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Meister-Spekulant Soros wettet gegen Aktien und setzt auf Gold

Der legendäre Hedgefondsmanager George Soros wurde damit berühmt, dass er im Jahr 1992 mit einer großen Spekulation gegen das britische Pfund die Bank of England in die Knie zwang und dabei 1 Milliarde Dollar gewann (Soros` heutiges Vermögen beträgt rund 25 Milliarden Dollar).

Die erst kürzlich veröffentlichten Daten der US-Börsenaufsicht SEC fördern interessante Fakten zutage: Soros wettet derzeit massiv gegen den US-Aktienmarkt – und jetzt gleichzeitig auf eine Fortsetzung der Rally bei Gold. Der 85-jährige Milliardär hat zuletzt große Aktienpakete verkauft.

Er hält derzeit sogar eine große Verkaufsoption auf einen S&P 500 ETF im Marktwert von 431 Millionen Dollar (Stand Ende März 2016) – immerhin rund 9,5 Prozent seines gesamten Portfolios. Hinzu kommt eine Put-Option auf einen Russel 2000 Indexfonds, die rund 4 Prozent in seinem Depot ausmacht.

Seine Anteile am weltgrößten Goldproduzenten Barrick Gold (Einstieg ebenfalls im ersten Quartal 2016) macht inzwischen 5,8 Prozent seines Portfolios aus und ist damit die größte Aktienposition. Darüber hinaus hält Soros eine Call-Option auf Gold, die sich auf zuletzt 2,7 Prozent seines Portfolios belief.

In den meisten Fällen liegt Soros mit seinen Spekulationen richtig, sonst wäre er sein erspekuliertes Milliarden-Vermögen schon längst wieder los. Geht seine Strategie nun auch wieder auf?

Bei Gold teilen wir die bullische Einschätzung von Soros

Was den US-Aktienmarkt angeht, so lag Soros mit einer großen Wette auf fallende US-Aktien im vergangenen Jahr falsch, weil der Kurseinbruch nur von sehr kurzer Dauer (wenige Tage im August) war. Unsere Stimmungsindikatoren zeigen, dass der US-Markt wohl vor der üblichen Durststrecke in den trägen Sommermonaten steht.

Aber einen heftigen Kurseinbruch sehe ich nicht. Vorsichtshalber fahren wir in meinen Börsendiensten im Aktienbereich eine ungewöhnlich hohe Cashquote. Man kann nie sicher sein, dass es in der umsatzarmen Sommerzeit nicht zu einem Blitz-Crash kommt, nur weil jemand „versehentlich“ den falschen Knopf gedrückt hat. Wie zuletzt im Sommer 2010, 2011 und 2015.

Nächste Stufe der Gold-Rally steht bevor

Was Gold angeht, so teile ich die bullische Einschätzung von Meister-Spekulant Soros. Der Goldpreis steckt aktuell in einer Konsolidierung, wie es sie zuletzt im März gab. Im April ereignete sich dann ein entscheidender Ausbruch nach oben, der jetzt „verdaut“ wird.

In Kürze sind neue Jahreshochs bei Gold und Goldminen sehr wahrscheinlich, da der jüngste Rücksetzer innerhalb eines intakten Aufwärtstrends stattfindet und bald auf stärkere Unterstützung trifft. Einzelne Minen-Aktien können dann innerhalb weniger Wochen um 50 Prozent steigen (wie schon während der letzten Rally im April).

Der gesamte Sektor besitzt nach vier Jahren Baisse einen gewaltigen Nachholbedarf. Bezeichnenderweise haben sich die Edelmetalle und Minen trotz überhitzter Stimmung in den letzten Monaten sehr gut geschlagen – klares Zeichen für einen Bullenmarkt.

Gold in US-Dollar, Tageschart

Gold

Ich traue dem Sektor sogar zu, trotz einer bewusst von der US-Notenbank gesteuerten Erholung des US-Dollars weiter zu steigen. Das würde bedeuten, dass Goldpreis und Minenwerte dann auch wieder in Euro gerechnet steigen, was sie seit Februar im Zuge der Dollarabwertung nicht mehr.

Eine Gold-Rally in Euro gerechnet ist längst überfällig, denn die Europäische Zentralbank tut offenbar alles, um den Euro zu zerstören. Jetzt sollen sogar Anleihen von Unternehmen aus der ganzen Welt aufgekauft werden, nachdem der Markt für Staatsanleihen nahezu leergekauft wurde.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert

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Über den Autor Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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