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Das müssen Sie beim Kauf von Diamanten beachten

Beim Kauf von Diamanten gilt es zwei wichtige Kriterien zu beachten:

Wichtigstes Kriterium beim Diamanten-Kauf: die Expertise

Ein absolutes Muss zu jedem höherwertigen Investmentdiamanten ist eine begleitende unabhängige Expertise. Diese Expertise funktioniert im Grunde wie ein Pass für den jeweiligen Diamanten, in dem alle wichtigen Merkmale des geschliffenen Steins dokumentiert werden. Dazu gehören die 4 C (s.u.) ebenso wie der Hinweis auf mögliche nachträgliche Eingriffe in den Naturstein, die Beurteilung der Fluoreszenz und möglicherweise weitere Kommentare.

Das wichtigste Merkmal eines jeden Diamantenpasses ist die Angabe des untersuchenden Labors. Nun ist es grundsätzlich ja niemandem verboten, einen Stein zu untersuchen und ein Ergebnis bereit zu stellen. Doch Labor ist eben nicht gleich Labor. Mit der Expertise eines kaum bekannten Hinterhoflabors aus Timbuktu wird deshalb kein Diamant sehr weit kommen. Wichtig ist es es, dass der Stein seine Zertifizierung von einem weltweit anerkannten Labor erhält.

Die höchste internationale Reputation haben das „Gemological Institute of America“ (GIA), das „International Gemological Institute“ (IGI) und das „Hoge Raad Voor Diamant“ (HRD) aus Antwerpen.

Ein Stein mit dem Zertifikat aus einem dieser drei Labore ist weltweit anerkannt, kann problemlos wiederverkauft werden und – was fast noch wichtiger ist – kann in den Vergleich zu anderen Steinen gesetzt werden, die in diesen Laboren beurteilt worden sind. Auf diese Art entsteht ein physischer Diamantenmarkt, an dem auch Privatinvestoren teilhaben können, die keine großen Vorkenntnisse in der Beurteilung von  Diamanten haben. 

Zweitwichtigstes Kriterium: die Vier C

Wenn Sie nun einen Stein mit GIA- IGI- oder HRD-Zertifikat ihr Eigen nennen und dann einen Preisvergleich zu anderen zertifizierten Steinen durchführen möchten, müssen Sie eigentlich nur noch eines kennen: die schon weiter oben erwähnten Vier-C. Bei den Vier-C handelt es sich um die 4 wichtigsten für die Preisbildung eines Diamanten ausschlaggebenden Merkmale. Alle Merkmale werden, wie bereits berichtet, in der Expertise aufgeführt.

1. Merkmal: Carat

Carat (deutsch: Karat) ist die Maßeinheit für die Masse eines Diamanten. Diese wird mit einer elektronischen Waage bestimmt. Ein Karat entspricht dabei etwa 0,2 Gramm. Da natürliche Diamanten desto größer sie sind, umso seltener vorkommen, steigt der Preis bei steigendem Gewicht überproportional.

So liegt beispielsweise der Preis für einen 1-Karäter bereits um 312 % über einem Stein mit 0,3 Karat. Oder ein anderes Beispiel: 2 Steine mit einem Gewicht von jeweils 0,5 Karat liegen im Gesamtpreis rund 66 % unter dem Preis eines Steins mit 1 Karat – obwohl das Gesamtgewicht das gleiche ist. In dieser Tabelle können Sie einsehen, um wieviel teurer der Stein bei steigendem  Gewicht ist:

Ein Stein mit 0,5 Karat ist 63 % teurer als der mit 0,3 Karat, wenn die Steine ansonsten gleiche Kriterien aufweisen. Bei 1 Karat beträgt der Aufschlag gegenüber dem 0,3 Karäter bereits 312 %. Quelle: diamondax

Ein weiteres wichtiges Merkmal beim Kauf von Diamanten ist:

2. Merkmal: Clarity

Hier geht es um den so genannten Reinheitsgrad. Dabei eines vorweg: Einen komplett reinen Diamanten gibt es kaum. Jeder Diamant weist im Grunde gewisse Einschlüsse, also Verunreinigungen auf. Die Frage ist nur: Sind diese bereits mit bloßen Auge sichtbar oder erst unter zigfacher Vergrößerung?

Natürlich gilt hier: Je weniger Verunreinigungen ein Stein hat und je kleiner diese sind, desto wertvoller ist der Stein. Sie kennen sicher die Bezeichnung lupenrein. Sie steht für den höchsten Reinheitsgrad und gilt dann, wenn ein Diamant bei zehnfacher Vergrößerung mit einer Lupe keine Einschlüsse erkennen lässt. Bezüglich Clarity es allerdings noch viele weitere Abstufungen.

Sehen Sie hier:

Bei 10-facher Vergrößerung erkennbar
Lupenrein (flawless bzw. internally flawless)FL/IF
Sehr sehr kleine Merkmale (very very small inclusions)VVS1-VVS2
Sehr kleine Merkmale (very small inclusions)VS1-VS2
Kleine Merkmale (small inclusions)SI1-SI3
Mit dem bloßen Auge erkennbar
Deutliche Merkmale (Pique 1)P1
Größere Merkmale (Pique 2)P2
Grobe Merkmale (Pique 3)P3

3. Merkmal: Colour

Auch die Farbe spielt für einen Diamanten eine Rolle. Die meisten natürlichen Diamanten weisen nämlich eine gelbliche oder bräunliche Tönung auf, was sich durch Spuren anderer chemischer Elemente erklären lässt. Hier gilt wie beim Reinheitsgrad: Je weißer ein Stein, also je weniger Fremdspuren, desto teurer.

Die einzige Ausnahme sind Diamanten in natürlichen Spektralfarben wie rot, orange, gelb, grün oder blau. Sind diese Farben sogar sehr intensiv, dann hat man es mit echten und besonders teuren Raritäten zu tun. Bei „normalen“ Diamanten hingegen wird eine Farbabstufung nach folgendem Schema vorgenommen:

CIBJOGIAAlte BegriffeIDC
Hochfeines WeißD, ERiverExceptional white
Feines WeißF, GTop WesseltonRare white
WeißHWesseltonWhite
Leicht getöntes WeißI, JTop CrystalSlightly tinted white
Getöntes WeißK, LCrystalTinted white
Getönt 1M, NTop CapeTinted color 1
Getönt  2O, PCapeTinted color 2
Getönt 3Q, RLight YellowTinted color 3
Getönt 4S-ZYellowTinted color 4

4. Merkmal: Cut

Und zuguterletzt fließt auch die Verarbeitung in die Preisfindung für einen Diamanten mit ein. Der Cut (Schliff) bezeichnet die Art und Form des Diamanten, die gewählt wurde, um den Glanz zu verstärken oder die optischen Effekte hervorzuheben. Die Brillanz eines Diamanten wird durch das sogenannte Finish, also die Schliffausführungen und Proportionen, bestimmt. Dabei sind die folgenden Schliffgraduierungen für das „Finish“ üblich:

  • Exzellent (engl. excellent) (≙ ideal)

    Außerordentliche Brillanz, keine Merkmale, beste Proportionen und Symmetrie; Licht, das in den Diamanten eintritt, wird vollkommen reflektiert; ein sehr seltener und exquisiter Schliff

  • Sehr gut (engl. very good)

    Sehr gute Brillanz; wenige oder nur geringfügige äußere Merkmale; sehr gute Proportionen und Symmetrie

  • Gut (engl. good)

    Gute Brillanz; einige äußere Merkmale; Proportionen mit geringen Abweichungen; gute Symmetrie der Facetten

  • Mittel (engl. fair)

    Etwas weniger Brillanz; mehrere größere äußere Merkmale. Proportionen und Symmetrie mit größeren Abweichungen

Die Schlifformen reichen von der klassischen Brillantformüber die Princess-Form, Emerald, Asscher, Marquise, Oval, Radiant, Tropfen bis hin zurHerz- oder Cushion-Form.

Überlebenswichtig beim Kauf: die Seriosität des Händlers

Mit diesem Basiswissen können Sie nun eigentlich ohne Probleme losziehen und sich einen Investmentdiamanten kaufen, an dem Sie auch in 20 Jahren noch Freude haben. Sofern Sie nicht an der nächsten Tankstelle einem Betrüger zum Opfer fallen, der Ihnen einen Zirkon mit gefälschtem Zertifikat verkauft. Deshalb ist es unabdingbar, dass Sie dem Verkäufer bedingungslos vertrauen können.

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Über den Autor
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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