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Ölpreis auf Talfahrt und Gold glänzt weiter

Die Ölpreise sind in der vergangenen Woche deutlich gesunken. Grund dafür dürften in erster Linie weiterhin die Nachwirkungen der Brexit-Entscheidung sein, die weiterhin Unsicherheit in den Märkten verbreiten und neben fallenden Aktienmärkten auch andere „Risikomärkte“ wie den Ölmarkt unter Druck setzen.

Daneben bestehen allerdings auch fundamentale Beweggründe die gegen eine weitere schnelle Aufwertung der Ölpreise sprechen. So macht das Preisniveau um 50 US-Dollar pro Barrel für einige Schieferölunternehmen in den USA die Ausweitung der Bohrungen wieder interessant. Wie Baker Hughes berichtet ist die Zahl der aktiven Ölbohrungen in den USA in der vorvergangenen Woche um 11 gestiegen. Das ist der vierte Anstieg in den letzten 5 Wochen und auch der stärkste in diesem Jahr.

Zudem hat die OPEC ihre Ölproduktion im Juni auf ein neues Mehrjahreshoch bei 32,82 Millionen Barrel pro Tag gesteigert. Und in Norwegen wurde eine Einigung über ein Lohangebot zwischen der Arbeitern und Betreibern der Ölplattformen und Bohrindustrie akzeptiert, so dass es dort wohl keine Lieferunterbrechungen geben wird.

Auf der anderen Seite dürfte die hohe OPEC-Produktion wohl nicht auf diesem Niveau verharren, da der Anstieg größtenteils auf Nigeria zurückzuführen ist, wo aber nach wie Anschläge auf die Ölinfrastruktur zu befürchten sind.

Die jüngsten Terroranschläge durch den IS in Saudi-Arabien ignorierte der Markt ebenso, wie den Rückgang der US-Rohölvorräte um 2,2 Millionen Barrel in der vorvergangenen Woche. Auch die US-Rohölproduktion sank laut US-Energieministerium um fast 200.000 Barrel pro Tag in der vorvergangenen Woche. Das entspricht dem stärksten Rückgang seit der Hurrikansaison 2013.

Brent zur Lieferung im September handelt aktuell bei 46,44 US-Dollar pro Barrel an der ICE. WTI zur Lieferung im August handelt derzeit bei 45,00 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Weiterhin bleiben die Märkte volatil, der Ölmarkt anfällig für Rückschläge so lange die Unsicherheit an den Märkten vorherrscht. Fundamentale Faktoren können dann zeitweilig ausgeschaltet werden.

Edelmetalle: Gold

Der Goldpreis konnte in der vergangenen Woche weiter zulegen und erreichte zur Wochenmitte ein Hoch bei 1.375 US-Dollar pro Feinunze. Unterstützend wirkt die Unsicherheit um das Brexit-Referendum, das für eine verstärkte Nachfrage nach dem Sicheren Hafen Gold sorgt.

Dies geht einher mit beständig wachsenden Zuflüssen in die Gold-ETFs. So haben die Bestände der von Bloomberg erfassten ETFs in der vergangenen Woche zusammen genommen erstmals seit 3 Jahren wieder die Marke von 2.000 Tonnen überschritten. Damit halten die Gold-ETFs nun die weltweit sechstgrößten Goldreserven, nach den USA, Deutschland, dem IWF, Italien und Frankreich.

Auch die physische Nachfrage zeigt sich weiterhin stark. So haben zum Beispiel die USA im ersten Halbjahr mit 501.000 Unzen Gold rund 81% mehr verkauft als im Vorjahreszeitraum. Gold handelt aktuell bei 1.365,40 US-Dollar pro Feinunze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Der Goldpreis dürfte angesichts der vorherrschenden Brexit-Unsicherheit auch weiterhin gut unterstützt bleiben.

Industriemetalle: Nickel

Die Industriemetallpreise bewegten sich in der vergangenen Woche volatil und uneinheitlich. Während beispielsweise Kupfer eher unter Druck geriet, entlang der Brexit-Unsicherheiten einerseits und steigender LME-Lagerbestände andererseits, konnte Nickel dagegen im Wochenvergleich zulegen. Grund dafür sind die jüngsten Entwicklungen auf den Philippinen.

Dort hat die neue Umweltministerin, eine bekennende Umweltschützerin und Anti-Minen-Aktivistin, die Minengesellschaften einer harten Überprüfung unterzogen. Als erstes Resultat wurden in der vergangenen Woche nun zwei Nickelminen vorübergehend die Betriebserlaubnis entzogen, da sie gegen Umweltvorschriften verstoßen.

Zudem hat die neue Regierung die Vergabe von Explorationsgenehmigungen gestoppt. Nickel handelt aktuell bei 4,48 US-Dollar pro Pfund.

Nickelpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: infomine.com

Ausblick

Der Nickelpreis dürfte übergeordnet weiterhin Unterstützung erhalten.

Agrarrohstoffe: Zucker

Der Zuckerpreis stand in der vergangenen Woche unter Gewinnmitnahmen. Auch der zeitweilig etwas schwächere brasilianische Real dürfte zum Druck auf den Zuckerpreis beigetragen haben.

Fundamental bleibt der Markt allerdings nach wie vor in einer Defizitsituation. So geht die Internationale Zuckerorganisation ISO für 2015/16 von einem weltweiten Defizit in Höhe von 6,7 Millionen Tonnen im Zuckermarkt aus. Für 2016/17 erwartet die ISO ein Defizit in Höhe von 3,8 Millionen Tonnen.

Das Analysehaus Datagro hatte seine Defizitprognose für 2016/17 zuletzt sogar auf 7,1 Millionen Tonnen angehoben. Zucker zur Lieferung im Oktober handelt aktuell bei 19,59 US-Cent pro Pfund an der ICE.

Zuckerpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Der Zuckerpreis dürfte übergeordnet weiterhin unterstützt bleiben.

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Über den Autor Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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