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Der Rohstoffboom läuft an: Jetzt mit aufspringen

Die deutsche Wirtschaft warnt vor einer massiven Rohstoffknappheit. Wegen der weltweit steigenden Nachfrage nach Elektroautos könnten die entsprechenden Mengen in der Zukunft nicht mehr geliefert werden.

Zu erwarten seien deshalb Engpässe und steigende Preise. Da die deutsche Wirtschaft fast komplett auf Importe angewiesen ist, schlägt sie jetzt Alarm. Für Anleger ergeben sich daraus auf der anderen Seite große Chancen. Denn der nächste Rohstoffboom kommt nicht nur, er ist bereits angelaufen.

Wirtschaft schlägt Alarm

Es sind besorgniserregende Worte der sonst so tiefenentspannten deutschen Wirtschaft. Die Gefahr von Engpässen bei der Rohstoffversorgung steige deutlich an, so der Bundesverband der Deutschen Industrie BDI. Ohne eine ausreichende Versorgung werde es keine Zukunftstechnologien „Made in Germany“ geben.

Grund seien die großen Stückzahlen bei Batterien für Elektroautos, die in den kommenden Jahren benötigt werden. Für diese Batterien würden auf einmal Rohstoffe gebraucht, die bislang kaum verwendet wurden. Die Förderung stecke noch in den Kinderschuhen und sei zum größten Teil in der Hand weniger Konzerne.

Deutsche Autobauer sind völlig unvorbereitet

Sollte es tatsächlich zu Lieferengpässen kommen, wäre das ein herber Schlag ins Gesicht der deutschen Autoindustrie. Deutschlands Konzerne sind nicht vorbereitet. Müssen nahezu alle Metalle importieren. Kaum etwas kommt aus der eigenen Schmiede. Mit Hochdruck arbeiten sie derzeit an Lösungen. Beispielsweise werden Chemiker eingestellt, um eigene Fertigungen aufzubauen. Oder sie investieren viel Geld in neue Kompetenzzentren. Wie beim Autobauer BMW in München. Auch dafür werden derzeit händeringend Mitarbeiter gesucht.

Gigantische Mengen werden benötigt

Die Menge an Metallen in Elektrobatterien ist riesig. Nur allein der BMW i3 hat 35 Kilogramm Grafit, jeweils zwölf Kilo Nickel, Kobalt und Mangan sowie weitere Metalle in nicht unerheblichen Mengen an Bord. Und das, in einem einzigen Fahrzeug. Hochgerechnet auf die zu erwartenden Produktionszahlen sind das fast unvorstellbare Mengen. Allein Volkswagen will bis 2030 insgesamt 80 Elektrofahrzeuge an den Start bringen.

Zwar gibt es nach Ansicht von Experten viele Metalle in ausreichenden Mengen. Allerdings befinden sich die Produktion und die Förderung in der Hand weniger Länder und weniger Konzerne. 60 Prozent des weltweit benötigten Kobalts kommt aus dem Kongo. 70 Prozent des Grafits aus China. Und Lithium wird nur von drei Ländern in Südamerika gefördert. Engpässe und Preissteigerungen sind damit vorprogrammiert.

Des einen Leid, des anderen Freud

Während die deutsche Wirtschaft mit großen Sorgen in die Zukunft blickt, können Anleger vom anlaufenden Rohstoffboom profitieren. Bereits im Sommer ist der Bloomberg Commodity Index, der die Entwicklung der wichtigsten Rohstoffe abbildet, nach oben gedreht. Der Index liegt derzeit rund 87 Punkten und ist damit meilenweit entfernt von seinen Höchstständen bei rund 230 Zählern.

Bloomberg Commodity Index

2911

Quellle: Bloomberg

Nach vielen mageren und sehr schwachen Jahren läuft der Rohstoffboom gerade an. Aufgrund der Rahmenbedingungen ist zu erwarten, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzt. Die Welt befindet sich in einer Phase der technologischen Neuausrichtung. In Kombination mit einem natürlich Zyklenwechsel.

Profitieren dürften in erster Linie Förderkonzerne und Minenunternehmen sowie die großen Händler. Wer investieren möchte, hat die Möglichkeit sich Minenaktien, Aktienfonds, Zertifikate oder ETF‘s auf eine ganze Reihe von Rohstoffen zu kaufen. Wer es ganz konservativ mag, kann Metalle auch physisch erwerben. Das ist allerdings nur zu empfehlen bei Metallen die eine hohe Dichte aufweisen. Denn sonst könnte es bei größeren Mengen Probleme bei der Lagerung geben.

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Über den Autor Thomas Schwarzer

Thomas Schwarzer ist ein Wirtschafts- und Börsenexperte mit ausgeprägter Erfahrung im Wirtschafts- und Börsenjournalismus.

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