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Koch Industries: Meine letzten Worte zu Charles Koch

Normandie, Frankreich – wieder einmal bin ich überwältigt von dem Volumen an Feedback, das ich von den Lesern bekommen habe. Nahezu jede Nachricht, die ich erhielt bezog sich auf das, was ich in der letzten Zeit über Charles Koch berichtet habe.

Ich werde das Thema fallen lassen – das verspreche ich!

Doch erst, nachdem ich das Ganze noch ein letztes Mal betrachte.

Die meisten der Anti-Koch Meinungen, die mich in den letzten Tagen von den geschätzten Lesern erreichten, beinhalten, dass er unsere Demokratie untergräbt, indem er sein Geld benutzt, um „Stimmen zu kaufen“.

Der Kern dieser Stimmung ist die Idee, dass viele (im Kongress oder im Wahllokal) womöglich nicht danach gehen, was das beste Angebot für die Nation wäre, sondern danach, was einem persönlich den besten Vorteil bringt.

Die Wähler werden also bestochen.

Ich glaube, dass dies der Weg ist, wie Demokratie funktioniert.

Sie wird nur anständig funktionieren, wenn die Menschen ein persönliches Interesse daran haben – Gehalt, Pension, Reputation, Steuererleichterung, Subventionen oder Unternehmensvorteile – da ist man befangen.

So läuft es auch bei Unternehmensvorständen oder in Gemeindesälen von Kirchen im ganzen Land: Wenn es einen Interessenskonflikt gibt, entschuldigt man sich und bleibt still.

„Weniger ist mehr“

So wie Ambrose Bierce es schrieb, ist eine Wahl „eine avancierte Auktion von gestohlenen Gütern“. Doch das Geld von Charles Koch ist nicht gestohlen. Er hat es verdient.

Und nebenbei bemerkt, sind es Almosen, verglichen mit den anderen Beträgen, die da involviert sind.

Der komplette Staatshaushalt der USA (und viele, viele Milliarden von Dollar in Steuer- und behördlichen Vergünstigungen) werden bei jeder Wahl für solche Zugriffe ausgegeben.

Und für jeden Cent, den ein Abgeordneter von Charles Kochs Geld bekommen mag, könnte er erwarten, Hunderte von Dollar zu bekommen aus der Medizinbranche, dem Bildungskomplex, dem Militär… oder direkt von den Feds.

Auch für jeden Lobbyisten, den Charles dazu bringen kann, für eine „weniger ist mehr“ Kampagne zu arbeiten, mit der er dir föderale Regierung reformieren will, gibt es Hunderte von Menschen, die Lobbyarbeit für „mehr ist mehr“ betreiben – inklusive vieler, die bereits auf der Gehaltsliste der Regierung stehen.

Es gibt Tausende und Abertausende von organisierten Gruppen, die auf mehr Regierungsgelder drängen.

Erweiterte medizinische Leistungen, neue Computersysteme, um uns auszuspionieren, neue Kampfflugzeuge, neue Kriege, neues Dies, neues Jenes.

Insgesamt Milliarden von Dollar – alles davon wird mit dem Geld anderer Menschen gekauft.

Kann man Charles Koch dann wirklich vorwerfen, dass er versucht, dagegen zu halten?

Demokratie wird häufig als ein System beschrieben, in dem drei Wölfe und ein Schaf darüber abstimmen, was es wohl zum Abendessen geben wird.

Charles ist ein Lamm.

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Über den Autor Bill Bonner

Im Jahr 1978 gründete Bill Bonner das Unternehmen, welches heute als Agora Inc. bekannt ist.

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