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Goldpreis: 8.400 USD/Unze?

Das „barbarische Relikt”, wie Lord John Maynard Keynes in den 1930er Jahren Gold bezeichnet hatte, ist jüngst wieder in die Investmentmode gekommen und über die runde Marke von 1.300 USD/Unze hinweg gestiegen.

Die Frage lautet jetzt: Kann der Goldpreis noch weiter anziehen angesichts der Turbulenzen bei der Supermacht USA in Washington und der sich verschärfenden geopolitischen Spannungen?

Leitzinsen bei null Prozent erleichtern Ihnen die Entscheidung pro Gold

Die Leitzinsen der Notenbanken sind keinesfalls ein Hindernis für einen höheren Goldpreis. Hier ist die Welt geradezu bizarr. Gegen Gold wird stets argumentiert, dass hierauf keine Zinsen gezahlt werden. Das stimmt.

Aber die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) liegen bei null Prozent und der Bankenzins sogar bei minus 0,4 %.

Hier ist bittere Realität, dass Banken für Ihre Guthaben bei der europäischen Notenbank sogar Strafzinsen entrichten müssen, die genannten 0,4 %. Das bedeutet, jede Bank, die bei der EZB Gelder über Nacht parkt, zahlt beispielsweise 1 Mio. € ein und erhält 996.000 € (auf Jahresbasis) zurück.

Das ist in der Menschheitsgeschichte einmalig. Ähnlich ist die Lage in Japan.

Im Vergleich dazu ist die mit null Prozent verzinsliche Goldanlage direkt ein Vorteil. Gold sichert Sie ab gegen Krisen und Ängste. Immer wieder explodiert der Goldpreis nach oben, wenn die internationalen Finanzmärkte erbeben.

Der Goldpreis ist nach harter Korrektur wieder bereinigt – Ihre Chance!

Vor diesem Hintergrund erscheint auch immer mehr Großanlegern wie Hedgefonds und auch Privatanlegern in Europa und Japan ein Kauf von Gold attraktiv.

Der Goldpreis hatte bei rund 1.920 USD/Unze im Sommer 2011 ein bisheriges Hoch und glitt dann bis Ende 2015 auf knapp unter 1.050 USD ab. Silber wurde im Preis mit nach unten gezogen.

Wichtige Hintergründe dazu: Indien, größter Goldkäufer in der Welt, verlor massiv an Kaufkraft, als sich der Wert der Rupie zum US-Dollar halbierte. Und das Wirtschaftswachstum Chinas ging fünf Jahre in Folge zurück und dämpfte gleichfalls die Nachfrage nach dem gelben Edelmetall.

Goldminengesellschaften haben ihre Hausaufgaben gemacht

Zudem kamen die Goldminengesellschaften erheblich unter Druck, da sich die Produktionskosten – langfristig betrachtet – vier Mal schneller nach oben entwickelt hatten als der Goldpreis.

Allein in den fünf Jahren bis einschließlich 2012 kletterten die Produktionskosten der Minenunternehmen mit 15 % pro Jahr dramatisch an. Dann zog das Management sprichwörtlich die Notbremse und übte endlich Kostendisziplin.

Bitcoin beweist – Übertreibungen sind möglich

Gold-Bugs, wie die Fans des Goldes genannt werden, stellen Preisziele für ihr geliebtes Edelmetall auf von 5.000 USD, 10.000 USD und sogar 50.000 USD je Unze.

Begründet wurde das mit dem Anstieg des Goldpreises um den Faktor 25 in der Zeitspanne von 1972 bis 1979, als der Goldpreis von 32 USD auf 850 USD je Unze explodierte. Daraus wird jetzt ein Preisziel von 8.400 USD je Unze abgeleitet.

Über erheblich höhere Preisschätzungen für Gold amüsiere ich mich allerdings nicht. Übertreibungen sind in den Märkten üblich. Nehmen wir als jüngstes Beispiel Bitcoin. Tom Lee von Fundstrat berechnete den theoretischen Wert von Bitcoin auf 50.000 USD je Token.

Ich bin Antizykliker, kein Gold-Bug. Ich schätze das Preisziel für Gold bescheidener auf rund 3.000 USD/Unze. Dann sehen wir weiter.

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Über den Autor
Friedrich Lange

Friedrich Lange ist seit über 30 Jahren an der Börse aktiv und ein überzeugter Antizykliker. Er sucht gezielt nach wenig beachteten Branchen, Trends und Märkten.

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Herausgeber: Investor Verlag | VNR Verlag für die deutsche Wirtschaft AG
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