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Edelmetalle Jahresrückblick 2017: Palladiums Rallye

Während Silber und Platin sich im vergangenen Jahr nur leicht stärker entwickeln konnten, ließ ein Edelmetall mit seiner Performance die gesamte Bandbreite der Metalle hinter sich: Palladium.

Palladium – DER große Gewinner in 2017

Mit +55% hat der Palladiumpreis im Jahr 2017 die beste Entwicklung aller Metallpreise aufs Parkett gelegt.

Stetig bergauf: Palladium

Quelle: stockcharts.com

Palladium profitierte dabei in allererster Linie von der starken Nachfrage nach Autos mit Benzinmotoren. Rund 80% der gesamten Palladiumnachfrage werden durch die Automobilindustrie gestellt. Palladium wird dabei vornehmlich in Katalysatoren für Benzinmotoren eingesetzt.

In den USA stiegen die Automobil-Absatzzahlen aufgrund von Neuanschaffungen vor allem nach den Wirbelstürmen deutlich. Auch in China stiegen die Verkaufszahlen vor allem zum Jahresende sehr kräftig. In der EU dürften die PKW-Neuzulassungen sogar das höchste Niveau seit dem Rekordjahr 2007 erreicht haben.

Von der steigenden Automobilnachfrage profitierten vor allem Autos mit Benzinmotor. Denn in Europa hat sich im Zeichen vom Dieselabgasskandal und der Diskussion um Fahrverbote für alte Dieselfahrzeuge in Innenstädten eine Veränderung im Kaufverhalten vollzogen. Lag der Anteil von Dieselfahrzeugen an den Neuzulassungen in Westeuropa in 2016 noch bei knapp 50%, so ist er in den ersten 10 Monaten des Jahres 2017 auf 45% gesunken.

Aufgrund der hohen Nachfrage dürfte es somit in 2017 zu einem großen Marktdefizit im Palladium gekommen sein. Der weltweit größte Verarbeiter von Platinmetallen Johnson Matthey prognostiziert dieses bei 792.000 Unzen. Damit wäre 2017 das sechste Defizitjahr in Folge.

Platin hinkt hinterher

Während Palladium im vergangenen Jahr eine Rallye sondergleichen aufs Parkett legte, schloss der Platinpreis dagegen das Jahr 2017 nur mit einem mageren Plus von 3,6% ab.

Quelle: stockcharts.com

Der Grund dafür ist ganz klar die hohe Nachfrage nach Palladium, welche die Nachfrage nach Platin aus der Automobilindustrie schwächeln ließ. Denn Platin wird hauptsächlich in Abgaskatalysatoren von Dieselfahrzeugen eingesetzt. Johnson Matthey prognostiziert entsprechend sogar einen Angebotsüberschuss für den Platinmarkt in 2017. Dieser wird auf 302.000 Unzen beziffert.

Silber in 2017: nur der kleine Bruder von Gold

Auch der Silberpreis hinkte in 2017 der Entwicklung des Goldpreises hinterher, bewegte sich aber deutlich entlang der Goldpreisentwicklung. Mit +7,23% schloss Silber das Jahr 2017 mit einem ordentlichen Gewinn ab, im Vergleich zu der üblicherweise dynamischeren Entwicklung als der Goldpreis erscheint die Performance aber enttäuschend.

Ordentlicher Gewinn aber weniger dynamisch als Gold

Quelle: stockcharts.com

Der Grund für die zwar ordentliche, im Vergleich zu Gold aber unterdurchschnittliche Preisentwicklung in 2017 ist die verhaltene Nachfrage nach Münzen und Barren die um mehr als 30% eingebrochen ist. Dagegen hielt sich die Industrienachfrage zwar sehr robust, aber ein zugleich stagnierendes weltweites Silberangebot (die sinkende Minenproduktion wurde durch ein höheres Angebot an Altsilber ausgeglichen) führte zu einem geringen Überschuss im Silbermarkt in 2017. Das war der erste Überschuss seit 5 Jahren.

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Über den Autor
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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