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Erstklassige Kreditwürdigkeit – Deutschland erhält Top-Rating

Zum Beginn der neuen Woche darf ich Ihnen, werte Leserinnen und Leser, am heutigen Montag eine gute Nachricht präsentieren. Just am Ende der vergangenen Woche war es die große Ratingagentur Standard & Poor`s, die die erstklassige Kreditwürdigkeit Deutschlands inmitten der Euro-Schuldenkrise bestätigte. Ob bei Bundesfinanzminister Schäuble in der Wilhelmstraße in Berlin die Sektkorken knallten?

Deutschland mit Spiten-Bonität

Jedenfalls besteht laut Standard & Poor`s kein Zweifel an der Spitzen-Bonität für die Bundesrepublik. Deutsche Bundesanleihen erhielten damit weiter die absolute Spitzen-.Note, AAA. Die Bundesrepublik gilt damit als Muster-Schüler, ja Muster-Schuldner inmitten der schuldengeplagten Euro-Zone. Im Euroraum haben aktuell neben Deutschland nur noch Luxemburg und Finnland die Spitzenbonität inne. Zum Vergleich, Ende 2013 verloren die Franzosen ja ihr Spitzen-Rating. Wenig verwunderlich also, dass die zehnjährige französiche Staatsanleihe bei gut 2,4 Prozent rentiert; die zehnjährige deutsche Bundesanleihe rentiert einen guten halben Prozent tiefer.

Deutschland als Stabiltätsanker

Die Analysten der US-Ratingagentur geizten auch nicht mit Lob für Deutschland. Die Bundesrepublik habe in der Krise bewiesen, dass auch große ökonomische Schocks verkraftet werden können. Ferner werde auch von der neuen Bundesregierung, der großen Koalition, die Fortsetzung des Stabilitätskurses erwartet. Beeindruckt zeigte sich die Agentur insbesondere von der deutschen Wirtschaft. Diese sei nicht nur modern, sondern auch sehr wettbewerbsfähig. Darüber hinaus werde das Land mit einer umsichtigen Fiskalpolitik regiert.

Ab 2015 Haushaltsüberschüsse?

„Die Rückkehr der Sozialdemokraten in die Regierung scheint die mittelfristige Finanzplanung nicht zu gefährden“, schrieben die S&P-Experten laut Reuters in ihrer Analyse. Nach dem bisherigen Plan will der Bund ab 2015 erstmals seit 1969 Budget-Überschüsse erzielen. Außerdem soll das Staatsdefizit von derzeit 77 Prozent des BIP weiter sinken. Die Ratingagentur erwartet, dass es bis 2016 auf 71 Prozent fallen wird. Die Maastricht-Obergrenze in der EU liegt bei 60 Prozent.

Euro-Schuldenkrise als Risiko für Deutschland

Dennoch sei es laut Standard & Poor`s nicht so, dass sich Wolfgang Schäuble beruhigt zurücklehnen könne. Im Gegenteil, die Bundesrepublik müsse größere ökonomsiche Probleme meistern. Zum einen werde der private Konsum trotz eines möglicherweise baldigen fläschendeckenden Mindestlohns nur sehr moderat zulegen. Zum anderen gebe es Probleme bei der nach Nachfrage nach deutschen Produkten bei den größten Handelspartnern. Diese litten stärker unter dem Druck, ihre Staatshaushalte sanieren zu müssen. Wenig beachtet werde der Agentur zufolge derzeit auch, dass die deutschen Banken aktuell Außenstände von sage und schreibe 300 Milliarden Dollar in den Krisenländern der Euro-Zone im Feuer stehen haben. Hinzu kämen die möglicherweise extrem hohen Belastungen für die Bundesrepublik durch die diversen Euro-Rettungsschirme.

Trotz alledem wurde der Ausblick für die deutsche Bonität für die nächsten 24 Monate von S&P als „stabil“ bewertet.

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Alte Kommentare
  • Dr Ekkehard Martin schrieb am 13.01.2014, 10:49 Uhr

    Dear Mr. N.N. Die Bestnote, das Triple A, hat sich D redlich verdient, immerhin sind wir Exportweltmeister mit einer wettbewerbsfähigen Industrie und - sollte nicht unerwähnt bleiben - mit überwiegend einsichtig agitierenden Gewerkschaften. Ob der geplante Abbau der Staatsschulden in D gelingen wird, ist allerdings sehr fraglich, das Wachstum müsste zumindest wie prognostiziert eintreten. Ansonsten müsste über Steuererhöhungen nachgedacht werden, die SPD wäre nur allzu gern dazu bereit. So bleibt auch der Fortbestand der GroKo ein Risikofaktor in der deutschen Politik, der Startphase wirkt schon reichlich disharmonisch. Im Hintergrund geht es darum, das kategorische Nein der Union zu Steuererhöhungen zu kippen, z.B. durch Milliardenzuwendungen an notleidende Städte und/oder höhere Zuschüsse in die Rentenkasse. Die von Ihnen auf rund 300 Mrd. € bezifferten "Engagements" deutscher Banken in den Krisenländern sehe ich wenig problematisch. Solange wir und die EU - auch und vor allem im Eigeninteresse - GRL immer weiter über die Runden helfen, würden wir das auch für die anderen Staaten tun, Mario Draghi steht zudem noch Gewehr bei Fuß. Summa summarum würde alles getan werden, um Kreditausfälle mit nachfolgendem Chaos an den Finanzmärkten zu vermeiden. Dafür würde man auch die wohlhabenderen Bürger und Bankkunden teilweise enteignen, schließlich heiligt der Zweck die Mittel ! Das größte finanzielle Risiko besteht in der erforderlichen Re-Kapitalisierung der Banken vor allem im ClubMed, Finanzbedarf mind. 400 Mrd. € bis zu 1 Bio. € bei Vollsanierung. Das Thema wird im Zuge der Bankenkontrolle bald auf den Tisch kommen, der ESM wieder gefragt sein. Letzterer müsste dann erheblich aufgestockt werden, kein Problem für die GroKO. Auch das Triple A Rating für D kann schnell infolge der immensen Haftungsbeträge in Frage gestellt werden. Die Verstrickung in einen immer weiter ausufernden Haftungsverbund mit zunehmenden Transferleistungen wird als Risikofaktor m.E. unterschätzt.

    • Albert KARL antwortete am 14.01.2014, 16:23 Uhr

      Wenn Sie gestatten Dr. Martin: - Gratulation zu dieser nüchternen und hervorragenden aktuellen Zustandsbeschreibung des IST-Stands zur Euro Krise und deren Haftungsbeträge. Viele Grüße aus München, Ihr Kombattant in Sache Euro, A.K Albert KARL

  • Albert KARL schrieb am 13.01.2014, 11:42 Uhr

    Es ist natürlich erfreulich, dass Deutschland wieder das AAA Rating bekommen hat. Aber deswegen braucht man nicht gleich wieder zu euphorisch darauf reagieren, wie es vielleicht zu Recht kleine Kinder machen, wenn sie ein Fahrrad geschenkt bekommen. Denn wir haben uns diese Werte, die zum AAA führten mit Disziplin und harter Arbeit erkämpft. Und nebenbei erwähnt: So schlecht waren unsere Daten auch nicht, als dieselben Ratingagenturen damals unser Land herunterstufen wollten. Also, nicht immer gleich himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt sein, nur weil die US-Agenturen geurteilt haben!

  • Armageddon schrieb am 13.01.2014, 22:34 Uhr

    Unter den Blinden ist der Einäugige König

  • Breunig schrieb am 17.01.2014, 01:47 Uhr

    Somit ist es nicht mehr verwunderlich, das Herr Fitchen eine europaeische Bankenunion fordert. Einer Bankenunion kommt meiner Meinung eher einer Transferunion gleich.