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Kommt jetzt der Ausverkauf beim Ölpreis?

Autofahrer werden sich freuen, Anleger nicht. Der Ölpreis hat in den letzten Tagen seine Talfahrt weiter fortgesetzt. Seit Wochenbeginn hat der Ölpreis rund -10% an Wert verloren. Das ist der größte Wochenverlust seit einem Jahr.

Mitte April stand der Ölpreis noch bei knapp 56 US$, jetzt ist er bis auf 48 US$ gefallen.

Ölpreis5.5.17 (002)

Damit ist der seit letztem Herbst gültige Aufwärtstrend eindeutig gebrochen, wie Sie an der grünen Linie erkennen. Der Ölpreis folgte schon immer seinen eigenen charttechnischen Regeln. Auf eine scharfe Korrektur von mehreren US-Dollar folgt häufig ein explosionsartiger Ausbruch.

Dieses Muster wiederholt sich immer wieder. Nachdem der Ölpreis zwischen Januar und März oberhalb der Unterstützung bei 55 US$ per Saldo seitwärts notierte, folgte erst ein kurzer Ausbruch und jetzt der Absturz.

Warum befindet sich der Ölpreis wieder im Abwärtssog?

Charttechniker reiben sich verwundert die Augen. So schnell wird aus einem Aufwärtstrend ein Abwärtstrend. Wenn der Abwärtssog weiter anhält, kann der Ölpreis sogar bis zur nächsten Unterstützung im Bereich von 45 US$ fallen. Was hat den Absturz der letzten Tage ausgelöst?

Opec wird die Förderkürzung verlängern

Einen konkreten Auslöser gibt es nicht. Die Lagerbestände in den USA sind gegen den saisonal üblichen Trend gefallen und die Opec spricht mittlerweile offen darüber, ihre Förderkürzung zu verlängern.

Um den Ölpreis zu stabilisieren, halte ich diese Maßnahme für sehr wahrscheinlich. Denn der Markt macht sich insgesamt Sorgen, über ein wieder zunehmendes Überangebot.

Preisrutsch ist übertrieben

Ich halte den derzeitigen Preisrückgang aber für übertrieben. Ich rechne mit einer baldigen Gegenbewegung, wie wir dies beim Ölpreis schon häufig erlebt haben.

Hinzu kommt: Mit Billig-Öl ist letztendlich keinem gedient. Je niedriger der Ölpreis desto mehr wird es die Wende zu mehr Elektro-Mobilität erschweren.

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Über den Autor
Volkmar Michler

Volkmar Michler, Jahrgang 1964, ist langjähriger Leiter der deutschen Trader-Redaktion. Er studierte Jura, Politik und Geschichte und absolvierte ein betriebs- und volkswirtschaftliche Zusatzausbildung.

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