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Was Sie beim Kauf von Goldmünzen und Goldbarren beachten sollten

Viele Anleger – besonders in Deutschland und in Asien – setzen derzeit auf Gold als Absicherung gegen Krisen und erwartete Störungen auf den internationalen Finanzmärkten.

Ein Teil der Anleger bevorzugt dabei den direkten Kauf von Barren und Münzen des gelben Edelmetalls. Das ist eine sichere Variante. Im Vergleich zu Minenaktien gelten solche Gold-Investments als sicherer und konservativer.

Allerdings gibt es auch dabei einige Grundsätze, die ich Ihnen hiermit ans Herz lege.

  • Das Edelmetall sollten Sie nur bei einem seriösen Händler oder einer Bank kaufen, um sich vor Betrug zu schützen. So werden Gold und Silber beispielsweise auch in Internet-Auktionsbörsen verkauft. Dort sind immer wieder auch Fälschungen in Umlauf. Gehen Sie solche Risiken nicht ein! Auf Edelmetalle spezialisierte Händler rate ich zu bevorzugen. Diese haben Gold oft vorrätig und sind zu Tafelgeschäften (anonyme Käufe von Gold gegen Bargeld in Höhe von bis zu 14.999 Euro je Person) bereit.
  • Achten Sie darauf, dass die Produzenten der Goldbarren von der Rohwarenbörse London Bullion Market Association (LBMA) zertifiziert sind. Barren sollten Sie nur mit einem Zertifikat kaufen. Dieses muss das Gewicht, den Schriftzug der Firma, den Stempel der Raffinerie sowie eine eingravierte Feinheitsangabe enthalten. Dann ist die Qualität der Goldbarren unzweifelhaft.
  • Achten Sie darauf, die „richtigen“ Stückelungen ab einem bestimmten Gewicht zu kaufen. Edelmetallhändler und Banken erheben eine Spanne zwischen den An- und dem Verkaufspreis bei Goldbarren und Goldmünzen. Diese ist bei kleineren Einheiten tendenziell höher, das heißt, Sie erhalten dann mehr Gold oder Silber für Ihr Geld. Vergleichen Sie deshalb Preise von Verkäufern. Kaufen Sie aber auch keine zu großen Einheiten. Sehen Sie Gold als möglichen Zahlungsmittelersatz. Bei Kapitalanlagemünzen sollten Sie 1-Unzen-Stücke bzw. bei Barren die 1-Unzen- oder 100-Gramm-Goldbarren bevorzugen. Beim Silber die 1-Unzen-Münzen.
  • In der gesamten Europäischen Union (EU) und in der Schweiz ist Gold im Gegensatz zu Silber, Platin und Palladium von der Mehrwertsteuer befreit. Beim Kauf dieser anderen Edelmetalle fällt die landesübliche Mehrwertsteuer von 19 % in Deutschland, von 20 % in Österreich oder 8 % in der Schweiz etc. an.
  • Bewahren Sie die Edelmetalle sorgfältig auf, um deren Wiederverkauf nicht zu beeinträchtigen. Dann ist der einwandfreie Zustand der Barren und Münzen sehr wichtig. Bei Kratzern oder Dellen gibt es ansonsten Abschläge.
  • Wichtig ist, dass es für Ihre Kapitalanlage-Münzen einen umfangreichen Zweitmarkt gibt, damit sie diese später ohne Komplikationen wieder verkaufen können. Die  folgenden Münzen halte ich für zur Geldanlage für geeignet, da sie ihn und limitierter Auflage hergestellt werden und somit keine versteckten Preisaufschläge enthalten: Krügerrand, Maple Leaf, American Eagle, China Panda, Britannia, Wiener Philharmoniker, Buffalo, Nugget bzw. Känguru. Der Reinheitsgrad von Goldmünzen ist unterschiedlich hoch. Immer wieder werde ich gefragt, ob nicht auch der Schweizer Vreneli zur Kapitalanlage geeignet sei. Achtung! Dieser ist weniger rein als andere Münzen. Da diese Schweizer Münze heute nicht mehr hergestellt werden, ist oft ein „Liebhaber-Aufschlag“ zu bezahlen. Damit erhalten Sie weniger Gold fürs Geld als bei den genannten anderen Goldmünzen.
  • Der Goldgehalt bei den gängigsten Goldmünzen ist mit dem gleichen Feingewicht – dem Krügerrand, dem Maple Leaf oder dem Wiener Philharmoniker – identisch. Das Gewicht der Münzen kann jedoch voneinander abweichen. Das liegt an der unterschiedlichen Feinheit des Goldes. So hat der 1-Unzen-Krügerrand ein Bruttogewicht von 33,93 Gramm und ein Nettogewicht (Gewicht des Goldes) von 31,1 Gramm. Beim 1-Unzen-Maple-Leaf sind das Brutto- und Nettogewicht mit 31,1 g identisch, da der Goldgehalt bei dieser Münze mit 999,9 von 1000 Einheiten im Vergleich mit dem Krügerrand (917 von 1000) wesentlich höher ist. Beim Krügerrand ist traditionell Kupfer beigemischt, was zu einem rötlichen Ton führt. Die Münzen sind gleichwertig.
  • Nach dem Geldwäschegesetz sind Händler und Banken in Deutschland verpflichtet, ab einer Einkaufssumme von 15.000 € (Schweiz: 25 000 CHF), die Personalien des Käufers zu erfassen. Unterhalb dieser Grenze können Käufer anonym bleiben. Aber auch dann sollen Verkäufer die näheren Umstände beurteilen. Sie sollen darauf achten, ob ein Anleger in kurzen Zeitabständen Edelmetalle kaufe oder knapp unter dem Limit liege.
  • Lagern Sie Ihre Edelmetalle sicher. Dafür bieten sich mehrere Möglichkeiten an. Das kann ein Versteck oder ein Tresor zu Hause sein. Andere Anleger haben Schließfächern bei Banken. Die Verwahrung bei einem Edelmetallhändler oder in einem Zollfreilager sehe ich dagegen skeptisch. Ein Zollfreilager ergibt ohnehin nur Sinn bei umfangreichen Silberkäufen, da viel Platz benötigt wird. Anonym ist auch das seit diesem Jahr nicht mehr.
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Über den Autor Friedrich Lange

Friedrich Lange ist seit über 30 Jahren an der Börse aktiv und ein überzeugter Antizykliker. Er sucht gezielt nach wenig beachteten Branchen, Trends und Märkten.

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