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Gold ist eine Wertanlage und keine Spekulation

Der Duden umschreibt eine Wertanlage als etwas das als wertbeständig gilt und dessen Erwerb daher eine Möglichkeit darstellt, Geld anzulegen.

Folglich soll ein Werterhalt, durch den Tausch von Geld in eine Sache erreicht werden. Bemerkenswert an dieser Aussage ist die unbewusste Implikation, dass Geld nicht unbedingt dem Werterhalt dient. Gold dagegen entpuppt sich dagegen immer und auch im historischen Vergleich als stabile Wertanlage.

Währungen sind keine stabile Wertanlage

Seit 1973 leben wir weltweit in einem so genannten Fiat-Money-System, basierend lediglich auf Papiergeldwährungen. Fast immer in der Geschichte der Menschheit beruhte ein Währungs- und Finanzsystem auf der Deckung durch eine reale Sache, in der Regel Gold (und Silber).

Doch seit dem Scheitern des Bretton-Woods-Systems fester Wechselkurse (von 1944-1973), wo man die Golddeckung an das Vertrauen in eine stabile Haushaltspolitik der USA gekoppelt hatte, existiert diese Deckung in realer Form nicht mehr.

Heute im Fiat-Money-System flexibler Wechselkurse, lehnt sich der „Wert“ einer Währung an den „Wert“ der entsprechenden Volkswirtschaft an. Das Problem hierbei: die große Freiheit im Umgang mit Geld-, Haushalts-, und Finanzpolitik, welche die Regierungen weltweit genießen, führt leider dazu, dass die Kaufkraft aller Papiergeld-Währungen in den letzten 40 Jahren gesunken ist.

Die Kaufkraft von Gold

Die Kaufkraft beschreibt einen Maßstab für den Wert eines Zahlungsmittels und gibt an, welche Gütermenge für einen bestimmten Betrag des Zahlungsmittels gekauft werden kann. Auffallend ist, dass die Kaufkraft aller Währungen seit Beginn des Fiat-Money-Systems rückläufig ist.

So ist beispielsweise die Kaufkraft des US-Dollar seit Beginn der 1970er Jahre um mehr als 80% gesunken. Die Kaufkraft des britischen Pfund sank im gleichen Zeitraum sogar um mehr als 85%, ähnlich wie die des australischen Dollar. Und sogar jene des Schweizer Franken und des japanischen Yen nahm in dieser Zeit um knapp 40% ab.

Der Grund für diese Entwicklung: die stetige Ausweitung der Geldmenge in allen Staaten. So wuchs die US-Dollar-Geldmenge seit Beginn der 1970er Jahre um mehr als 1.500%. Die Menge an britischen Pfund wuchs im selben Zeitraum um mehr als 900%, die Menge an australischen Dollar um mehr als 2.000%, die Menge an japanischen Yen um mehr als 1.300%. Und sogar die Menge an Schweizer Franken stieg um mehr als 200%.

Die Kaufkraft von Gold dagegen ist im genannten Zeitraum sogar um 300% gestiegen. Das Goldangebot erhöhte sich seit den 1970er Jahren allerdings auch nur um 78%.

Gold steht für einen stabilen Wert

Die Wertentwicklung der verschiedenen Währungen misst sich insbesondere am Verhältnis der Währungen zueinander. So verlor der US-Dollar gegenüber dem Schweizer Franken, seit 1970 innerhalb von 40 Jahren mehr als 76% an Wert. Nicht umsonst gilt der Schweizer Franken somit allgemein als stabilste Papiergeld-Währung, vor allem aufgrund der wesentlich geringeren Geldmengenausweitung und dem damit einhergehenden geringeren Kaufkraftverlust.

Gegenüber Gold verlor der US-Dollar im gleichen Zeitraum allerdings bereits mehr als 97% an Wert.

Doch der US-Dollar ist nicht die einzige Währung, die seit Einführung des Fiat-Money-Systems gegenüber Gold an Wert verloren hat. So büßte das britische Pfund mehr als 98% an Wert ein, gegenüber Gold. Der Euro (bzw. bis 1999 die D-Mark) verlor rund 93% an Wert gegenüber Gold. Der japanische Yen gab rund 88% seines Wertes ab und sogar der Schweizer Franken verlor immerhin noch rund 87% seines Wertes gegenüber Gold, innerhalb von nur 40 Jahren.

Gold: langfristig die stabilste Wertanlage

Natürlich schwankt auch die Kaufkraft von Gold immer wieder, denn schließlich unterliegt auch das Gold dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Allerdings weist Gold gegenüber ungedeckten Papiergeldwährungen einen wichtigen Vorteil auf: der Wert des Goldes ist unabhängig von geld-, haushalts-, und finanzpolitischen Entscheidungen unterschiedlichster Regierungen.

Im Gegensatz zu Regierungen, deren Aufgabe es ist für den Werterhalt von Papiergeldwährungen zu sorgen, macht Gold keine Schulden, interessiert sich nicht für Währungsreformen und beweist im historischen Kontext, dass es immer einen Wert (und damit eine Kaufkraft) aufweist, die niemals so stark schwankt, wie jene der Papiergeldwährungen.

Was die folgende Tabelle eindrücklich belegt:

JahrWert von 1 USD in Feingold (in g)Wert von 1 USD in Roggenbrot (in kg)Wert von 1 g Feingold in Roggenbrot (in kg)
19001,518,7512,5
19141,51510
19231,58,855,9
19380,8912,7214,3
19500,899,8811,1
19700,852,813,3
19900,080,475,9
20080,040,338,3
20100,020,2511,36
20130,020,198,4

Quelle: Eigene Berechnungen

Sowohl die Kaufkraft des US-Dollar als auch jene des Goldes schwankt über die Jahrzehnte. In der Zeit der klassischen Goldstandards hält sich die Kaufkraft relativ gesehen jedoch die Waage. In Krisenzeiten nimmt die Kaufkraft des Goldes zu, da Krisenphasen häufig die Staatskassen zusätzlich belasten.

Das Bretton-Woods-System (1944-1973), dessen Fehler darin bestand, den klassischen Goldstandard um einen auf Vertrauen basierenden US-Dollar-Standard zu erweitern, führte zwar auch zu einer rückläufigen Kaufkraft von Gold und US-Dollar, jedoch halten sich beide relativ gesehen die Waage.

Seit Beginn des Fiat-Money-Systems allerdings sinkt die Kaufkraft des US-Dollar stetig, während die Kaufkraft des Goldes auf historische Werte steigt. Insgesamt zeigt sich hier, dass die Kaufkraft einer Papiergeldwährung ohne Deckung bis auf das Minimum sinken kann, während man für 1 Gramm Feingold immer und zu jeder Zeit einige Kilogramm Roggenbrot bekommen wird.

Gold ist eine Währung deren Kaufkraft im Gegensatz zu Papiergeldwährungen steigt und damit eine stabile Wertanlage.

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Über den Autor Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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