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4. Grund für den Bullenmarkt im Goldpreis: Die Risiken nehmen zu

Es bestehen derzeit 5 überzeugend gute Gründe für den Bullenmarkt im Gold. Einer davon: die geopolitischen Risiken im Allgemeinen und auch die politischen Risiken für die Goldförderung im Besonderen nehmen massiv zu.

5 gute Gründe für einen steigenden Goldpreis

Vor 3 Wochen hatte ich Ihnen 5 Gründe für den derzeit steigenden Goldpreis genannt. Neben jenen Gründen die langfristig Bestand haben natürlich, wie zum Beispiel, dass Gold das bevorzugte Mittel der Wahl bei der Vermögenssicherung ist und das schon seit Jahrtausenden Menschheitsgeschichte. Oder dass Gold die einzige echte Alternative zum Bargeld darstellt. Aber für den aktuellen Bullenzyklus sind es vor allem 5 Gründe welche den Goldpreis antreiben.

  1. Die Bewertungen in den breiten Aktienmärkten sind alarmierend hoch und es ist sehr fraglich ob die Erwartungen noch erfüllt werden können. Diesen Grund hatte ich Ihnen vorletzte Woche schon im Detail erläutert.
  2. Die globalen Zinssätze sind extrem niedrig und werden es auch bleiben (bis in den negativen Bereich). Mit diesem Punkt hatte ich mich letzte Woche schon sehr ausführlich beschäftigt.
  3. Die Schwäche des US-Dollar ist der wichtigste Punkt auf der Agenda von Fed und EZB. Diesen Aspekt beleuchtete vergangene Woche mein Kollege Jim Rickards hier im Rohstoff Daily.
  4. Die geopolitischen Risiken erreichen ein Level des Wahnsinns (von Nordkorea bis in die USA). Und mit diesem Punkt werden wir uns heute ganz genau beschäftigen.
  5. Last but not least bleibt die Angebots- und Nachfragesituation im Goldmarkt angespannt, mit viel zu geringen Investitionen im Goldbergbau und einer wachsenden Nachfrage.

Gold der sichere Hafen: Flucht vor einer Welt voller Risiken

Nordkorea schießt bald täglich Raketen in den Himmel. China sieht brüskiert, aber hilflos zu. Trump verspottet alle, weiß sich aber ebenfalls keinen Rat. Bestenfalls führt der sich aufheizende Nordkorea-gegen-den-Rest-der-Welt-Konflikt zu einer neuen Aufrüstungsrallye unter den beteiligten und halb-beteiligten und möglicherweise-ein-wenig-betroffenen Staaten. Was Besitzer von Rüstungsaktien freuen wird.

Aber Nordkorea ist nicht das einzige Minenfeld. Afghanistan ist ein Krisenherd im totalen Chaos. Von Syrien ganz zu schweigen. Überhaupt ist die gesamte Region des Nahen Ostens mittlerweile zu einem derart instabilen Flickenteppich geworden, dass einem Angst und Bange werden kann.

Denn die Brutstätten des Terrors werden nicht kleiner. Und der Terror schwappt immer mehr auf die westlichen Staaten über.

Zugleich wird die größte Supermacht des Planeten von einer Regierung geführt, die sich nicht einigen kann, selbst im Chaos versinkt und deren Chef wie eine fatale Mischung aus Homer Simpson und Dieter Bohlen wirkt.

Russland sieht amüsiert zu und versucht am Chaos zu verdienen. Währenddessen fürchtet Europa den Rechtsruck und Chinas Seidenstraßenträume schlagen hart auf dem Pflaster der Realität auf.

All das ist schon zu einem Gutteil im Gold eingepreist.

Und das ist auch gut so, denn einer derartigen Unsicherheit muss man, müssen Sie und ich, mit einer vernünftigen Absicherung begegnen. Deshalb kaufen derzeit viele Menschen weltweit, kaufen ich und hoffentlich auch Sie, Gold.

Goldförderung wird risikoreicher

Aber das sind nicht die einzigen Risiken, die derzeit bestehen. Ganz konkret wachsen derzeit die Risiken für Goldfördernde Industrie im Besonderen und den Bergbau im Allgemeinen massiv an.

Es ist eine Kombination aus einer weltweit zu beobachtenden Tendenz hin zum Nationalismus in den Staaten und dem steigenden Goldpreis, welche dem Bergbau das Leben immer schwerer macht.

Von Indonesien, nach Tansania, über Südafrika bis nach Sambia fordern die Regierungen inzwischen verstärkt Kontrolle über ihre Mineralvorkommen. Und das immer zu Ungunsten der Bergbauindustrie.

Mal sind es einfach nur höhere Abgaben, mal fordern die Regierungen einen Anteil an Produktion und Gewinn und mal setzt ein Regierungswechsel jegliche Rechtssicherheit für die Unternehmen aus. Dann nämlich wenn neue Regierungen Minen schließen lassen, um die Industrie unter Druck zu setzen oder einfach um sinnlose Wahlversprechen umzusetzen.

Nicht einmal in Europa ist die Goldförderung noch sicher

Für dieses Beispiel muss man nicht einmal nach Asien oder Afrika reisen, ein Besuch im Eurozonen-Staat Griechenland genügt. Auch dort fror nach einem Linksruck die neue griechische Syriza-Regierung kurzerhand die Bergbauaktivitäten ein. Und immer wieder…

Ein Vorgehen, welches für die betroffenen Unternehmen inzwischen kostenintensiv geworden ist, dass sich erst letzte Woche der kanadische Goldproduzent Eldorado Gold gezwungen sah anzukündigen, die Investitionen in Griechenland zurückzufahren. Und das nachdem Eldorado bereits 1 Milliarde US-Dollar in dem Land investiert hat.

Politische Risiken gefährden die Goldförderung

Zumindest ist Eldorado bislang noch nicht völlig enteignet worden. Erst letzten Monat gab der große US-Bergbaugigant Freeport McMoran entnervt die Kontrolle über seine indonesische Tochterfirma an die dortige Regierung an, um die Grasberg Kupfer-und Goldmine immerhin zum Teil weiterbetreiben zu können.

Für viele Unternehmen ist es deshalb das Risiko schon längst nicht mehr wert, in klassisch unsicheren Regionen nach Bodenschätzen zu suchen. „Wir haben schon vor vielen, vielen Jahren entschieden, dass der Bergbau an sich schon risikoreich genug ist und wir uns das Leben nicht unnötig verkomplizieren wollen, indem wir uns auch noch auf unsicheres rechtliches und politisches Terrain begeben.“, sagt Sean Boyd, CEO von Agnico Eagle Mines.

Auch die Goldförderung in klassischen Bergbauländern wird teurer

Verständlich! Und deshalb ist schon seit längerem eine Flucht in rechtlich und politisch sicherere Regionen zu beobachten. Besagte Eldorado Gold kaufte sich deshalb erst kürzlich für 500 Millionen US-Dollar mit Integra Gold in Kanada ein.

Doch auch eine verbindliche Rechtssicherheit und politische Stabilität erfordenr ihren Preis. Das sonst so bergbaufreundliche Australien beispielsweise schockte erst letzten Monat Unternehmen und Märkte, als der Bundesstaat Western Australia mit einer massiven Anhebung der Abgaben für Bergbauunternehmen zur Finanzierung der Staatsfinanzen.

Bleibt also Kanada, als der letzte Flecken Erde mit noch jungfräulichen Abbaugebieten UND Rechtssicherheit.

Doch auch Kanada hat seinen Preis. Wer hoch im arktischen Norden Kanadas neue Bodenschätze erschließen will, sieht sich oftmals mit hohen Kosten konfrontiert, aufgrund des Fehlens jeglicher Infrastruktur. Da stehen Unternehmen bisweilen nicht einfach vor der Frage ob sie noch schnell eine Schotterstraße zum Highway bauen können. Hier geht es darum entweder Hunderte von Kilometern an Straße zu bauen oder alles per Flugzeug ein- und auszufliegen. Ständig!

Käme da noch ein Linksruck in Ottawa mit Minenschließungen, Royalty-Abgaben oder einer einfachen Steueranhebung hinzu, kann man das Geschäft gleich dichtmachen.

Risiken der Goldförderung erfordern höheren Goldpreis

Während geopolitische Risiken wie Nordkorea und Co. im Goldpreis bereits eingepreist sind, haben die Marktteilnehmer das Ausmaß der spezifischen Risiken für die Goldförderung noch längst nicht erkannt.

Hier ist längst eine höhere Risikoprämie fällig. Und diese wird den Goldpreis auch langfristig nach unten abstützen. Die Zeit der günstigen Goldpreise ist damit längst vorbei.

Für Sie als Anleger gibt es deshalb zwei wichtige Dinge zu tun:

  1. Kaufen Sie Gold!
  2. Kaufen Sie Gold-Bergbauaktien! Aber die Richtigen! Diejenigen die gutes Geld verdienen, die Risiken auf ein Minimum reduziert haben, in der Rechtssicherheit agieren und zu niedrigen Kosten. Solche die perfekte Übernahmeziele für die großen Bergbauriesen sind. Welche das sind, verraten Ihnen meine hochgeschätzten Kollegen Jim Rickards und Harvard-Geologe Byron King, der jede einzelne Mine selbst besucht und sich dort durch den Boden wühlt.
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Über den Autor
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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