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Erdöl: Lagerbestände bleiben hoch

Die Ölpreise haben sich in der vergangenen Woche tendenziell schwächer entwickelt. Grund dafür ist das vorhandene Überangebot und die weiterhin hohen OECD-Lagerbestände, sowie die Unsicherheit in Bezug darauf, dass die Produktionskürzungen der OPEC überhaupt zu einer signifikanten Reduktion des Überangebots führen werden.

Während Saudi-Arabien und die Golfstaaten sich zwar vorbildlich an die Umsetzung der Produktionskürzungen halten, gilt das allerdings nicht für andere OPEC- und Nicht-OPEC-Staaten die sich zu einer Kürzung bereit erklärt hatten. So will beispielsweise der Irak zwar seine Ölexporte aus dem Süden des Landes im Januar deutlich reduzieren, hat aber bereits für Februar wieder eine Ausweitung seiner Exporte auf ein neues Rekordniveau angekündigt. Auch Russland, das seine Ölproduktion eigentlich um 300.000 Barrel pro Tag senken wollte, scheint es mit der Umsetzung nicht gerade eilig zu haben.

Daneben stehen dann noch die Staaten, die von der Produktionskürzung sowieso ausgenommen sind, wie beispielsweise Nigeria. Das Land berichtete nun von einem unerwartet deutlichen Anstieg seiner Ölproduktion um 400.000 Barrel pro Tag. Bleibt dieses Niveau erhalten, dann bleibt der globale Ölmarkt auch wenn alle beschlossenen Kürzungen tatsächlich vollumfänglich umgesetzt würden, in der ersten Jahreshälfte 2017 weiterhin überversorgt.

Hinzu kommt dann auch noch die US-Produktion. Hier zeichnet sich bereits laut dem aktuellen Drilling Productivity Report der US-Energiebehörde EIA ab, dass das aktuelle Ölpreisniveau bereits ausgereicht hat, um in der Schieferölproduktion die Trendwende nach oben einzuläuten. Wie die EIA berichtet ist die Produktion in den letzten Monaten deutlich gestiegen. So ging die EIA im Vormonat für Januar noch von einer Produktion von 4,54 Millionen Barrel pro Tag aus, aktuell ist das Produktionsniveau aber auf 4,71 Millionen Barrel pro Tag gestiegen. Im Februar soll die Schieferölproduktion um weitere 40.000 Barrel pro Tag steigen.

Auch die weiterhin steigenden US-Lagerbestände deuten in die gleiche Richtung. Wie das US-Energieministerium berichtet sind die US-Rohöllagerbestände in der vorletzten Woche um 2,4 Millionen Barrel gestiegen. Die Benzinbestände stiegen sogar um massive 6 Millionen Barrel.

Brent zur Lieferung im März handelt aktuell bei 55,49 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im März notiert derzeit bei 53,25 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Auch wenn einige OPEC-Staaten die Produktionskürzungen vorbildlich umsetzen, gibt es derzeit keine Garantie dafür, dass dies tatsächlich ausreichend sein könnte um die Überschüsse im globalen Ölmarkt zu reduzieren, geschweige denn die extrem hohen Lagerbestände abzubauen. Dementsprechend erwarte ich weiterhin keine nachhaltige Erholung in den Ölpreisen. Das Preisniveau dürfte entsprechend vorerst weiterhin um die 50 US-Dollar-Marke schwanken.

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Über den Autor Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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