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Gold setzt zum Herbstspurt an

Der „sichere Hafen“ ist bei Anlegern wieder beliebt: Der Goldpreis konnte zuletzt kräftig zulegen und behauptet sich derzeit stabil oberhalb der Marke von 1.300 US-Dollar je Feinunze.

Gold startet durch

Nach dem mehrmonatigen Goldrausch im Vorjahr, der zum Jahresende hin jedoch zum Nullsummenspiel verpuffte, war in diesem Jahr ein langer Atem bei den Goldfans gefragt. Die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten hatte den Goldpreis ab Mitte November abstürzen lassen, von über 1.300 Dollar bis unter 1.130 Dollar im Dezember.

Danach ging es zwar wieder aufwärts, immer wieder gab es jedoch auch Rückschläge. Zweimal kratzte der Goldpreis an der 1.300er-Schwelle, Mitte April und Anfang Juni, doch in beiden Fällen erwies sich die psychologisch wichtige Marke als Widerstand, den es vorerst nicht zu überwinden gelang.

Doch damit ist nun Schluss. Bereits Ende August schoss der Preis für das Edelmetall in die Höhe, allein auf Monatssicht hat der Goldpreis inzwischen um 4,5 Prozent zugelegt. Zuletzt wurde die Feinunze zu 1.338 Dollar gehandelt – Tendenz: steigend.

Trumps Krisen beflügeln den Goldpreis

Anleger setzen wieder vermehrt auf Gold, was vor allem an den innen- und außenpolitischen Krisen der USA liegen dürfte, seit Trump ins Weiße Haus eingezogen ist. War sein Wahlsieg an den Börsen anfangs noch gefeiert worden und hatte den Goldpreis auf Talfahrt geschickt, ist allmählich das Gegenteil zu beobachten.

Der Personalverschleiß innerhalb der US-Regierung ist beachtlich, die Fronten sind verhärtet, es herrscht Chaos in Washington, die Gesellschaft ist tief gespalten. Außenpolitisch ist kaum ein klarer Kurs erkennbar, mal abgesehen von der sich immer weiter zuspitzenden Konfrontation mit Nordkorea.

In Krisenzeiten flüchten Anleger traditionell aus unsicheren Anlageformen wie Aktien in sicherere Gefilde wie Gold. Zwar wirft das Edelmetall weder Zinsen noch Dividenden ab, dient aber der Vermögensabsicherung und wird in der Regel als etwa zehnprozentige Beimischung zum Anlagedepot empfohlen, um ein Gegengewicht zu bilden und das Portfolio auszubalancieren. Schließlich steigt der Goldpreis meist, wenn die Aktienmärkte fallen, und umgekehrt.

Chancen auf Herbstrally stehen gut

Wer auf Gold setzen will, hat dazu verschiedene Möglichkeiten. Neben dem Erwerb von Barren und Münzen gibt es auch Zertifikate, die die Entwicklung des Goldpreises abbilden. Diese sollten allerdings physisch hinterlegt sein.

Die Chancen, dass der Goldpreis nun weiter Fahrt aufnimmt und ansteigt, stehen nicht schlecht. Denn neben den politischen Krisen in und um Washington hat das Durchbrechen gleich mehrerer Widerstände auch charttechnisch den Weg zur Rally gebahnt.

Zudem fällt die diesjährige Hurrikansaison außergewöhnlich heftig aus und könnte, zumindest kurzfristig, die US-Konjunkturentwicklung belasten. Ob es unter diesen Umständen zeitnah zur nächsten Leitzinsanhebung durch die Federal Reserve kommt, gilt derzeit als fraglich. Sollte die Zinserhöhung ausbleiben, wäre das ein weiteres Kaufargument zugunsten des glänzenden Edelmetalls.

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Über den Autor Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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