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Tipps und Tricks zum Goldankauf

Edelmetalle haben durch Wirtschafts- und Finanzkrisen enorm an Bedeutung gewonnen. Gold, Silber und Co. gelten als krisensicherer Wertspeicher. Jedoch sollten Investoren vor dem Kauf auf deren Zahlungsfähigkeit und Akzeptanz für den späteren Wiederverkauf achten. Was gibt es außerdem beim Goldankauf zu beachten und welche Anlagemöglichkeiten bietet das Edelmetall?

5 Anlagemöglichkeiten in Gold

Es gibt verschiedene Möglichkeiten in Gold zu investieren. Ob physisches Gold in Form von Münzen oder Barren, Gold-Zertifikate oder ETCs – die Auswahl ist groß. Was sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Anlagemöglichkeiten?

1. Goldmünzen:

Es gibt verschiedene Münzarten, die für die Geldanlage geeignet sind. Diese bestehen meist zu 100% aus Feingold. Die speziellen Anlagemünzen werden auch Bullion Coins oder Bullionmünzen genannt. Dazu gehören:

  • American Buffalo (USA)
  • American Eagle (USA)
  • Britannia (Großbritannien)
  • Känguruh (Australien)
  • Krügerrand (Südafrika)
  • Maple Leaf (Kanada)
  • Panda (China)
  • Wiener Philharmoniker (Österreich)

In Deutschland ist der südafrikanische Krügerrand die bekannteste und meistgehandelte Münze.

Sammlermünzen wie Gedenkmünzen oder Sonderprägungen sollten allerdings gemieden werden. Diese werden zu Liebhaberpreisen gehandelt und haben dadurch einen deutlichen Aufschlag gegenüber dem reinen Materialwert. Ebenfalls ist der Goldgehalt bei Sammlermünzen meist deutlich niedriger und die Münzen lassen sich später nicht so einfach wieder zu Geld machen.

2. Goldbarren:

Vor dem Kauf von Goldbarren sollten die An- und Verkaufspreise von verschiedenen Gewichten verglichen werden. Mit der Größe sinkt der Kaufpreis, jedoch werden die Barren mit zunehmender Größe auch sperriger und sind somit als Tauschobjekt ungeeignet. In der Regel lohnt sich der Kauf eines Barrens ab 50 Gramm. Je mehr Gold also gekauft werden soll, desto besser sind Barren im Gegensatz zu Münzen geeignet, da diese in der Produktion teurer sind.

Auf Sonderprägungen, Aktionsangebote oder zertifizierte Barren sollte verzichtet werden. Sonderformen kosten unnötig Geld und spiegeln nicht den tatsächlichen Materialwert wider.

3. Gold-Zertifikate:

Anders als beim physischen Gold in Form von Münzen oder Barren, bilden Gold-Zertifikate den Goldpreis künstlich nach. Einen Lieferanspruch auf das Edelmetall hat der Besitzer also nicht. Es gibt viele verschiedene Variationen von Zertifikaten, die eine flexible Anlagestrategie ermöglichen.

Index-Zertifikate: Diese Art der Zertifikate bilden den Goldpreis 1:1 nach, sind kostengünstig, werden wie Aktien an der Börse gehandelt und können täglich an- und verkauft werden.

Garantie-Zertifikate: Der Emittent garantiert eine Mindestrückzahlung, die von dessen Zahlungsfähigkeit abhängig ist. Im Gegenzug dazu werden auch die Gewinnchancen eingegrenzt.

Discount-Zertifikate: Der Basiswert des Zertifikats, in diesem Fall der Goldpreis, wird mit Rabatt erworben. Dafür muss aber auch eine Gewinnobergrenze in Kauf genommen werden. Trotzdem kann so auch bei Seitwärtsbewegungen des Goldkurses Gewinn erzielt werden.

Nachteil der Gold-Zertifikate ist jedoch das hohe Emittentenrisiko. Bei Insolvenz des Emittenten, also die jeweilige Bank, die das Zertifikat herausgegeben hat, bleibt vom investierten Geld kaum etwas übrig. Dieses Emittentenrisiko sollte nicht unterschätzt werden, auch wenn es erst einmal vorgekommen ist. Gold-Zertifikate sind somit als Inflations- und Krisenschutz ungeeignet.

4. Gold-ETCs:

Gold-ETCs (= Exchange Traded Commodities) sind goldhinterlegte Schuldverschreibungen. Mit dem Kauf eines ETC wird eine bestimmte Menge Gold in das Depot hinterlegt. Wie eine Aktie oder ein Fondsanteil kann der Gold-ETC täglich an der Börse gekauft und wieder verkauft werden.

Dem ETC sind Goldbarren klar zugeordnet. Es gibt allerdings auch ETCs, die nur zu einem kleinen Teil Gold physisch einlagern. Der Rest wird in Buchgold gehalten, also in einem Lieferversprechen von Gold. Solche ETCs sind anfälliger bei Ausfällen eines Geschäftspartners des ETCs, der Gold liefern soll, es aber nicht kann.

Höchstmögliche Sicherheit gibt es also bei ETCs, die Gold einlagern. Wer kein physisches Gold kaufen möchte und wem das Emittentenrisiko bei Zertifikaten zu hoch ist, für den ist der Kauf eines Gold-ETC eine gute und sichere Lösung.

5. Goldminenaktien:

Goldminenaktien investieren in Unternehmen, die von steigenden Goldpreisen profitieren. Dabei kommt es zu Kursschwankungen, die zwar hohen Gewinnchancen entsprechen, aber andererseits auch ein hohes Risiko mit sich bringen.

Mit Fonds auf Goldminenaktien kann das Risiko auf viele einzelne Werte gestreut werden, damit das Risiko etwas reduziert wird. Trotzdem fallen die Kursausschläge relativ hoch aus. Goldminenaktien und Fonds eignen sich deswegen eher als spekulative Depotbeimischung.

Ansprechpartner für den Goldankauf

Während Zertifikate und ETCs einfach täglich an der Börse gekauft und wieder verkauft werden können, sieht das mit physischem Gold schon anders aus. Goldmünzen oder -barren können nicht überall ohne Bedenken gekauft werden. Manche Händler verlangen zu viel Geld oder verkaufen zu geringe Qualität. Deshalb sollten für den Goldankauf in physischer Form Banken, Juweliere oder am besten spezialisierte Edelmetallhändler aufgesucht werden.

Bank: Bankmitarbeiter arbeiten provisionsorientiert. Bei physischem Gold bekommen sie anders als bei Fonds oder Zertifikaten keine Vermittlungs- oder Bestandsprovision. Deswegen werden sie eher vom Kauf von physischem Gold abraten und eine der anderen Anlagemöglichkeiten in Gold empfehlen.

Juwelier: Ist die Preisstellung des Juweliers unbekannt, sollte dort nicht gekauft werden. Juweliere als Einzelhändler haben meist höhere Preise als auf Edelmetalle spezialisierte Händler.

Spezialisierte Edelmetallhändler: Dieser Ansprechpartner hat die günstigsten Konditionen beim An- und Verkauf von physischem Gold. Marktführer in Deutschland sind dabei Proaurum und Westgold.

Lagerung von physischem Gold

Wer sich für die Investition in physisches Gold entschieden hat, der steht als nächstes vor der Frage der richtigen Lagerung. Goldmünzen können zu Hause in einem kleinen Tresor gelagert werden. Am sichersten ist jedoch das Lagern von physischem Gold in Banktresoren. Diese sollten im besten Fall auch außerhalb der Banköffnungszeiten erreichbar sein.

Scheinbar kostengünstige Sammelverwahrungen in Banken sind nicht sinnvoll. Dabei lagern Banken das Gold zwar in Tresoren, können es aber beispielsweise an Leerverkäufer weiterverleihen, die auf fallende Goldpreise spekulieren. Zudem ist es fraglich, ob das Gold im Insolvenzfall dem richtigen Eigentümer zugeordnet und ihm vollständig übergeben werden kann.

Lieferung und Zertifikate für Gold

Wer sich Gold liefern lässt, der muss mit zusätzlichen Kosten für Versicherung und Transport rechnen. Das macht etwa eine Summe von 30€ aus.

Bei Münzen oder Barren sollte auf ein Echtheitszertifikat verzichtet werden. Je standardisierter die Münzen und Barren sind, desto vertrauenswürdiger sind sie. Eine Ausnahme bilden nur die sogenannten Kine- bzw. Hologrammbarren. Diese haben ein anerkanntes Sicherheitsmerkmal in Form eines kleinen Hologramms.

Fazit: Die richtige Goldanlage finden

Wer in Zeiten von Finanzkrisen einen Teil seines Geldes in Gold investieren möchte, der hat dafür verschiedene Möglichkeiten. Physisches Gold in Form von Münzen oder Barren kann beim spezialisierten Edelmetallhändler gekauft und in einem Banktresor gelagert werden. Gold-Zertifikate bilden den Goldwert nur künstlich nach, der Besitzer hat also keinen Lieferanspruch auf Gold. Mit dabei ist jedoch ein hohes Emittentenrisiko. Wer kein physisches Gold kaufen möchte und wem das Emittentenrisiko bei Zertifikaten zu hoch ist, für den ist der Kauf eines Gold-ETC eine gute und sichere Lösung. Zu guter Letzt bleibt noch die Möglichkeit mit sogenannten Goldminenaktien in Unternehmen zu investieren, die vom steigenden Goldpreis profitieren.

Haben Sie die richtige Anlagemöglichkeit für sich gefunden, steht dem Goldankauf nichts mehr im Wege.

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