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2. Grund für den Goldpreis im Bullenmarkt: Niedrige Zinsen

Es bestehen derzeit 5 überzeugend gute Gründe für den Bullenmarkt im Gold. Einer davon: die wichtigsten Zinssätze sind extrem niedrig und werden es auch bleiben.

5 gute Gründe für einen steigenden Goldpreis

Vor zwei Wochen hatte ich Ihnen 5 Gründe für den derzeit steigenden Goldpreis genannt. Neben jenen Gründen die langfristig Bestand haben natürlich, wie zum Beispiel, dass Gold das bevorzugte Mittel der Wahl bei der Vermögenssicherung ist und das schon seit Jahrtausenden Menschheitsgeschichte.

Oder dass Gold die einzige echte Alternative zum Bargeld darstellt. Aber für den aktuellen Bullenzyklus sind es vor allem 5 Gründe welche den Goldpreis antreiben.

  1. Die Bewertungen in den breiten Aktienmärkten sind alarmierend hoch und es ist sehr fraglich ob die Erwartungen noch erfüllt werden können. Diesen Grund hatte ich Ihnen letzte Woche schon im Detail erläutert.

  2. Die globalen Zinssätze sind extrem niedrig und werden es auch bleiben (bis in den negativen Bereich). Mit diesem Punkt wollen wir uns heute ausführlich beschäftigen. Zu den nächsten 3 Gründen komme ich noch in aller Ausführlichkeit.
  3. Die Schwäche des US-Dollar ist der wichtigste Punkt auf der Agenda von Fed und EZB.
  4. Die geopolitischen Risiken erreichen ein Level des Wahnsinns (von Nordkorea bis in die USA).
  5. Last but not least bleibt die Angebots- und Nachfragesituation im Goldmarkt angespannt, mit viel zu geringen Investitionen im Goldbergbau und einer wachsenden Nachfrage.

Niedrige Zinsen befeuern den Goldpreis

Einer der wichtigsten Unterstützungsfaktoren für den Goldpreis ist die Zinsentwicklung.

Dabei geht es nicht nur um die Entwicklung der Leitzinssätze, sondern ganz konkret um die Renditen/Zinsen die ein Anleger aus dem Investment, welches als DIE klassische Absicherung gilt ziehen kann: die Rede ist von den Renditen auf Staatsanleihen.

Historisch gesehen besteht eine starke inverse Korrelation zwischen der Goldpreisentwicklung und der Entwicklung dieser Zinsen. Das gilt insbesondere für die Entwicklung der US-Renditen und ist eine direkte Folge des Status des US-Dollar als Leitwährung.

Denn US-Dollar-Anlagen, also solche in US-Staatsanleihen, sind eine traditionelle Basisanlage hauptsächlich für institutionelle Anleger und sämtliche Staaten dieser Welt. Deshalb betrachte ich heute auch ausschließlich die Entwicklung der US-Zinsen im Vergleich zur Goldpreisentwicklung.

Goldpreis bringt Rendite – Zinsen aber nicht

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Quelle: stockcharts.com

Betrachten Sie hier die Entwicklung von Goldpreis (rote Linie) und US-Zinsen (10 year treasury yield – schwarze Linie) in den vergangenen 10 Jahren.

Während die US-Zinsen um 52% gesunken sind, ist der Goldpreis um 89% gestiegen.

Wie Sie anhand des Charts erkennen können, entwickeln sich Goldpreis und Zinsen tatsächlich in starker inverser Korrelation. Soll heißen: sinken die Zinsen, dann steigt der Goldpreis und umgekehrt.

Auf der Suche nach der Vermögenssicherung

Der Grund für diese inverse Korrelation ist rasch gefunden: wenn Zinsen keine Rendite mehr bringen, dann greifen vernünftige Anleger zu einer Alternative, die ihnen zumindest eine Absicherung ihres Vermögens bietet.

Hinzu kommen aber noch weitere Faktoren die den Goldpreis unterstützen, so dass Gold (und andere reale Vermögenswerte) eine echte Rendite-Alternative geworden sind.

Gold schlägt sogar die klassische Inflationsabsicherung

In der Regel greifen Anleger bei sinkenden Zinsen zu einer klassischen Inflationsabsicherung, wie inflationsgeschützten Anleihen. Hierbei besteht theoretisch die klassische Basisanlage in Staatsanleihen mit einem zusätzlichen Inflationsausgleich.

Ein Beispiel für eine solche Anlage ist der Broad US TIPS Index ETF vom weltweit größten Rentenfonds-Verwalter Pimco.

Sehen Sie sich im folgenden Chart einmal an, wie sich besagter Pimco-ETF im Vergleich zu den 10-jährigen US-Zinsen und dem Goldpreis seit Beginn des Jahres geschlagen hat:

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Quelle: stockcharts.com

In der Mitte sehen Sie die Entwicklung des Pimco-ETFs. Dieser hat seit Jahresbeginn um über 3% zugelegt, während die US-Zinsen (im Chart oben) im gleichen Zeitraum um fast 16% gesunken sind.

Der Pimco-ETF macht also durchaus was er soll, er schützt vor sinkenden Zinsen (natürlich auch in Abhängigkeit von der Inflationsentwicklung).

Doch sehen Sie sich den Goldpreis (im Chart unten) an. Dieser hat im gleichen Zeitraum um über 17% zugelegt.

Damit wird deutlich, dass der Goldpreis nicht nur die klassische Inflationsabsicherung schlägt, sondern einzig als echte Vermögensabsicherung gegenüber der realen Inflationsbedrohung in Form von negativen realen Zinsen Bestand hat.

Gold ist auch langfristig der wichtigste Schutz vor sinkenden Zinsen

Schon im Vergleich der vergangenen 10 Jahre (Chart ganz oben) wird deutlich, dass der Goldpreis die Zinsverluste mehr als ausgleichen kann. Doch erst im langfristigen Vergleich zeigt sich wie überaus wichtig tatsächlich eine Vermögensabsicherung mit Gold ist.

Goldpreis und US-Zinsen im langfristigen Vergleich

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Quelle: stockcharts.com

Seit Anfang des Jahrtausends sind die US-Renditen auf 10-jährige Staatsanleihen um 64% gesunken. Der Goldpreis ist im gleichen Zeitraum um fast 379% gestiegen.

Die beste Vermögensabsicherung ist und bleibt damit der reale Vermögenswert Gold.

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Über den Autor
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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