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„Goldpreis fällt wie ein Stein“

Am Montagmorgen kam es zu einem „Flash Crash“ am Goldmarkt. Der Goldpreis brach um 1,6 % ein – nachdem kurz davor das Volumen für Gold-Future-Kontrakte in die Höhe geschossen war.

Innerhalb von einer Minute schoss das Handelsvolumen von Gold auf 1,8 Millionen Unzen. So hoch war das Volumen nicht einmal beim Brexit oder bei der Präsidentschaftswahl von Donald Trump!

Ein „Fat Finger“ soll den Blitz-Crash ausgelöst haben

David Govett, Chef des Edelmetall-Handels bei der Marex Spectron Group in London, sieht als Auslöser für den Blitz-Crash einen so genannten „Fat Finger“ (Dicker Finger) Vorfall. Damit werden Vorfälle bezeichnet, bei denen ein Händler aus Versehen eine fehlerhafte Order auslöst.

In einem Interview mit dem Handelsblatt sagte Govettt:

„Niemand weiß etwas, abgesehen von dem unglücklichen Individuum, das den falschen Knopf gedrückt hat.“

„Goldpreis fällt wie ein Stein“

Innerhalb von Sekunden gab der Goldpreis um 1,6 % nach und notierte bei 1236,43 Dollar – der niedrigste Wert seit dem 16. Mai. Außergewöhnlich ist, wie schnell der Kurs einbrach.

Auch Daniel Briesemann, Rohstoffexperte der Commerzbank, geht von einer falschen Order aus:

„Es verdichten sich Hinweise, dass ein Händler bei der Ordereingabe die Anzahl der Unzen und die Anzahl der Kontrakte vertauscht hat.“

So sei ein Fehler um den Faktor 100 entstanden, der den Kurs in den Keller getrieben hat. Nach Briesemanns Einschätzung kommt solch ein Fehler etwa einmal pro Jahr vor.

Flash Crashs werden in Zukunft immer häufiger zuschlagen

Experten gehen jedoch davon aus, dass solche Flash Crashs in Zukunft häufiger vorkommen werden. Das liegt vor allem daran, dass immer mehr computergestützte Algorithmen und Software in die Märkte eingreifen.

Da diese Programme automatisch auf Marktschwankungen reagieren, fallen auch die Folgen von falschen Ordern dramatischer aus.

„Solche Kursbewegungen werden immer häufiger vorkommen, so wie sich die Dinge entwickeln“, so Edelmetall-Händler Govett.

Andere Experten vermuten hinter dem Flash Crash dagegen eine gezielte Marktmanipulation. Denn interessanterweise werden solche Fat-Finger-Vorfälle normalerweise zügig korrigiert. Das war aber beim Blitz-Crash vom Montag nicht der Fall!

Ob gezielte Manipulation oder Missgeschick – der Goldkurs kann im Sekundenbruchteil völlig unvorhergesehen eine neue Richtung einschlagen. Verstärkt werden diese Schwankungen noch durch die zunehmende Anzahl an Computerprogrammen.

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Über den Autor
Markus Miller

Markus Miller (geb.: 1973) ist ein gefragter Experte, wenn es um das komplexe Thema internationale Vermögensstrukturierung und die globale Steuerung von Vermögenswerten geht.

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