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Ausblick: Agrarrohstoffe bleiben auch in 2017 teuer

Heute widme ich mich einem übergeordneten Ausblick über die Entwicklung der wichtigsten Agrarrohstoffe in 2017.

Agrarpreisentwicklung abhängig von den Entwicklungen in den USA

Vor dem Hintergrund ausgedehnter Anbauflächen zeigt sich die Versorgungslage mit Mais, Weizen und Sojabohnen derzeit mehrheitlich entspannt. Allerdings gilt es hier einige Unsicherheitsfaktoren zu bedenken.

Falls es auch in 2017 zu weiteren heftigen Wechselkursschwankungen zwischen US-Dollar und anderen Währungen kommt, wird sich dies auch auf die Agrarpreise auswirken.

Schon im vergangenen Jahr 2016 zeigten sich ähnliche Effekte durch die Aufwertung des brasilianischen Real, der die Zuckerproduktion verteuerte und den Export weniger rentabel machte.

Trump könnte US-Agrarsektor empfindlich schädigen

In den USA liegt der Exportanteil an der Agrarproduktion bei über 20%. Wichtig ist nun, wie die Auflösung der Handelsabkommen welche der neue US-Präsident Trump beschlossen hat nun tatsächlich umgesetzt wird.

Auch die Frage ob die USA wirklich aus der WTO aussteigen werden ist in diesem Zusammenhang wichtig.

Ebenso die Umsetzung der Ankündigung, Importe aus Mexiko mit einem Zoll von 35% und solche aus China mit einem Zoll von 45% belegen zu wollen, wird Folgen haben.

Eventuelle Gegenmaßnahmen dieser Länder sind dann nicht auszuschließen und könnten gerade die US-Agrarindustrie empfindlich treffen. Denn China ist der Hauptabnehmer von US-Agrarprodukten und Mexiko belegt Platz 3.

Überdies nehmen Immigranten einen hohen Anteil unter den Beschäftigten der US-Agrarindustrie ein. Käme es hier in großer Zahl tatsächlich zu Ausweisungen, könnte dies zu Arbeitskräftemangel, höheren Löhnen und sinkenden Margen für die Unternehmen führen.

Einen Einfluss auf den Agrarsektor wird auch haben, ob Trump an der erhöhten Beimischungspflicht von Biokraftstoffen festhält oder ob diese Entscheidung der Obama- Administration rückgängig gemacht wird.

Derzeit wird in den USA dem Benzin mindestens 10% Ethanol beigemischt.

Diese Beimischungspflicht führt zwar einerseits zu einer wachsenden Mais-Anbaufläche in den USA, stützt aber andererseits auch die Mais– und anderen Getreidepreise nach unten ab.

Zuckermarkt bleibt angespannt

Obschon die Defiziterwartungen für 2016/17 die lange Zeit immer wieder angehoben worden waren, zuletzt wieder reduziert worden sind, ist dennoch mit einem angespannten Markt in 2017 zu rechnen. Wichtig ist dafür die nächste brasilianische Zuckerrohrernte.

Die brasilianische Zuckerindustrievereinigung Unica hält selbst bei vorteilhaften Wetterbedingungen einen Rückgang der Zuckerrohrernte für wahrscheinlich, da die Produzenten in den letzten Jahren zu wenig in die Aufrechterhaltung und Erneuerung der Plantagen investiert haben.

Bei den höheren Preisen dürfte sich dies nun zwar bessern, doch muss dafür der Zuckerpreis auch nach Ansicht des Zuckerhändlers Czarnikow langfristig über 20 US-Cents je Pfund liegen.

Zuckerpreis bleibt hoch

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Quelle: stockcharts.com

Der Zuckerpreis hat sich seit dem Tief Ende 2015 bereits verdoppelt, doch angesichts der angespannten Ausgangslage sollte sich der Preis auf höherem Niveau stabilisieren.

Knappheit im Kaffeemarkt bleibt bestehen

Im globalen Kaffeemarkt ist es vor allem die extrem schwache Robusta-Ernte, die im aktuellen Erntejahr 2016/17 eine Knappheit auslöst. Durch die Nachwirkungen von El Nino ist allerdings auch im kommenden Jahr mit einer schwachen Ernte zu rechnen.

Zudem steht bei Arabica-Kaffee in Brasilien nun das ertragsschwächere Jahr im 2-Jahres-Zyklus an. Hier wird bereits ein kräftiger Einbruch erwartet. Die Knappheit im Kaffeemarkt dürfte also anhalten und weiterhin für hohe Kaffeepreise sorgen.

Kaffeepreis: Erholung noch nicht beendet

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Quelle: stockcharts.com

Auch der Kaffeepreis hat sich im vergangenen Jahr 2016 bereits gut erholt, doch auch hier dürfte die fundamentale Ausgangslage weiterhin für ein höheres Preisniveau sorgen.

Fazit: Agrarrohstoffe bleiben auch in 2017 teuer

Insgesamt erwarte ich für 2017 also weiter hohe Agrarrohstoffpreise, wobei die Knappheit im Kaffee– und im Zuckermarkt für zusätzliche Dynamik sorgt.

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Über den Autor
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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