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Goldene Zeiten für Anleger und Trader

Nach einem schwachen August stieg der Goldpreis seit Monatsbeginn bereits um rund 4%. Weitere Kursanstiege sind wahrscheinlich, denn es winken die 1.400USD.

Der Goldpreis notiert aktuell auf dem höchsten Stand seit zwei Jahren. Damit setzt der Kurs seinen zu Beginn des Jahres begonnenen Aufwärtstrend fort. Auch die Kursverluste im August entpuppen sich seit Monatsbeginn als eine Konsolidierung.

Der Kurs fiel im Monatstief zwar auf 1.304,13USD, konnte damit aber die wichtige Unterstützung bei 1.300USD verteidigen. Damit schloss der Goldpreis im August den dritten Monat in Folge oberhalb dieser Marke. Das gelang zuletzt vor drei Jahren.

Damals war der Kurs allerdings in einem übergeordneten Abwärtstrend. Seit Beginn dieses Jahres ist nun ein Aufwärtstrend im Gang, der den Goldpreis vom Januartief bei 1.069USD bis zum Julihoch bei 1.375USD um knapp 30% in die Höhe katapultierte.

Goldpreis: Es ist noch Luft nach oben

Dabei ist weiterhin noch Luft nach oben. Denn als nächstes lockt die runde Hundertermarke bei 1.400USD. Und die Umstände sprechen für die Goldbullen. Denn der September ist traditionell ein starker Monat für das Edelmetall.

Das hat mit den Aktienkursen zu tun, die ihrerseits im September oft herbe Verluste einstecken müssen. Das treibt Anleger und Trader zugleich in die Edelmetalle, und allen voran in Gold als sicheren Hafen.

Das derzeitige Niedrigzinsumfeld in den großen Wirtschaftsräumen verschafft Gold ebenfalls einen Aufschwung. Schließlich schmerzt der Zinsverzicht, den Anleger mit Gold eingehen, weniger, wenn andere Anlageprodukte ebenfalls nur Minimalzinsen abwerfen.

Eine Rekordnachfrage treibt den Goldpreis

So wundert es auch nicht, dass die Nachfrage im zweiten Quartal des Jahres um rund 15% gestiegen ist, wie der World Gold Council berichtet. Demnach wurden zwischen April und Juni 1.050 Tonnen Gold nachgefragt.

Im gleichen Quartal des vergangenen Jahres betrug die Nachfrage lediglich 910 Tonnen. Es sind vor allem Investoren, die für den Nachfrageschub sorgen. Der World Gold Council begründet die Flucht in Gold als sicheren Hafen mit der globalen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Instabilität.

Vor allem die Nachfrage nach Exchange Traded Funds (ETFs) war mit 237 Tonnen groß im zweiten Quartal. ETFs beziehungsweise ETCs sind Finanzinstrumente, mit denen Sie als Privatanleger in Gold investieren können.

Anleger: So investieren Sie in Gold

ETFs sind Investmentfonds, die als einzelnes Wertpapier an der Börse gehandelt werden. Ihr Ziel ist die Nachbildung eines zugrundeliegenden Index. Gold-ETFs beziehen sich also üblicherweise auf eine Auswahl von Aktien von Unternehmen, die in der Gold- und Edelmetallbranche tätig sind. Dafür wird zum Beispiel der Russell Global Gold Index nachgebildet, der Aktien von Goldproduzenten und Goldminenbetreibern enthält.

Als Anleger investieren Sie mit einem Gold-ETF also weder direkt, noch mittelbar in den Goldpreis, sondern über Unternehmensanteile in den Aktienmarkt. Solche Gold-ETFs sind damit in erster Linie den Schwankungen der Aktienmärkte unterworfen, und erst in zweiter Linie den Schwankungen im Goldpreis. Auch wenn ein steigender Goldpreis theoretisch zu steigenden Aktienkursen der goldfördernden Unternehmen führen sollte, ist das in der Praxis nicht immer der Fall.

Wenn Sie direkt in Gold oder Silber investieren wollen, dann geht das über Exchange Traded Commodities (ETCs). ETCs sind unverzinste Schuldverschreibungen. Daher gilt: Im Falle einer Insolvenz des Emittenten sind Ihre Ansprüche als Gläubiger aus den Schuldverschreibungen nicht besichert. ETFs hingegen gelten als Sondervermögen und sind somit bei der Insolvenz des Emittenten geschützt.

Trader: So handeln Sie Gold

Als Anleger und als Trader können Sie außerdem über diverse Zertifikate – gehebelt und ungehebelt – an den Kursbewegungen des Goldpreises partizipieren. Dabei können Sie mit Zertifikaten sowohl auf einen steigenden als auch auf einen fallenden Goldpreis setzen, also über Call-Zertifikate entweder „long“ oder über Put-Zertifikate „short“ gehen.

Bei einem so populären Basiswert wie Gold steht Ihnen dabei die komplette Palette an Zertifikate-Typen zur Verfügung: von konservativen Discount- oder Bonuszertifikaten bis hin zu risikoreichen Optionsscheinen können Sie sich aussuchen, welcher Schein zu Ihrem persönlichen Risikomanagement und Ihrem Tradinghorizont passt.

Dabei sollten Sie beachten, dass Gold grundsätzlich in USD gehandelt wird. Für Trader aus dem Euroraum wirken sich damit nicht nur die Bewegungen des Basiswertes auf den Wert des Zertifikats aus, sondern auch die Wechselkursschwankungen im EUR/USD.

Steigt der Euro gegenüber dem US-Dollar während der Laufzeit Ihres Zertifikats, dann wird der Gewinn in USD umgerechnet in Euro dementsprechend kleiner. Schließlich ist ein Dollar dann am Ende der Laufzeit weniger Euro wert als noch zu Beginn der Laufzeit.

Quanto oder nicht quanto: Auf den EUR/USD kommt es an!

Fällt der Euro hingegen gegenüber dem USD, dann gesellen sich im Idealfall zu den Kursgewinnen im Basiswert auch noch die Kursgewinne für den USD (die als Kursverluste im EUR/USD ausgedrückt werden).

Ein Quanto-Zertifikat, also ein Zertifikat mit Absicherung gegen Änderungen im Wechselkurs, lohnt sich also dann, wenn Sie für die Laufzeit Ihres Zertifikats mit einem steigenden EUR/USD-Kurs rechnen. Gehen Sie allerdings davon aus, dass der EUR/USD fällt, dann empfiehlt sich ein Zertifikat ohne quanto.

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Über den Autor Thomas Kallwass

Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert.

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