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Der Goldpreis im Spiegel der Presse

Kennen Sie den Spruch „für eine Feinunze Gold konnte man schon immer einen maßgeschneiderten Anzug kaufen“? Auch wenn der Goldpreis seit Ende letzter Woche massiv unter die wichtige 1.300-Dollar-Linie gefallen ist, so können wir sicher sein, dass diese alte Weisheit weiterhin Gültigkeit hat.

Edelmetalle lassen sich nicht wie Aktien bewerten

Deshalb sollten Sie sich auch von den Begründungsversuchen für den „Preisverfall“, die seit Beginn dieser Handelswoche durch die Medien geistern, nicht verunsichern lassen. Diese reichen von Zinsängsten bis zu niedrigen Goldverkäufen in Indien, wo das gelbe Edelmetall u.a. als beliebtes Hochzeitsgeschenk gilt.

Man muss sich einfach vor Augen halten, dass man Edelmetalle nicht in der Form bewerten kann, wie man das bei Aktien tut. Letztlich kann man hier als Investor nur auf die Preisentwicklung reagieren.

Dennoch: Fakt ist, dass der Goldpreis sich augenblicklich scheinbar im freien Fall befindet, was viele Anleger beunruhigt. Wie immer sind auch hier gute Beobachtungsgabe und umfassende Information gefragt. Deshalb habe ich Ihnen heute einen Pressespiegel zum Thema Gold/Edelmetalle zusammengestellt, damit Sie sich Ihr eigenes Bild machen können.

Lesen Sie hier, wie die Experten aus renommierten Börsenbriefen die Lage am Edelmetallmarkt einschätzen und was sie raten.

Das meinen die Experten:

maydornreport vom 06. Oktober 2016 : „Gold ist eine weitere Asset-Klasse“

„Von wegen ,sicherer Hafen‘ jetzt hat es auch den Goldpreis erwischt. Zwar ist der 3-%-Rückgang vom Dienstag natürlich nicht wirklich dramatisch, aber er hat doch relativ klar aufgezeigt, dass Gold weniger aus Gründen der – vermeintlichen – Sicherheit gekauft wird, sondern genauso ein Spekulationsobjekt ist wie Aktien oder Anleihen.

Gold und insbesondere Goldminen-Aktien werden in erster Linie gekauft, um mit ihnen Geld zu verdienen. Und so waren es vor allem Spekulanten, die nach dem Bruch der wichtigen Marke von 1.300 Dollar ihre Goldkontrakte verkauft und ihrer Goldminen-Aktien auf den Markt geworfen haben.

Sie hatten auf einen Ausbruch des Goldpreises nach oben spekuliert und als dieser auch im wiederholten Anlauf nicht gelang, ging es eben in die andere Richtung – und zwar fix.

Natürlich gab es auch ein paar fundamentale Gründe, mit denen der kräftige Kursrutsch beim Gold hastig begründet wurde, aber wenn tatsächlich die Angst vor steigenden Zinsen plötzlich so stark zugenommen hat, hätten dann die Aktienmärkte nicht ebenfalls einbrechen müssen?

Sie waren zwar schwach, aber von einem Einbruch wie beim Gold konnte wirklich keine Rede sein. Gold ist schon lange kein sicherer Hafen mehr, sondern nur eine weitere Assetklasse, mit der Anleger Geld verdienen wollen.“

WirtschaftsWoche vom 30. September 2016: „Gold als Schutz vor Systemrisiken“

„Während Gold seine Währungsfunktion bis heute behauptet hat, verlor Silber seinen monetären Charakter im Laufe der Jahrhunderte. Es entwickelte sich immer mehr von einem Edel- zu einem Industriemetall. Anders als Gold, das vor allem gehortet wird, wird Silber stark in der Industrie verarbeitet.

Deshalb reagiert der Silberpreis sensibler auf Veränderungen des allgemeinen Preisniveaus. Silber gilt als klassisches Inflationsmetall, während Gold auch Schutz bietet vor Systemrisiken. Die Gold-Silber-Ratio zeigt an, wie viel Unzen Silber eine Unze Gold kostet.

Die Kennzahl lässt sich ermitteln, in dem der aktuelle Gold- durch den aktuellen Silberpreis geteilt wird. Über die absolute Preisentwicklung beider Metalle sagt die Kennzahl nichts aus. Erreichte die Gold-Silber-Ratio in der Vergangenheit aber die Schwelle von 80, stellte sich dies in der Rückschau oft als wichtiger Wendepunkt heraus.

Denn anschließend lief Silber nicht nur relativ besser als Gold, sondern legte auch absolut kräftig zu. Eine fallende Gold-Silber-Ratio erhöht aber auch die Wahrscheinlichkeit für einen Bullenmarkt in Gold. Ein neuer Abwärtstrend der Gold-Silber-Ratio signalisierte also positive Aussichten für Gold und Silber – und mehr Inflation.“

Der TENBAGGER  (Von Chefanalyst Cliff Michel) vom 05. Oktober 2016: „Bei Gold geht es um Vermögenserhalt“

„Tenbagger-Leser, die meiner Empfehlung Anfang des Jahres gefolgt sind, Edelmetall-Minen-Aktien zu kaufen, liegen mit ihren Investments noch immer deutlich in der Pluszone. Allerdings schmelzen die Gewinne derzeit schneller als Eis in der Sonne.

Und Investoren, die erst spät auf den, Goldzug‘ aufgestiegen sind, blicken zum Teil auf deutliche, Buchverluste‘. Was ist da nur los? Die Begründungen, die herumgereicht werden, reichen von Zinsängsten bis hin zu geringeren Goldkäufen in Indien.

Mir sind fundamentale Erklärungsbemühungen in Bezug auf Gold und Silber eigentlich egal, ja sogar suspekt, denn ich kann Edelmetalle nicht einfach wie Aktien richtig bewerten, ich kann nur auf die Preisentwicklung, also die technische Verfassung dieser Assetklasse reagieren.

Klar, angesichts der fortschreitenden Geldentwertung rechne auch ich auf lange Sicht damit, dass die Preise für Gold und Silber weiter steigen werden, schließlich schätzen vor allem vermögende Investoren den, Werterhaltungs-Aspekt‘ von Edelmetallen.

Außerdem investieren ja auch die Notenbanken in China oder Russland in Gold und die Notenbanken in den USA und Deutschland halten immense Goldbestände. Doch wer langfristig mit Gold Vermögen aufbauen will, wird dabei immer scheitern.

Nicht umsonst gibt es den Spruch: Für eine Feinunze Gold konnte man schon immer einen maßgeschneiderten Anzug kaufen.‘ Es geht eben bei Gold um Vermögenserhalt.“

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