antwort liefert vorweg der Ölpreis. Nachdem vor zwei Wochen bereits der kurzfristige Abwärtstrend gestoppt werden konnte, hat der Ölpreis zu den Widerstand bei 52,50 US$ geknackt, wie Sie am Chart an der roten gestrichelten Linie sehen können. Damit hat sich der Ölpreis endgültig auch von der Unterstützung bei 47 US$ (blaue Linie) gelöst, die zuvor Wochen lang als massiver Widerstand fungiert hat.

Ist das schon der Ausbruch für den Ölpreis?

Doch ist das schon der signifikante Ausbruch nach oben? Nach dem starken Kursanstieg der letzten Tage dürfte jetzt erst mal eine Konsolidierung angesagt sein. Dann wird sich zeigen, ob sich Öl nachhaltig über der Marke von 52,50 US$ halten kann.

Entscheidend dafür ist, ob sich die wichtigsten Ölförder-Länder tatsächlich zu koordinierten Maßnahmen zur Begrenzung des Überangebots durchringen können. Ankündigungen reichen da nicht.

Auch nicht, wenn der saudische Ölminister sich schon jetzt mal optimistisch für das nächste Treffen Ende November äußert. Auch Russlands Präsident Putin ist angeblich bereit, sich an einem Abkommen zu beteiligen.

Lässt sich Russland tatsächlich auf eine Produktionskürzung ein?

Doch soll die russische Produktion auf dem aktuellen Niveau nur eingefroren werden oder geht es tatsächlich um eine freiwillige Senkung. Ich bin da skeptisch. Zum einen gibt es viele private russische Öl-Unternehmen. Zum anderen hat der größte staatliche russische Ölkonzern Rosneft einer Förderkürzung heute eine Absage erteilt.

Der Rosneft-Chef Igor Setschin sagte, er werde sich nicht an einer Vereinbarung zwischen der Opec und anderen Ölförder-Ländern beteiligen. „Warum sollten wir das tun?“ Nun, vielleicht weil Rosneft seine Produktion ohnehin nicht ausgeweitet hat.

Fazit: Ebenso schnell wie spekulative mit ihren Long-Positionen auf einen steigenden Ölpreis gewettet haben, können diese auch wieder abspringen. Damit bleibt uns das Überangebot an Öl weiter erhalten.

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Über den Autor Volkmar Michler

Volkmar Michler, Jahrgang 1964, ist langjähriger Leiter der deutschen Trader-Redaktion. Er studierte Jura, Politik und Geschichte und absolvierte ein betriebs- und volkswirtschaftliche Zusatzausbildung.

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