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Yellen treibt Gold auf 8-Monats-Hoch

Gestern meldete sich Fed-Chefin Yellen zu Wort.

Ihre Aussagen zu den vorhandenen Risiken für die Weltwirtschaft, insbesondere aufgrund des verlangsamten Wachstums in China, bauen einer Nichtaktivität seitens der Notenbank bei der nächsten Fed-Sitzung vor.

Vor Wochen hatte Yellen ein quartalsmäßiges Zinsanhebungsszenario an die Wand skizziert. Dieses Bild war aber schon in den letzten Tagen in den Köpfen der Marktteilnehmer ausgelöscht worden: Die jüngsten Konjunkturdaten konnten allesamt nicht überzeugen und die Anleger haben reagiert.

Die gestiegene Unsicherheit hat beispielsweise Gold nach über 8 Monaten wieder über die 1.200 US-Dollar-Marke klettern lassen und der US-Dollar verlor so ziemlich gegen jede andere Währung an Wert – schließlich war ein weiterer Zinsanstieg für März schon eingepreist; dies wird jetzt relativiert.

Es ist eben wie in einer Freundschaft: Falsche Versprechen führen ab einem gewissen Punkt zu heftigen Reaktionen. Frau Yellen wird das zwar nicht stören, aber was Aussagen der großen Notenbanken bewirken können, dürfen wir immer wieder erleben – und manchmal muss man sich dabei fragen, ob sich Draghi und Yellen nicht ihrer großen Macht bewusst sind.

EUR/USD im aktuellen Tageschart – CFX Trader

EURUSD_Tageschart

EUR/USD: Auch die Yellen-Aussagen ändern nichts an der gegenwärtigen Euro-Stärke.

Der Euro bleibt also auch nach der Yellen-Rede stark und tummelt sich weiter um die 1,13er-Marke herum. Kann der Widerstand bei 1,1340 aus dem Weg geräumt werden, so ist das Oktober-Hoch bei 1,15 das nächste Ziel der Euro-Bullen.

Marschroute bleibt bestehen

Erst mit einem Bruch der Unterstützung um 1,1210/1,12 ist der aktuelle Bullen-Modus in Gefahr. Solange gilt es also, sich auf die Seite der bullisch eingestellten Marktteilnehmer zu stellen, und Long-Einstiege zu bevorzugen – also den Euro zu kaufen, wenn markante Unterstützungen angelaufen oder wichtige Widerstände nach oben durchbrochen werden.

Das ist die Marschrichtung, mit der wir hier schon in den vergangenen Tagen erfolgreich sein konnten. Ein Taktikwechsel ist erst angebracht, wenn sich die charttechnische Lage verändert hat.

Das Warnzeichen, die Divergenz zwischen Kursverlauf und CCI-Indikators, darf dabei aber nicht aus den Augen verloren werden. Die Party der Euro-Bullen kann also auch schnell wieder vorbei sein.

  • Tagestendenz EUR/USD: aufwärts/ seitwärts
  • Widerstände: 1,13, 1,1340, 1,1380, 1,1440, 1,15
  • Unterstützungen: 1,270, 1,1210/1,12, 1,1145, 1,11, 1,1050, 1,10
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Über den Autor Till Kleinlein

Till Kleinlein ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Er wurde bereits sehr früh vom Börsenvirus infiziert.

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