MenüMenü

Neue Gold-Hausse läuft

In meinem gestrigen Beitrag hatte ich Ihnen geschrieben, dass Hyperinflation und Währungsreform ökonomische Gesetze von Papiergeldsystemen wie dem Euro sind und dass solche Systeme im Durchschnitt nach 60 Jahren zusammenbrechen.

Es kann natürlich auch viel schneller gehen. Als der Euro zu Jahresbeginn 2017 um die 1,03 zum US-Dollar stand und alle Welt von der Parität sprach, war ein solches Szenario durchaus greifbar. Denn für einen Währungskollaps reicht es bereits aus, dass die Märkte das Vertrauen in die betreffende Währung verlieren.

Ich hatte damals dennoch eine Lanze für den Euro gebrochen und prognostiziert, dass dieser sich deutlich erholen würde. Meine Erholungsziele bei 1,15 und 1,20 sind inzwischen alle abgearbeitet. Und nun?

Die aktuelle Euro-Erholung ist nur stimmungsgetrieben

Der Euro hat sich NICHT deswegen so deutlich erholt, weil er eine so tolle Währung wäre. Es handelt sich lediglich um eine stimmungsbedingte Erholung. Der Markt war zu Jahresbeginn 2017 geschlossen pessimistisch für den Euro.

Das musste in einer Gegenbewegung enden. Jetzt ist der Markt fast ebenso pessimistisch für den Dollar wie seinerzeit für den Euro. Es würde mich also nicht wundern, wenn das Pendel in einigen Wochen wieder kräftig zurück schwingt. Wie nachhaltig, muss man dann sehen.

Ich rechne mit einem neuen Abwertungswettlauf der Hauptwährungen. US-Präsident Trump will einen schwachen Dollar, um die US-Exporte anzukurbeln. Er wird den Posten des Notenbankchefs Anfang 2018 entsprechend besetzen.

Neuer Währungskrieg beginnt

Gleichzeitig hat die EZB inzwischen gemerkt, dass eine deutliche Euro-Aufwertung wie seit Jahresbeginn der eigenen Wirtschaft Probleme bereitet. Die deutliche DAX-Korrektur ist ein kleiner Vorgeschmack. Die EZB wird also mehr tun müssen, um den Euro wieder zu schwächen. Ob das erfolgreich gelingt, werden wir sehen.

Erstaunlich war, wie bedeckt sich die beiden Notenbankchefs Draghi (EZB) und Yellen (FED) beim Notenbanktreffen in Jackson Hole Ende August 2017 bezüglich der eigenen Geldpolitik hielten.

Normalerweise geben sie dort Einblick in wichtige Änderungen ihrer Geldpolitik. Dies tat diesmal nur Japans Notenbankchef Kuroda, der in einem Interview sagte, dass Japan nicht darüber nachdenke, seine stimulierende Geldpolitik zu ändern.

FED und EZB jedoch scheuen den Schritt in die Straffung ihrer Geldpolitik aus Angst vor einer damit einhergehenden Währungsaufwertung. Die wiederum Nachteile für die Exportwirtschaft mit sich bringen würde.

Neue Goldhausse wegen Abwertungswettlauf

Die Märkte scheinen das Signal verstanden zu haben. Vor allem der Goldmarkt. Unmittelbar nach Jackson Hole brach der Goldpreis nach einjähriger Flaute nach oben aus – diesmal vermutlich in eine richtig große Hausse. Es handelt sich um das größte Misstrauensvotum der Märkte gegen die Notenbanken seit vielen Jahren!

Goldpreis Wochenchart: Neue Hausse gestartet

dd2009

Denn das Signal der großen Notenbanken ist klar: Lieber wird eine Geldentwertung in Kauf genommen, als das zarte Konjunkturpflänzchen mit einer Währungsaufwertung wieder abzuwürgen.

Der Markt flüchtet also wieder in Sachwerte. Zuerst in Gold, aber auch in Aktien. Das heißt für Sie aber auch: Wenn SIE in Sachwerte flüchten wollen, wird das ab jetzt wieder immer teurer. Ich würde mich also beeilen.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

Regelmäßig Analysen über Rohstoffe erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Henrik Voigt. Über 344.000 Leser können nicht irren.