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Wasserknappheit; Die argentinische Landwirtschaft

von Bill Bonner

*** Wasserknappheit

Mit den weltweiten Wasservorräten sieht es düster aus. Ernstliche Wasserengpässe betreffen momentan 400 Millionen Menschen überall auf der Erde. Die Zahl soll bis 2050 auf 4 Milliarden Menschen ansteigen. Und wenn Sie denken, dass die Knappheiten nur Orte wie Afrika, Indien und China betreffen werden, dann sind sie auf dem Holzweg.

Für die Staaten im Südwesten, wie Arizona, stehen ernste Knappheiten bei Trinkwasser schon 2025 bevor, und wie mein Kollege Dan Denning schon vor einem Jahr berichtete:

„Mitte Dezember haben die Premiers von Quebec und Ontario zusammen mit den Senatoren aus acht US-Bundesstaaten einen Pakt geschlossen, der Wasserumleitungen von den Great Lakes im großen Stil verbietet. Das wird verhindern, dass ganze 20% der Trinkwasservorräte an der Oberfläche der Erde nicht mit Pipelines in die durstigen Staaten wie Kalifornien, Arizona oder Nevada transportiert werden können. Die acht Staaten, die an die Great Lakes grenzen – Illinois, Indiana, Michigan, Minnesota, New York, Ohio, Pennsylvania und Wisconsin – haben die Zukunft erkannt. Und die Zukunft ist, dass Oberflächentrinkwasser immer wertvoller werden wird, je knapper es wird.

„Es herrscht im wahrsten Sinne des Wortes ein Trinkwasserkrieg überall auf der Welt. Im Moment wird dieser Krieg in den Büros und den Aufbereitungsanlagen gekämpft. Aber ich wäre nicht überrascht, wenn er gewalttätiger würde, sobald die knappste Ressource irgendwann noch knapper wird. Diejenigen, die verlieren, werden umziehen müssen …oder sie sind mit dem Tod konfrontiert. Und die, die gewinnen, werden überleben und reicher werden.

*** Die argentinische Landwirtschaft

In Argentinien gibt es neben der Möglichkeit in Immobilien und in Elektroanlagen zu investieren, noch eine dritte Möglichkeit. Man kann dort den landwirtschaftlichen Sektor für sich ausnutzen. Die weltweite Nachfrage nach Qualitätslebensmitteln steigt, während gleichzeitig verfügbares Land und die Wasservorräte, die zur Produktion notwendig sind, geringer werden. Gegenwärtig produziert die Welt weniger Weizen, Mais und andere landwirtschaftliche Produkte als weltweit benötigt würden. Der Vorrat an Weizen wird dieses Jahr ungefähr 605 Millionen Tonnen umfassen. Bei der Nachfrage geht man hingegen von 613 Millionen Tonnen aus. Die Geschichte sieht bei Mais ähnlich aus, mit einer Lücke, die bei beiden Getreidesorten überbrückt wird, indem man auf die Bestände zurückgreift. Wenn ich die Kurven richtig verstehe, dann sind die Bestände schon auf historisch niedrigen Niveaus – in der Nähe jener Tiefstwerte, die vor mehr als 30 Jahren gesetzt wurden, kurz vor einem gewaltigen Bullenmarkt bei Soft-Commodities.

Am stärksten hat sich dabei die Seite der Nachfrage verändert. Während immer mehr Farmland durch die sich ausdehnenden Vorstädte für die landwirtschaftliche Produktion ausscheidet, schießt die Nachfrage nach Lebensmitteln in den Himmel. 40% der Weltbevölkerung, überwiegend in Asien, erzielt die wirtschaftlichen Mittel, Lebensmittel an den Weltmärkten zu kaufen. Die Chinesen konsumieren z.B. 2.500 Kalorien am Tag – ungefähr das Gleiche wie die Taiwanesen. Aber auf der Insel Taiwan stammen diese Kalorien in der Regel aus tierischen Lebensmitteln, der Durchschnittsbürger Taiwans konsumiert ungefähr neunmal so viel Fleisch wie sein Nachbar auf dem Festland. Doch eben diese Nachbarn versuchen gerade aufzuholen … mit einem Fleischkonsum, der in jedem Jahr um 20% wächst.

Was das für den Getreidemarkt bedeutet, ist offenkundig. Für jedes Kilo Fleisch wird bei der Produktion die neunfache Menge an Getreide benötigt. Deswegen müssen sowohl China als auch Indien, die beide immer Selbstversorger mit Getreide waren, heute Getreide importieren. Aber von wo?

Auf der Angebotsseite sind die großen Produzenten Nordamerika, die Ukraine und Argentinien. Jedes dieser Länder hat seine eigenen, einzigartigen Probleme, aber ein Problem, das den gesamten weltweiten Landwirtschaftssektor verfolgt, ist Wasser. Im gleichen Moment, in dem der Planet die Höchstproduktion bei Öl erreicht – das ist der Zeitpunkt, an dem die zukünftige Produktion vermutlich geringer ausfallen wird als die der Gegenwart, sieht es auch so aus, als würde Wasser irgendwie seine Grenzen erreichen. Indien und China haben beide ihre altbekannten Probleme mit Wasser, doch genauso haben die USA Probleme. Der große See unter der amerikanischen Prärie – die Wasser führende Schicht Ogallala – ist der am schnellsten verschwindende Wasservorrat weltweit. Das Wasser unter dem Klamath Bassin in Nordkalifornien geht auch zügig zurück – in den letzten drei Jahren um fast sieben Meter.

Energieunternehmen, Wucherer und Halluzinatoren versuchen, Öl aus Getreide zu gewinnen. Aber es braucht gewaltige Mengen an Land und Wasser, wenn man genug Getreide produzieren will, um einen spürbaren Einfluss auf die Energievorräte zu haben. Und genauso wie es Millionen von Jahre gedauert hat, die weltweiten Ölvorräte zu schaffen, so brauchte es auch Millionen von Jahren, die unterirdischen Wasservorräte zu füllen. Von Öl zu Ethanol zu wechseln, wird lediglich dazu führen, dass die Erde noch schneller ausgetrocknet wird … und dass die Lebensmittelpreise in die Höhe getrieben werden.

Argentiniens entscheidender Vorteil ist, dass man einen gewaltigen unterirdischen Wasservorrat hat – den unterirdischen Guarani See – und dass das Land darüber günstig ist. Für die Produktionskapazitäten heißt das, dass ein Hektar in Argentinien nur ungefähr ein Sechstel eines Hektars in den USA kostet. Langfristig wird es für Investoren in argentinisches Farmland vermutlich gut laufen.

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