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Goldpreis bricht ein – und nun?

Der Goldpreis brach gestern deutlich ein. Offenbar wurden am Nachmittag zahlreiche Stopps im Bereich der kurzfristig wichtigen Unterstützung um 1300 Dollar gerissen. Es gab zwei Meldungen, die diese Stopp-Loss-Welle auslösten.

Zum einen wolle die FED jetzt ganz plötzlich ganz schnell die Zinsen anheben. Zum anderen wolle auch die EZB über kurz oder lang aus ihrem QE aussteigen. Beide Meldungen erweisen sich beim näherem Hinsehen als völlig haltlos. EUR/USD sowie Aktienmärkte reagierten auch kaum darauf.

Bei den Edelmetallen wurde aber offenbar etwas „nachgeholfen“. Gold riss die Unterstützung der letzten Wochen bei 1300 Dollar, Silber brach um her als 5 Prozent ein, Goldminen verloren sogar 10 Prozent. Das war immerhin der drittgrößte Tagesverlust seit der Finanzkrise 2008! Wie ist es nun charttechnisch um das gelbe Metall bestellt?

Goldpreis US-Dollar Tageschart

gold

Wie Sie im Chart sehen, ist die gemütliche Seitwärts-Konsolidierung der letzten drei Monate nun urplötzlich von einem Ausbruch nach unten abgelöst worden. Das ist kein gutes Zeichen für die nächsten Tage. Hier könnten zunächst weitere Anschlussverkäufe folgen. Zumal wir noch keine echte Panik sehen.

Im mittelfristigen Zeitfenster ist jedoch noch immer alles in Butter. Der Goldpreis notiert oberhalb einer steigenden 200-Tage-Linie selbst formal noch im Aufwärtstrend. Ich erwarte, dass diese Linie einem oder mehreren Tests unterzogen wird und dabei zumindest temporär gebrochen wird.

Nach dem Bruch der 1300er Unterstützung dürfte der Goldpreis nun bei 1250 Dollar Unterstützung finden. Wenn das nicht reicht, steht die Unterstützung bei 1200 Dollar bereit. Dann wäre der Trend aber schon fragwürdig geworden.

Je schneller ein Rebound in Richtung der nun erst einmal deckelnden 1300er Marke erfolgt, umso besser. Richten Sie sich zunächst auf stark schwankende Preise bis zum Monatsende ein. Oktober ist einer der saisonal schwächsten Monate für Gold. November einer der besten.

Vor der US-Wahl am 08. November dürfte es zunächst fortgesetzte Versuche geben, den Goldpreis nicht allzu weit nach oben steigen zu lassen. Danach dürfte es scher werden den Deckel, angesichts einer weiter schwelenden Bankenkrise und einer faktisch unmöglichen Zinswende, weiter unten zu halten.

Zumal die seit dem Sommer fällige Marktbereinigung nun endlich Fortschritte macht. Der Oktober 2016 könnte sich daher im Nachhinein noch als der Zeitpunkt entpuppen, der Ihnen letztmalig günstige Einstiegskurse bei den Goldminen beschert hat.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert

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Über den Autor Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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