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Kupferpreis: Jetzt Korrektur nach Intradaywende?

Die Finanzmärkte versuchen sich derzeit an einer ersten Einschätzung der wirtschaftlichen Auswirkungen der neuen US-Präsidentschaft Trump. Diese Einschätzung ist genauso widersprüchlich wie der Kandidat selbst. US Small Caps steigen, während High Yield Bonds fallen. Kupfer, US-Transportindex, US-Dollar und US-Zinsen steigen (allesamt Inflationsindikatoren), doch Gold und Silber fallen. Offenbar geht es an den Märkten derzeit eher darum, der erste in einem hoffentlich neuen Trend zu sein. Nicht darum, den richtigen Trend erwischen.

Dazu passt folgende Anekdote sehr gut: Es wird berichtet, dass Hedgefonds Manager Carl Icahn die Wahl-Party der Republikaner verlassen haben soll, um noch in der Wahlnacht für eine Milliarde US-Dollar US-Aktien zu kaufen. Hedgefonds Manager Stanley Druckenmiller stößt ins gleiche Horn. Er sei bullisch für den US-Dollar und US-Aktien, und er erwartet steigende US-Zinsen und ein deutlich anziehendes Wachstum.

Trump bringt Wachstum, wieviel wird man erst sehen müssen

Mit der letzteren Einschätzung

teile ich voll und ganz. Mit etwas Glück (und Vernunft sowie den richtigen Beratern) wird Trump der neue Reagan („aus Donald wird Ronald“), der in den 1980er Jahren den Grundstein für den wohl größten Aufschwung der US-Geschichte gelegt hatte. An der ersten, in sich widersprüchliche Börsenreaktion, die zudem starke Züge einer kurzfristigen Übertreibung enthält, müssen die Märkte jedoch noch arbeiten. Setzen, fünf, das Geschmiere schreibt Du noch mal!

Bestes Beispiel ist der Kupferpreis. Seit Jahren im Abwärtstrend begriffen, erwachte dieser vor allem nach der US-Wahl urplötzlich zu neuem Leben. Und dann gab’s kein Halten mehr. In nur einer Handelswoche verteuerte sich US-Kupfer in der Spitze um satte 20 Prozent! Ja, Trump will unglaubliche Summen in die US-Infrastruktur investieren. Aber wenn der Kupferpreis in diesem Tempo weiterstiegt, müssten die Amerikaner ihre neuen Straßen mit Kupfer pflastern um diese Geschwindigkeit auch nur ansatzweise zu rechtfertigen.

US-Kupfer im Tageschart

Nach Intradaywende: Korrektur beim Kupferpreis angelaufen

Das wurde am Freitag wohl auch dem Markt klar. Da ereignete sich eine gewaltige Intradaywende (so ganz „nebenbei“ die größte in der Geschichte des Kupferpreises). Kupfer schloss nach zeitweiligem Höhenflug fast 10 Prozent unterhalb seiner Tageshochs. Damit dürfte jetzt eine Korrektur der vorangegangenen Übertreibung begonnen haben. Der Kupferpreis dürfte kurzfristig fallen. Wobei jegliche Prognosen in einem so irren und extrem nachrichten gertibenen Umfeld von jehr schwierg sind.

Die gute Nachricht ist eher mittelfristiger Natur: Mit dem zuletzt erreichten, neuen Jahreshoch bricht der Kupferpreis aus seiner jahrelangen Abwärts-Spirale nach oben aus und beginnt einen neuen Bullenmarkt. Da Kupfer gleichzeitig ein starker konjunktureller Frühindikator ist, dürfte auch die Weltwirtschaft aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen. Die Märkte preisen ein, dass Prinz Trump diese wachküsst. Sobald kurzfristige Übertreibungen korrigiert wurden ergeben sich somit fantastische neue Einstiegschancen in voraussichtlich jahrelang laufende, neue Trends.

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Über den Autor
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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