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Gold: Minenbetreiber-Aktien im Höhenrausch

Der Goldpreis hat bekanntlich seit Beginn des Jahres eine beachtliche Rally hingelegt – von unter 1.100 US-Dollar je Feinunze auf über 1.350 US-Dollar Anfang Juli. Auf Sicht der letzten zwölf Monate hat der Goldpreis um fast ein Viertel zugelegt. Kein Wunder, dass diese Rally auch an den Aktien der großen Goldminenbetreiber nicht spurlos vorüber ging.

Ein rasanter Aufwärtstrend lässt sich vor allem bei Barrick Gold erkennen. Die Aktie, die über weite Strecken des vergangenen Jahres für weniger als 8 Euro gehandelt wurde, markierte vor wenigen Wochen ein Jahreshoch bei 21,12 Euro beziehungsweise 23,47 US-Dollar. Damit beläuft sich das Plus auf Jahressicht auf satte 200 Prozent.

Barrick Gold extrem gut aufgestellt

Dass es so gut läuft und Anleger wieder vermehrt Vertrauen in das Unternehmen und seine Aktie setzen, hat Barrick Gold aber nicht nur dem anziehenden Goldpreis zu verdanken, sondern vor allem auch einer disziplinierten Konzernführung.

Diese hat es mit einem straffen Sparprogramm geschafft, den immensen Schuldenberg von 13 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr innerhalb von nur zwölf Monaten um 3 Milliarden Dollar zu reduzieren. Doch damit nicht genug: Bis Ende des laufenden Jahres sollen weitere 2 Milliarden Dollar an Schulden abgebaut werden. Damit hätte das Unternehmen innerhalb kürzester Zeit fast 40 Prozent seiner Milliardenschulden abgetragen – eine starke Leistung.

Parallel dazu wurde auch die Effizienz im Kerngeschäft verbessert. So wurden die anfallenden Gesamtkosten je Unze auf 706 US-Dollar gesenkt. In Verbindung mit dem hohen Goldpreis fällt daher mehr für das Unternehmen ab, die Marge steigt – und zugleich bleibt mehr hängen, weil die Verbindlichkeiten nachhaltig reduziert werden konnten.

Gewappnet auch für geringeren Goldpreis

Barrick Gold ist daher nicht nur aus Sicht der Anleger lukrativer geworden, sondern dies wird von harten Zahlen und Fakten untermauert. Von der Kombination aus Effizienzsteigerung und Schuldenabbau wird das Unternehmen zudem auch dann noch profitieren können, wenn es mit dem Goldpreis mittelfristig wieder etwas abwärts gehen sollte.

Doch danach sieht es momentan nicht aus, ganz im Gegenteil. 2016 hat viel zu bieten an geopolitischen, konjunkturellen und börsenwirtschaftlichen Unsicherheiten, sodass Gold als Investment wieder wesentlich stärker gefragt ist als „sicherer Hafen“ zur Kapitalabsicherung.

Konkurrenz punktet – aber schwächer

Dementsprechend läuft es auch bei der Konkurrenz ganz gut. Goldcorp beispielsweise sitzt zwar auf einigen älteren Minen, die nicht mehr so viel abwerfen – ist aber fleißig dabei, kleinere Konkurrenten und deren ertragreichere Minen aufzukaufen.

Der Anstieg der Goldcorp Aktie fällt im Direktvergleich zu Barrick Gold allerdings etwas sparsamer, aber dennoch erfolgreich aus. Auf Zwölfmonatssicht hat sich die Aktie um mehr als ein Drittel gesteigert, auch hier wurde erst Anfang Juli ein 52-Wochen-Hoch markiert bei 18,65 Euro oder 20,38 US-Dollar.

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Über den Autor Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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