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Goldkorrektur bietet Kaufgelegenheit

In den letzten Wochen war es schwer, in den Goldmarkt zu kommen. Die aus der BREXIT-Bewegung hervorgegangene, angstgetriebene Goldrally wird nun langsam wieder in eine rationale Phase der umsichtigen und langfristigen Goldkäufe übergehen. Das erleichtert den Einstieg.

Zwischenzeitlich richten sich die Augen der Goldinvestoren wieder stärker auf den

Wechselkurs von USD/JPY. Die Grundsatzüberlegung dahinter ist folgende: Fällt der Yen, liegt dies meist an den großen finanziellen Stimulanzen aus Japan. Diese entfachen bei Investoren weltweit den Risikoappetit und in so einer Phase kommt es von Zeit zu Zeit vor, dass der Goldpreis etwas fällt, während die Aktienkurse eher steigen.

RSD26.07.

Quelle: stockcharts.com

Yen-Rückgang führt zu Goldgewinnmitnahmen

So fiel der Yen nach Diskussionen um weitere Maßnahmen der Notenbank in Japan in der letzten Woche um 6 %. Dieser Rückgang war der größte Wochenverlust seit 1999. Das erhöhte die Risikobereitschaft – vor allem bei den Hedge-Fonds, die nun wieder Aktien kauften und Goldgewinne mitnahmen.

Ende September ist in Japan das Fiskaljahr zu Ende, bis dahin ist noch mit weiteren Währungsinterventionen der Bank von Japan zu rechnen, die den Yen schwächen sollen. Dies hält den Goldpreis kurzfristig zurück.

Umschichtungen in Gold werden sich beschleunigen

Gleichwohl halte ich folgendes Szenario für gültig: wenn nur ein Bruchteil aller weltweit negativ rentierenden Anleihen ins Gold wechseln müsste, würde der Goldpreis viele hundert Dollar pro Unze nach oben gehievt. Wenn nur 5 % aller Negativanleihen-Halter in Gold umschichten, führt dies zu einer zusätzlichen Nachfrage von 500 Mrd. EUR oder 12.000 Tonnen.

Im 1. Quartal wurden bisher nicht einmal 350 Tonnen von Investoren gekauft. Bei dieser Geschwindigkeit würde es 8 Jahre benötigen, bis nur lächerliche 5 % der Negativanleihen oder gar nur 0,5 % aller Staatsanleihen weltweit in Gold umgeschichtet werden könnten.

Darum ist es auch absolut realistisch anzunehmen, dass sich die Goldkäufe und der Preisauftrieb beim Gold noch gehörig beschleunigen werden. Das ist selbstverständlich keine Entwicklung, die in einem Monat vollzogen wird. Aber schneller als die laufende Umschichtungsgeschwindigkeit dürfte es schon noch gehen.

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Über den Autor André Doerk

André Doerk ist Chefanalyst des Rohstoff Investors und des Global Highflyer Investors. Der Berliner Finanz- und Börsenspezialist reist regelmäßig zwischen den verschiedenen Finanzzentren der Welt.

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