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Erdöl: Überangebot bleibt bis Mitte 2017

Die Ölpreise standen in der vergangenen Woche, wie erwartet, unter Druck. Weiterhin ist es das globale Überangebot, welches die Preise belastet.

So geht die OPEC beispielsweise in ihrem aktuellen Monatsbericht von einem höheren Nicht-OPEC-Angebot im kommenden Jahr aus und hat dementsprechend ihre Prognose für den Bedarf an OPEC-Öl im kommenden Jahr um 530.000 Barrel pro Tag nach unten revidiert.

Gemessen an der aktuellen OPEC-Produktion von 33,24 Millionen Barrel pro Tag ergibt sich damit ein Überangebot von 760.000 Barrel pro Tag in 2017.

Auch die Internationale Energieagentur IEA zeigt sich pessimistisch. Laut IEA verschiebt sich der Zeitpunkt bis der globale Ölmarkt ein ausgeglichenes Niveau erreicht auf Mitte 2017. Grund dafür ist eine um 100.000 Barrel pro Tag weniger stark steigende Ölnachfrage in 2016 und ein 100.000 Barrel pro Tag höheres Nicht-OPEC-Angebot sowohl in 2016 als auch in 2017.

Damit sinkt der Bedarf an OPEC-Öl um 200.00 Barrel pro Tag in 2016 und 300.000 Barrel pro Tag in 2017. Allerdings hat die OPEC laut IEA ihre Förderung in den letzten Monaten zu stark erhöht.

Im August produzierte die OPEC rund 33,5 Millionen Barrel pro Tag, das entspricht einem Anstieg von 700.000 Barrel pro Tag gegenüber Mai 2016. Hätte die OPEC dieses Niveau beibehalten wäre der Markt schon heute ausgeglichen.

Auch aus den USA sind die Nachrichten eher durchwachsen. So geht zwar die US-Energiebehörde EIA weiterhin von einem Rückgang der US-Schieferölproduktion aus. Doch Tatsache ist, dass die Bohraktivität in den USA wieder zugenommen hat.

Wie Baker Hughes berichtet ist die Zahl der aktiven Ölbohrungen letzte Woche zum elften Mal in den letzten 12 Wochen gestiegen und erreichte das höchste Niveau seit 7 Monaten. Wie das US-Energieministerium berichtete sind die US-Rohöllagerbestände in der vorletzten Woche zwar überraschend um 559.000 Barrel gesunken.

Doch stattdessen stiegen die Ölprodukte-Lagerbestände massiv an. So legten allein die Destillatebestände um starke 4,6 Millionen Barrel zu. Das entspricht dem stärksten Lageraufbau seit Januar. Die Destillatebestände liegen damit nun auf dem höchsten Niveau für diese Jahreszeit seit 6 Jahren.

Brent zur Lieferung im November handelt aktuell bei 46,05 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im November notiert aktuell bei 43,76 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Wochen-Ausblick

Kurzfristig bestehen kaum Gründe die für steigende Preise sprechen und so lange sich nicht auf der Angebotsseite eine nachhaltige Entwicklung in Richtung des Abbaus des bestehenden Überangebots zeigt, dürfte das Preisniveau eher gedämpft bleiben. Längerfristig wird es allerdings irgendwann ein Abbau des Überangebots geben.

Dafür sprechen die sinkenden Investitionen in die Öl- und Gasförderung. Laut IEA sind diese in diesem Jahr schon um 24% rückläufig, nachdem sie bereits im Vorjahr um 25% gesunken waren. Zwei aufeinanderfolgende Jahre mit sinkenden Explorationsausgaben hat es nach Angaben der IEA in den letzten 40 Jahren noch nie gegeben.

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Über den Autor Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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