MenüMenü

Geldschwemme schiebt Goldpreis an

Vor dem Hintergrund des Börsendebakels in China fassten vor allem die dortigen Anleger in den letzten Wochen wieder massiv bei Gold zu.

Beachtenswert ist auch die unverändert starke Nachfrage nach Münzen und Barren in Deutschland.

Per saldo stieg die globale Nachfrage nach der Krisenwährung im vergangenen Jahr um 3,5 %. Was sind die Hintergründe?

Goldpreis

Rezessionsängste schieben Goldpreis wieder an

Viele Marktteilnehmer vermuten, dass sich die Weltwirtschaft bereits aktuell in einer Rezession befindet. Auch die Konjunkturschätzer haben ihre Prognosen für das laufende Jahr bereits zurückgenommen.

Als Indikatoren dieser Rezession gelten bekanntermaßen die fortgesetzte Schwäche des Ölpreises und die weiterhin abnehmenden Wachstumsraten der chinesischen Volkswirtschaft.

Nun erwarten viele Investoren, dass die wichtigen Notenbanken dieser Welt als Gegenmaßnahme erneut massiv die Geldschleusen öffnen werden. Mit anderen Worten: Die Geldpressen sollen wieder glühen.

Bereits im Januar hat der japanische Notenbankchef Haruhiko Kuroda den Einlagensatz für die dortigen Geschäftsbanken von + 0,1 auf -0,1 % gesenkt. Damit reagierte Kuroda unmittelbar auf die China-Schwäche und die fortlaufende Abwertung des chinesischen Yuan gegen den japanischen Yen.

Außerdem kauft die Notenbank in Tokio jährlich Anleihen im Volumen von 610 Milliarden Euro (Quantative Easing oder abgekürzt QE) am Markt auf.

Geldschwemme würde Gold erneut anschieben

Ganz ähnlich wird die Europäische Zentralbank agieren. Ich rechne bereits auf der nächsten EZB-Sitzung (10. März) mit einer weiteren Aufstockung oder erneuten Verlängerung des EZB-Anleihenkaufprogramms. EZB-Chef Draghi erklärte jüngst sogar, dass es für dieses Programm nicht nur in der Theorie keine Grenzen gibt.

Zum vollständigen Glück der Edelmetall-Investoren fehlt jetzt nur noch eine erneute Lockerung der US-Geldpolitik. Tatsächlich prognostizieren einige Analysten, dass die Fed nächstens ihre jüngste Zinsanhebung wieder zurücknehmen wird. Mehr noch: Vielleicht wird man sogar wieder ein neues QE-Programm auflegen, so der Markttenor.

Wenn also die drei führenden Notenbanken dieser Welt zeitgleich die Geldschleusen öffnen, führt dies unweigerlich zu einer neuen Geldschwemme am internationalen Kapitalmarkt. Die logische Folge wiederum ist ein weiterer Preisschub für die Edelmetalle.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Alexander von Parseval

Der Augsburger Vermögensverwalter entstammt einer alten französischen Bankiersfamilie, deren Wurzeln bis in die Spätrenaissance zurückreichen.

Regelmäßig Analysen über Rohstoffe erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Alexander von Parseval. Über 344.000 Leser können nicht irren.