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Deutsche Goldreserven: Hier werden sie gelagert

Deutschland besitzt beträchtliche Goldreserven, um die eigene Zahlungsfähigkeit in Krisenzeiten zu sichern und handlungsfähig zu bleiben. Im März 2017 waren es 3. 378 Tonnen Gold (Quelle: Statista). Das Edelmetall lagert jedoch nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA und in Großbritannien.

Lagerung von Gold im Ausland hat historischen Hintergrund

Die deutschen Goldreserven wurden zwischen 1950 und 1960 zur Finanzierung der Außenhandelsüberschüsse in erster Linie in den USA, Frankreich und Großbritannien erworben. Wegen hoher Transportkosten und wegen des Kalten Krieges entschied man sich in Deutschland, das Gold in Form von 12,5 kg schweren Goldbarren bei den Zentralbanken der jeweiligen Länder einzulagern.

Über die Verteilung der Goldreserven und die Überprüfbarkeit der Bestände war immer wieder Kritik aufgekommen, sodass die Bundesbank Anfang 2013 ein neues Konzept der Goldlagerung vorstellte. Dabei sollten die Reserven umgelagert werden:

Stand Ende 2012geplanter Stand Ende 2020
Frankfurt am Main31 %50 %
New York45 %37 %
London13 %13 %
Paris11 %0 %

Quelle: Deutsche Bundesbank

Deutsche Bundesbank holt Goldbestände zurück nach Deutschland

Den Plänen zufolge sollen bis 2020 die Hälfte der deutschen Goldreserven in Frankfurt lagern. Der Deutschen Bundesbank zufolge gründet sich die Änderung auf zwei Funktionen der Goldreserven. Und zwar der Vertrauensbildung im Inland und der Möglichkeit, binnen kürzester Zeit Gold in Fremdwährungen an Goldhandelsplätzen im Ausland tauschen zu können.“

Bis 2020 sollen laut Plan nach und nach 300 Tonnen des Goldes von New York nach Frankfurt am Main gebracht werden. Das Gold aus Paris, 374 Tonnen Gold, ist bereits heute in 2017 abgezogen und nach Frankfurt verlagert worden. Da Frankreich ebenfalls der Euro-Zone angehört, kann Deutschland in Paris sein Gold nicht mehr in Devisen umtauschen, wodurch dieser Lagerplatz überflüssig geworden ist.

Umlagerung wird vermutlich bereits 2017 abgeschlossen

Nach und nach wurden die Pläne so umgesetzt, dass die Verlagerung der deutschen Goldreserven voraussichtlich bereits lange vor dem angestrebten Ziel des Jahres 2020 abgeschlossen sein wird. Bereits im Februar 2017 lagerten 47,9 % des Goldes wieder auf deutschem Boden.

Kritiker: Goldreserven im Ausland nicht genug überprüft

Die Lagerung des Goldes im Ausland war im Laufe der Jahre immer wieder stark kritisiert worden. Stimmen wurden laut, nach denen nicht ausreichend geprüft würde, ob die Bestände im Ausland tatsächlich noch existierten oder von den Partnern veräußert würden. Außerdem sei anzunehmen, dass die Goldbarren, die zurückgeführt würden, möglicherweise Fälschungen sein könnten.

Die Bundesbank versucht, den Kritikern Transparenz entgegen zu setzen und listet seit 2015 auf 2.400 Seiten öffentlich einsehbar jeden einzelnen Barren auf.  Außerdem wurden laut Bundesbank zahlreiche Barren eingeschmolzen – einerseits um Normen hinsichtlich Größe einzuhalten, andererseits um die Reinheit der Barren zu prüfen.

Der Transport und die Umschmelzung einiger Barren haben während des Prozesses rund 6,9 Millionen Euro gekostet. Geschätzt 500.000 Euro kommen voraussichtlich bis zum Abschluss der Umlagerung noch hinzu.

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Über den Autor
Felix Reinecke

Nach mehreren Stationen bei renommierten deutschen Tageszeitungen berichtet er seit 2016 regelmäßig für den Investor Verlag über die wichtigsten Ereignisse in der Wirtschaftsbranche - egal ob Mittelstandsunternehmen von der schwäbischen Alb oder IT-Konzern aus dem Silicon Valley.

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