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Seltsame Nachrichten aus dem Goldsektor!

Viele Anleger fokussieren sich auf den Ausbruch des Goldpreises über 1.300 USD/Unze. Aber in der letzten Woche gab es gleich zwei ungewöhnliche Stories im Goldsektor. Die erste Gold-Story ist seltsam. Aber die zweite Story ist wahrlich verrückt…

Die erste Nachricht involviert Deutschland. Die Deutsche Bundesbank gab bekannt, dass man die „Re-Patriotisierung“ der deutschen Goldbestände von ausländischen Lagerstätten nach Frankfurt abgeschlossen hat. Dieser Prozess begann in 2013.

Damals verlangte die Deutsche Bundesbank erstmals die Rückgabe von einigen deutschen Goldbeständen aus Paris, London und von der US-Notenbank in New York. Diese Rückführung der deutschen Goldbestände ist nun beendet.

Ein Grund für die Rückführung war eine Thematik, die ich erstmals in 2011 in meinem Buch „Currency Wars“ ansprach.

In meinem Buch warf ich den Punkt auf, dass die USA ausländisches Gold, das in den USA gelagert ist, unter dem „International Emergency Economic Power Act“, dem „Trading with the Enemy Act“ oder dem „USA Patriot Act“ einfrieren oder sogar beschlagnahmen könnte.

Diese These sorgte für viel politisches Aufsehen und führte zu Diskussionen über Re-Patriotisierungen in Deutschland, den Niederlanden und Österreich. Die Rückführung nach Deutschland wurde nun vor dem ursprünglichen Plan (Abschluss in 2020) abgeschlossen.

Aber jetzt wird es spannend: Die Deutsche Bundesbank will das Gold eigentlich gar nicht in Frankfurt. Denn der Markt für Gold-Leihgeschäfte ist in Frankfurt nicht weit genug entwickelt.

In London und New York war deutsches Gold für Leihgeschäfts verfügbar, was der Deutschen Bundesbank schöne Zusatzerträge einbrachte. Zudem war es so Teil der globalen Preismanipulation von Gold.

Gold im Zentrum politischer Schauspielereien

Warum verschenkt Deutschland also 3 Jahre an Zinserträgen und schließt die Re-Patriotisierung schon in 2017 ab? Die Antwort lautet: Angela Merkel. Es ist kein Zufall, dass die Ankündigung der Re-Patriotisierung in 2013 stattfand – dem Jahr der letzten Bundestagswahl.

In wenigen Wochen sind wieder Wahlen – und da will Merkel diese Nachricht vorweisen können, um die konservativen Wählerschichten zu beeindrucken.

Doch dies ist nichts gegen die zweite verrückte Gold-Story. Diese kommt aus den USA: Dort besuchte der Finanzminister Steve Munchin überraschend Fort Knox und die amerikanischen Goldreserven. Dies ist der 1. offizielle Besuch eines Finanzministers seit 1974.

Warum macht Munchin dies? Der Grund: Wenn der US-Kongress nicht die Schuldenobergrenze anhebt, geht Munchin am 29. September das Geld aus.

Aber der Finanzminister könnte 355 Mrd. USD aus der Luft kreieren, wenn er die Bewertung der Goldreserven auf den aktuellen Goldkurs anhebt (die amerikanischen Goldreserven werden derzeit mit 42,22 USD/Unze bewertet).

Aber auch diese Tricks werden den kommenden Crash des Währungssystems nicht aufhalten. Doch es ist ein gutes Beispiel, dass die Regierungen vorher alles unternehmen, um den Crash aufzuhalten.

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Über den Autor
Jim Rickards

Jim Rickards hat sich als weltweiter Gold Experte längst einen Namen gemacht. Jetzt informiert der ehemalige Berater der CIA unsere Leser über alles Wichtige zum Thema Gold.

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