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Die Welt ertrinkt in Öl – findige Unternehmen verdienen daran

Die „TI Oceania“ ist kein normaler Tanker.

Mit einem Fassungsvermögen von drei Millionen Barrel bzw. fast einer halben Milliarde Liter ist die TI Oceania einer der größten Tanker der Welt. D

ie „Nave Synergy“ gehört ebenfalls in diese Kategorie. Der Öl-Konzern Shell buchte mit der „Xin Run Yang“ und der „Xin Tong Yang“ gleich zwei Tanker der Superklasse.

Alle diese Öltanker haben eines gemeinsam: Sie liegen vor Anker. Allerdings nicht außer Dienst, sondern randvoll mit Öl.

Ölhändler haben die Meere als Lagerstätte entdeckt

Wenn wir den Stimmen am Markt glauben können, sind die meisten Lager an Land inzwischen zum Bersten voll. Offensichtlich stimmt dies nicht ganz, aber viel dürfte wirklich nicht mehr in die Lager passen.

Deswegen weichen immer mehr Ölhändler auf das offene Meer auf. Aufgrund der Ölkrise sind die Charterraten derzeit noch niedrig, so dass eine Lagerung auf See durchaus attraktiv ist.

Besonders dann, wenn das „Contango“ wie aktuell recht hoch ist. Als Contango bezeichnet man die Differenz zwischen Futurepreis und aktuellem Marktpreis, wenn der Futurepreis höher als der Marktpreis notiert. Aktuell ist dies der Fall, da viele Händler nach dem scharfen Preiseinbruch mit einer Erholung rechnen.

Reedereien und Anleger profitieren

Für die Reedereien ist dies ein gutes Geschäft. Gerade ältere Schiffe können so zu langfristigen Konditionen (in der Regel für 12 Monate) vermietet werden und bringen so ohne Fahrdienst regelmäßige Einnahmen.

Auch wenn die Charter-Preise mit unter 40.000 US$/Tag unter den bisherigen Charterraten für Öltanker liegen, geht es den Öl-Reedereien deutlich besser, als den Reedereien die Containerschiffe betreiben. Hier sind die Frachtraten auf ein erneutes Allzeittief abgestürzt.

Diese positive Unterscheidung kann sich auch für Anleger lohnen. Aufgrund des schlechten Umfelds für Containerschiffe und dem niedrigen Ölpreis sind auch für Öltanker-Reedereien die Bewertungen nicht in den Himmel geschossen.

Nordic American Tankershat soeben erst seine Quartalsdividende bestätigt.  Basierend auf dem Gesamtjahr 2015 liegt die Dividendenrendite derzeit bei 11,9%. Wird die letzte Quartalsdividende beibehalten, winkt sogar eine noch höhere Rendite. AuchFrontline ist für Anleger unter diesem Aspekt einen Blick wert.

Vorsicht bei direkten Öl-Investitionen

Anleger, welche direkt auf einen steigenden Ölpreis setzen wollen, müssen derzeit aufpassen. Ölzertifikate mit Endloslaufzeit müssen nämlich, in der Regel quartalsweise, von einem Future-Kontrakt in den nächsten gerollt werden.

Aufgrund des überdurchschnittlich hohen Contangos sind so genannte „Rollverluste“ quasi vorprogrammiert. Nur wenn der Ölpreis sich deutlich schneller erholt als dies in den Future-Erwartungen abgebildet ist, können Anleger mit Ölzertifikaten verdienen.

Meine Meinung: Der Ölmarkt ist derzeit schon kompliziert genug. Machen Sie es sich mit unpassenden Ölzertifikaten nicht noch extra schwer. Tanker-Aktien bieten eine interessante Alternative und dürften auch bei einem steigenden Ölpreis weiter profitieren.

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Über den Autor André Doerk

André Doerk ist Chefanalyst des Rohstoff Investors und des Global Highflyer Investors. Der Berliner Finanz- und Börsenspezialist reist regelmäßig zwischen den verschiedenen Finanzzentren der Welt.

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