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Polen: Bald größer als die deutsche Wirtschaft?

Unser Börsendienst Taipan ist eine der ältesten Börsendienste in Deutschland. Einer der Hauptgründe: Seit nunmehr zwei Dekaden sucht Taipan abseits der bekannten, ausgetretenen Pfade nach Investmentchancen – sei es in den Emerging Markets, Dividendenwerten oder High Tech-Aktien.

Der Grund ist einfach: Die Masse der Anleger liegt an der Börse meistens falsch. Also macht es keinen Sinn, genau das zu tun, was alle tun. Die größeren Chancen bieten sich Ihnen, wenn Sie das tun, was derzeit eben keine Anleger machen (und dann mit dicken Gewinnen verkaufen, wenn die Masse der Anleger auf den Zug aufspringt).

Ein typisches Beispiel ist Russland. Anfang des Jahres wollte niemand Russland haben. Die Börsenstimmung lag am Boden. Die Masse der Anleger hatte sich vom russischen Aktienmarkt abgewandt.

Das war für uns in Taipan der Zeitpunkt zum antizyklischen Einstieg. Heute steht der russische Markt rund + 30 % höher und ist mal eben doppelt so stark angestiegen wie der DAX.

Angetrieben von dieser Investment-Philosophie bin ich in 2015 wiederholt nach Polen gereist. Polen ist völlig aus dem Fokus der Börsen verschwunden. Eingeklemmt zwischen den großen Märkten Deutschland und Russland schauen Börsianer derzeit einfach über Polen hinweg. Das sind genau die Zeiten, wo wir uns einen Markt wie Polen genauer anschauen.

Als ich im März in Warschau war, machte eine Studie die Runde, nach der die polnische Volkswirtschaft in 2050 Deutschland überholen würde.

Nun, so weit sind wir noch lange nicht. Allein aufgrund des Bevölkerungs-Unterschiedes, Deutschland ist doppelt so groß wie Polen, halte ich so eine These für irreal. Aber sie zeigt: In Polen passiert eine Menge. Und sie Masse der Anleger macht mal wieder einen Fehler, wenn sie Polen ignoriert.

Polen: Der verkannte Gewinner in Osteuropa

Derzeit finden in Polen Präsidentschaftswahlen statt. Dabei könnte sich eine Sensation abzeichnen: Der amtierende Präsident Bronislaw Komorowski könnte sein Amt verlieren obwohl er noch vor wenigen Wochen in den Umfragen uneinholbar vor seinem Herausforderer Jaroslaw Kaczynski führte.

Interessanterweise steht die Wirtschaft in dem Wahlkampf kaum im Rampenlicht. Das verwundert nicht. Die polnische Wirtschaft läuft.

In 2014 wuchs das BIP in Polen überdurchschnittlich um starke 3,3%. Von solchen Wachstumsraten kann Russland nur träumen. Für 2015 und 2016 rechnet die EU-Kommission mit einem BIP-Wachstum von 3,3% bis 3,4%.

Polen profitiert von 2 Faktoren, die – und das ist besonders wichtig für die Einschätzung Polens – langfristig fortbestehen. Im Export ist Polen einer der großen Gewinner der robusten Wirtschaftsentwicklung des Nachbarlandes Deutschland. Deutschland ist mit meilenweitem Abstand der wichtigste Handelspartner von Polen (ca. 25% der Exporte kommen zu uns).

Geht es der deutschen Wirtschaft gut, hat dies also einen direkten positive Effekt auf die polnische Wirtschaft. Dazu kommt ein kontinuierlich wachsender Binnenmarkt. Die Arbeitslosigkeit liegt in Polen zwar immer noch bei rund 13%. Aber vor 10 Jahren waren es noch 20%.

Zudem steigen die Löhne. Mehr Geld in den Taschen der Polen bedeutet natürlich mehr Konsum. Doch die guten Fundamentaldaten haben sich an der polnischen Börse noch nicht wiedergespiegelt. Und das sind die Situationen, wo wir bei Taipan hellhörig werden. Während DAX und Co. auf neuen Allzeithochs notieren, steht der polnische Leitindex WIG 20 noch unter seinem Allzeithoch. Mehr zu Polen in der nächsten Ausgabe.

Have a successful day,

Ihr

Daniel Wilhelmi

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Über den Autor Daniel Wilhelmi

Daniel Wilhelmi ist Jahrgang 1972 und gehört zu der „neuen Generation“ der Finanzjournalisten, die das Erbe der großen bekannten Namen aus TV und Zeitungen antreten.

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