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Öl und Gold steigen

Energie: Erdöl

Die Rohölpreise stiegen in der vergangenen Woche deutlich an.

So legte der Preis sowohl für ein Barrel Brent-Öl, wie auch für ein Barrel WTI-Öl im Verlauf der Woche jeweils um über 11% zu.

Preisunterstützend wirkten zum einen ein unerwartet deutlicher Abbau der US-Rohöllagerbestände, sowie die vor allem von Seiten Kuwaits geäußerte Zuversicht für eine Einigung bei dem kommenden Treffen der Öl produzierenden Länder.

Wie das US-Energieministerium berichtete, sind die US-Rohöllagerbestände in der vorvergangenen Woche um deutliche 4,9 Millionen Barrel gesunken.

Das entspricht dem ersten Lagerabbau seit Anfang Februar und dem stärkten Abbau seit Beginn des Jahres. Hierzu trug eine höhere US-Rohölverarbeitung bei, die auf das höchste Niveau seit Anfang Januar gestiegen war. Außerdem sank erneut die US-Rohölproduktion um weitere 14.000 Barrel auf nunmehr nur noch 9 Millionen Barrel pro Tag.

Von Seiten der OPEC zeigt sich man sich unterdessen zuversichtlich, dass das geplante Treffen in Doha am 17. April fruchtbar verlaufen wird und man sich auf gemeinsame Produktionsobergrenzen einigen kann.

So äußerte sich zumindest die kuwaitische OPEC-Gouverneurin. Doch auch andere OPEC-Delegierte bliesen ins gleiche Horn. Diese Zuversicht spiegelte sich offensichtlich auch in der Preisentwicklung wieder.

Brent-Öl zur Lieferung im Juni handelt aktuell bei 41,89 US-Dollar pro Barrel an der ICE. WTI-Öl zur Lieferung im Mai notiert aktuell bei 39,64 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

Öl

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Die Ölpreise bleiben trotz der preisunterstützenden Vorgaben aus den USA anfällig für Preisschwankungen. Die hohe Netto-Long-Position der Spekulanten birgt das Risiko für stärkere Gewinnmitnahmen, sollte die Nachrichtenlage nicht genügend Futter für weitere Preisanstieg hergeben.

Edelmetalle: Gold

Der Goldpreis konnte in der vergangenen Woche ebenfalls wieder zulegen und stieg zum Ende der Woche zeitweilig auf deutlich über 1.240 US-Dollar pro Feinunze. Unterstützung erhielt der Goldpreis einerseits durch eine verstärkte Risikoaversion der Marktteilnehmer und andererseits durch die Notenbanken.

So hatte die US-Notenbank FED in der letzten Woche die Protokolle ihrer letzten Sitzung veröffentlicht. Hierin betonten die Währungshüter zum einen eine langsame Vorgehensweise im begonnenen Zinserhöhungszyklus weiterführen zu wollen. Zum anderen wurde auch deutlich auf die globalen Konjunkturrisiken hingewiesen.

Einhergehend damit zeigten sich sowohl Aktienmärkte, als auch Anleiherenditen schwach, was dem Goldpreis Unterstützung bot. Dazu gehörten auch erneute ETF-Zuflüsse. Gold handelt aktuell bei 1.238,40 US-Dollar pro Feinunze.

Goldpreis in USD/Feinunze in der letzten Woche

Gold_1

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Gold dürfte angesichts der weiterhin vorherrschenden Risiken, sowie der Nullzinspolitik der meisten Notenbanken weltweit weiterhin Unterstützung erhalten.

Industriemetalle: Zinn

Der Zinnpreis, der zunächst entlang der übrigen Metallpreise, zu Beginn der vergangenen Woche ebenfalls weiter abgeben musste, konnte zum Ende der Woche wieder deutlich zulegen.

Für Druck auf die Metallpreise sorgt derzeit die gestiegene Risikoaversion der Marktteilnehmer, mit den gestiegenen Konjunkturängsten und somit der Sorge in Bezug auf eine schwache Nachfrage.

Dagegen spricht die fundamentale Realität am Zinnmarkt eine andere Sprache. Dort steuert der Weltmarkt auf ein deutliches Angebotsdefizit zu. Ausschlaggebend dafür ist zum größten Teil Indonesien, das seine Zinnexporte deutlich zurückgefahren hat.

Den aktuellen in der vergangenen Woche veröffentlichten Daten des indonesischen Handelsministeriums zufolge, sind die indonesischen Zinnexporte im März weiter eingebrochen und liegen mit gerade einmal 2.719 Tonnen rund 61% unter jenen des Vorjahresmonats.

Seit Jahresbeginn hat Indonesien damit im Durchschnitt knapp 3.200 Tonnen Zinn pro Monat exportiert. Wie das International Tin Research Institute schätzt, müsste Indonesien allerdings mindestens 8.000 Tonnen monatlich exportieren, damit der Weltmarkt nur ein ausgeglichenes Niveau erreicht. Zinn handelt derzeit bei 7,51 US-Dollar pro Pfund.

Zinnpreis in USD/Pfund in der vergangenen Woche

Zinn

Quelle: infomine.com

Ausblick

Angesichts der fundamentalen Ausgangslage am Zinnmarkt dürfte der Zinnpreis weitere Unterstützung erhalten.

Agrarrohstoffe: Zucker

Der Zuckerpreis hatte in den vergangenen Wochen seit dem Peak bei 16,71 US-Cent am 23. März deutlich Federn lassen müssen. Ausschlaggebend dafür war ein schwacher brasilianischer Real, der die Exporte von Zucker aus Brasilien attraktiver macht und damit die Produktion von Zucker aus Zuckerrohr, anstelle der Produktion von Ethanol forciert.

In der vergangenen Woche ist allerdings wieder etwas Leben in den Markt gekommen und die zugrundeliegende fundamentale Ausgangslage am Weltmarkt scheint den Preisverfall allmählich stoppen zu können.

Schließlich ist weiterhin mit einem massiven Defizit am Weltmarkt zu rechnen, angesichts der Schäden die El Nino besonders an den Ernten in den asiatischen Produzentenländern verursacht hat und der damit einhergehenden rückläufigen Weltproduktion.

Die Analysten von Green Pool Commodity Specialists aus Australien erwarten beispielsweise allein für die kommende Saison 2016/17 ein Weltmarkt-Defizit von 4,95 Millionen Tonnen. Für die aktuelle Saison 2015/16 haben die Analysten zuletzt ihre Schätzung sogar noch einmal um deutliche 2,51 Millionen Tonnen auf 6,65 Millionen Tonnen nach oben korrigiert.

Zucker zur Lieferung Mai handelt aktuell bei 14,77 US-Cent pro Pfund an der ICE.

Zuckerpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

Zucker

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Der Zuckerpreis dürfte angesichts der fundamentalen Ausgangslage und des zuletzt deutlichen Preisrückgangs bald wieder Unterstützung finden.

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Über den Autor Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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