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Kettenpreisindizes

Liebe Leser,

nachdem wir uns gestern mit einigen der Qualitätsbereinigungsverfahren bei der Ermittlung der Veränderung in der Verbraucherpreisstatistik beschäftigt haben, möchte ich heute wie versprochen zunächst noch auf die Kettenpreis-Indizes zu sprechen kommen, sowie konkret im 2. Teil auf die Unterschiede zwischen dem als Kettenpreis- Index ermittelten HVPI und dem nationalen VPI in Deutschland.

Kettenpreisindizes

Oder auch Chain Prices genannt!

Worum geht’s?!

Zunächst einmal baut ein Kettenpreisindex auf der Indexermittlung durch einen unserer Grundindizes“ auf. Also auf dem Index nach Laspeyres oder Paasche.

Es wird also entweder ermittelt, was die im Vorjahr gekauften Waren im aktuellen Jahr kosten (nach Laspeyres) oder was die im aktuellen Jahr gekauften Waren im Vorjahr gekostet haben (nach Paasche).

Der Knackpunkt ist allerdings, dass zur Berücksichtigung aktueller Konsumgewohnheiten der zugrunde liegende Warenkorb in jedem Berichtszeitraum (also jedes Jahr) ebenfalls aktualisiert wird. Es wird also in jedem Jahr ein anderer Warenkorb zugrunde gelegt, oder besser gesagt eine andere Gewichtung.

Dadurch entsteht natürlich der Nachteil, dass die Ergebnisse so von Jahr zu Jahr nicht direkt vergleichbar sind. Aus diesem Grund wendet man hier eine Verkettung an um eine langfristige Betrachtung im Vergleich zu ermöglichen.

Kettenpreisindex in der Praxis

Grundsätzlich wird der Harmonisierte Verbraucherpreisindex in der EU als Kettenpreis-Index auf Laspeyres-Basis erhoben. Mit Hilfe dieses Index, der auf einem EU-weit einheitlichen Warenkorb beruht, versucht man den Unterschieden der nationalen Indizes entgegen zu wirken.

So wird in den EU-Ländern neben dem nationalen Verbraucherpreisindex auch jeweils ein nationaler Harmonisierter Verbraucherpreisindex berechnet. Auf deren Grundlage berechnet dann wiederum Eurostat die Verbraucherpreisindizes für den EU-Wirtschaftsraum.

In Deutschland wird der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) seit 1997 berechnet.

Kritik

Das statistische Bundesamt schreibt: Der jährliche Wechsel der Gewichte für den HVPI ist eine Konsequenz seiner Konstruktion als Kettenindex.

Daraus ergibt sich meiner Meinung nach allerdings die Frage nach der theoretischen Berechtigung solch einer Verkettung von Indizes. Denn tatsächlich widerspricht die Einbeziehung von Mengenentwicklungen in die Erstellung der Preisreihen, ja dem eigentlichen Ziel eine reine Preisentwicklung wiederzugeben.

Auf der anderen Seite ändern sich natürlich tatsächlich Konsumgewohnheiten über die Zeit, was natürlich berücksichtigt werden muss. Wenn aber vielfältige Preisreihen über einen längeren Zeitraum hinweg aktuell gehalten werden sollen gibt es im Moment keine Alternative zur Verkettung.

Allerdings sollte eine der Verkettung zugrunde liegende Veränderung in der Gewichtung sorgfältig geschehen und nur wenn es wirklich notwendig ist (ich kann beispielsweise durchaus nachvollziehen wenn Schweineleber heutzutage weniger stark gewichtet wird als Salami – auch Essgewohnheiten ändern sich, fragen Sie ihre Großeltern 😉 ).

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Über den Autor Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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