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Norwegens Staatshaushalt ist kerngesund

Norwegen hat weltweit den Staatshaushalt mit dem höchsten Überschuss – derzeit mit einemn Haushaltsplus von 11,1% und einer Gesamtverschuldung von knapp 30% gemessen am Bruttoinlandsprodukt. Zum Vergleich Deutschland: Mit viel Glück gibt es dieses Jahr erstmals seit Jahrzehnten keine Neuverschuldung, die Gesamtschulden belaufen sich aber auf knapp 79% des BIPs.

Da der staatliche Pensionsfond 93% der Bilanzsumme ausmacht und dessen Vermögen unabhängig von den geldpolitischen Entscheidungen der Zentralbank ist, habe ich ihn bei meinen Betrachtungen außen vor gelassen.

Den Pensionsfonds ausgenommen fällt auf, dass der Großteil der Aktiva-Seite von Wertpapieren bestimmt wird. Diese setzen sich zusammen aus Aktien, Rentenpapieren und Derivaten und sind zum Großteil die Sicherheiten, die Banken für den Erhalt von Zentralbankgeld stellen müssen. Zudem legt die Zentralbank auch ihre eigenen Überschüsse wieder am Kapitalmarkt an. Die geringe Bilanzsumme und der große Eigenkapitalpuffer zeigen: Norwegen ist kerngesund. Krisenpolitik wie die EZB oder Fed hat die Norges Bank nicht nötig. Sie konzentriert sich bei ihrer Arbeit auf die Kernaufgabe einer Notenbank: Die Versorgung der Volkswirtschaft mit Geld. In der Regel ist das ein Selbstläufer.

Norwegens Zentralbank kennt derzeit keinen Krisenmodus, da es keine Krise gibt

Die Zentralbank gibt die Zinssätze vor, zu denen sich Geschäftsbanken bei ihr Geld leihen oder aber Guthaben verzinst hinterlegen können. An diesem Zinssatz als Obergrenze orientieren sich dann auch die Zinssätze auf dem Interbankenmarkt. Geschäfte zwischen Notenbank und Geschäftsbanken sind in normalen Zeiten selten bzw. haben kleine Volumina. Die Banken achten von selbst darauf, keine Überschussliquidität zu haben, die sie bei der Notenbank anlegen müssten. Und sie besorgen sich nötiges Geld selbst am Kapitalmarkt statt bei der Notenbank.

Im EUR/NOK ist eine Seitwärtsphase wahrscheinlich

Derzeit problematisch ist allerdings das Wirtschaftswachstum in Norwegen. Im Sommer kam daher auch die Ankündigung, dass die Zinsen weiterhin niedrig bleiben sollen, um so zum Einen weiterhin für billigeres Geld zu sorgen und zum Anderen die Krone zu schwächen und die Exportwirtschaft zu stärken. Ein Teil des Planes ging auf, die Krone verlor kurzfristig gegenüber dem Euro an Wert, was in der Zwischenzeit aber durch die Maßnahmen der EZB wieder wettgemacht wurde.

Im Spannungsfeld zwischen expansiver Geldpolitik der EZB, vergleichsweise schwachen Wirtschaftswachstums in Norwegen bei gleichzeitig blendender Haushaltslage rechne ich mit einer fortgesetzten Seitwärtsbewegung im EUR/NOK zwischen 8,0 und 8,6 Kronen pro Euro.

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Über den Autor Thomas Kallwass

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