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Stürzt der Goldpreis jetzt unter 1.200 US$?

Das sieht nicht gut aus. Zumindest charttechnisch.

Die erste schlechte Nachricht lautet: Der Goldpreis hat die wichtige Unterstützung bei 1.250 US$ nach unten durchbrochen, wie Sie an der blauen Linie im Chart unten erkennen.

Und hier kommt schon die zweite schlechte Nachricht: Der Goldpreis ist jetzt auch unter die psychologisch wichtige 200-Tages-Linie gefallen. Das hat dem Goldpreis einen weiteren Abwärtsschub verpasst.

Gold-Chart5.7.17 (002)

Damit rückt jetzt die Marke von 1.200 US$ in den Mittelpunkt. Wenn diese entscheidende Unterstützung nicht hält, ist ein weiteres Absacken bis 1.150 US$ möglich. Ist das aber auch realistisch?

Politische Risiken werden ignoriert

Was charttechnisch denkbar ist, muss fundamental nicht gerechtfertigt sein. Deshalb nutze ich für meine Analysen auch nie nur die Charttechnik. Denn diese berücksichtigt eben gerade fundamentale Aspekte nicht.

So wie die kurzfristig orientierten, spekulativen Gold-Anleger derzeit die fundamentalen Risiken ignorieren.

Kein Störfeuer von Trump? Von wegen!

Im Vorfeld der G20-Gipfels in Hamburg habe es noch keine Störfeuer von Trump gegeben, höre ich in einigen Kommentaren. Als ob die Abwesenheit von Störfeuer schon ein Grund zum Jubeln sei. Die globalen Risiken haben sich ja nicht auf einmal in Wohlgefallen aufgelöst.

Wrestling im Weißen Haus

Und was Trump anbelangt, haben wir die nach unten offene Skala der Zumutung und Unwürdigkeit noch längst nicht erreicht. Es geht noch tiefer.

Das vor wenigen Tagen vom US-Präsidenten verbreitete Wrestling-Video mit dem eingebauten CNN-Logo ist der kaum verhüllte Aufruf zur Gewalt gegen Medien.

Wenn Trump sich schon in seinem absurden Hass gegen die Medien nicht im Griff hat, wie will er sich dann bei den zahlreichen Krisenherden verhalten?

Drei gefährliche Krisen-Signale

Zum Beispiel Naher Osten. Hier spitzt sich die Katar-Krise weiter zu. Zum Beispiel Nord-Korea. Jetzt werden auf beiden Seiten Raketen als Warnung abgeschossen. Zum Beispiel der amerikanische Automarkt.

Die Verkäufe sind jetzt auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2014 zurückgegangen. Im Goldpreis spiegelt sich das nicht. Noch nicht.

Gold kann jederzeit die Richtung wechseln

Keine Frage: Der Goldpreis ist charttechnisch angeschlagen. Der Goldpreis kann jederzeit die Richtung wechseln, was vor allem auf die kurzfristigen spekulativen Gold-Anleger zurück zu führen ist.

Langfristig empfehle ich Ihnen weiter Gold als Absicherung in Ihrem Depot zu halten bzw. Korrekturen zum Einstieg zu nutzen.

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Über den Autor
Volkmar Michler

Volkmar Michler, Jahrgang 1964, ist langjähriger Leiter der deutschen Trader-Redaktion. Er studierte Jura, Politik und Geschichte und absolvierte ein betriebs- und volkswirtschaftliche Zusatzausbildung.

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